Kaltfront bringt Baden-Württemberg Regen und Gewitter

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Das Wetter in Baden-Württemberg am Montag bringt nach der langen Hitzephase eine deutliche Abkühlung. Kühlere und feuchtere Luft hat den Südwesten erreicht, dazu ziehen Schauer und Gewitter durch das Land. Besonders groß ist der Temperatursprung in Stuttgart: Nach rund 31 Grad am Sonntagnachmittag werden am Montag nur noch Werte um 22 Grad erwartet. Damit fällt die Temperatur innerhalb eines Tages um etwa neun Grad. Auch andernorts bleibt es erheblich kühler als am Wochenende.

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DWD warnt am Morgen vor starken Gewittern

Am Montagmorgen gelten in Teilen Baden-Württembergs noch amtliche Gewitterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes. Mit Stand gegen 7.20 Uhr warnten die Meteorologen für Freiburg-West und Freiburg-Ost bis 9 Uhr vor starken Gewittern. Erwartet wurden dort örtlich Sturmböen bis 80 Kilometer pro Stunde, Starkregen um 20 Liter pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde und kleinkörniger Hagel. Die Warnung hatte um 7.05 Uhr begonnen.

Für Friedrichshafen am Bodensee galt seit 6.30 Uhr eine Gewitterwarnung bis 7.30 Uhr. Dort nannte der DWD Windböen um 60 Kilometer pro Stunde. Die amtliche Warnlage ist dynamisch und kann sich im Tagesverlauf örtlich verändern oder durch neue Warnungen ergänzt werden. Nach der bundesweiten Einschätzung des DWD sind am Montag vor allem im Süden noch Gewitter möglich.

Stuttgart verliert rund neun Grad gegenüber Sonntag

Die Abkühlung fällt regional unterschiedlich aus. In Stuttgart hatte der DWD am Sonntag um 17 Uhr noch 31 Grad gemessen. Am Montag werden nur noch rund 22 Grad erreicht. In Karlsruhe und Mannheim bewegen sich die Höchstwerte nach den aktuellen örtlichen Vorhersagen etwa bei 23 bis 26 Grad. Der DWD erwartet landesweit maximal rund 26 Grad im Raum Karlsruhe, im Bergland dagegen nur etwa 20 Grad.

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Für Freiburg sind am Montag etwa 21 bis 23 Grad zu erwarten, am Bodensee rund 21 bis 22 Grad. Damit beträgt der Rückgang gegenüber dem Sonntag vielerorts acht bis zehn Grad. In Konstanz waren am Sonntag noch 31,8 Grad erreicht worden, in Mannheim 33,9 Grad. Karlsruhe-Rheinstetten meldete am Sonntagabend noch 32 Grad. Die extreme Hitze mit Werten deutlich über 30 Grad ist damit zunächst beendet.

Regen zieht vor allem durch den Süden und Südosten

Die Kaltfront hatte Baden-Württemberg bereits am Sonntag von Nordwesten her erfasst. In der Nacht zum Montag verlagerte sich der Schwerpunkt der Schauer und Gewitter weiter nach Süden und Südosten. Am Montagmorgen fällt insbesondere zwischen Schwarzwald, Hochrhein, Bodensee und Teilen Oberschwabens noch Regen. Örtlich sind Gewitter eingelagert. Im Nordwesten und später auch in Teilen der Mitte kann es dagegen längere trockene Abschnitte geben.

Im Tagesverlauf sollen sich die Niederschläge zunehmend abschwächen und verlagern. Am Bodensee und in Oberschwaben bleiben allerdings weitere Schauer möglich. Wegen der gewittrigen Struktur fallen die Niederschlagsmengen sehr ungleich aus. Während einzelne Orte in kurzer Zeit kräftigen Regen abbekommen können, bleibt es wenige Kilometer entfernt deutlich trockener.

Dienstag wieder wärmer, Mittwoch im Süden bis 30 Grad

Die Abkühlung ist nach der DWD-Prognose zunächst keine dauerhaft kühle Wetterphase. Am Dienstag startet der Tag vielerorts freundlich, im Nordosten ziehen später dichtere Wolken mit etwas Regen auf. Im Breisgau können die Temperaturen bereits wieder auf rund 28 Grad steigen. Im Bergland werden etwa 22 Grad erwartet.

Am Mittwoch zeigt sich zunächst ebenfalls häufiger die Sonne. Später kann neuer Regen aufziehen, im Süden sind auch wieder Gewitter möglich. Die Höchsttemperaturen sollen zwischen ungefähr 24 Grad auf der Schwäbischen Alb und bis zu 30 Grad in Südbaden liegen. Eine deutlichere und flächendeckendere Abkühlung deutet sich nach der derzeitigen DWD-Prognose erst im weiteren Verlauf der Woche an.

Trockenheit hat Böden und Gewässer stark belastet

Der Regen trifft auf ein Land, das bereits seit Wochen unter Trockenheit leidet. Nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg war schon der Juni 2026 außergewöhnlich trocken. Landesweit fielen damals im Mittel lediglich 46 Millimeter Niederschlag. Das war weniger als die Hälfte des langjährigen Juni-Mittels von 104 Millimetern. Zugleich war der Juni mit einer Mitteltemperatur von 20 Grad der zweitwärmste seit Beginn der entsprechenden Messreihe im Jahr 1961.

Die Folgen zeigten sich an Böden, Vegetation und Gewässern. Die LUBW hatte bereits im Juli von einer verschärften Niedrigwasserlage an zahlreichen Flüssen und Bächen berichtet. Hohe Verdunstung und geringe Niederschläge verstärkten außerdem den Trockenstress der Vegetation. Der aktuelle Niedrigwasser-Dienst weist weiterhin zahlreiche Messstellen mit niedrigen Wasserständen aus.

Landwirtschaft spürt die Folgen der langen Trockenphase

Auch in der Landwirtschaft sind Auswirkungen sichtbar. Nach Angaben des baden-württembergischen Landwirtschaftsressorts wurden die zunächst hohen Erwartungen an die Ernte 2026 durch außergewöhnliche Hitze und ausbleibende Niederschläge gedämpft. Bei später abreifenden Kulturen kam es teilweise zu einer verkürzten Kornfüllung, Notreife, geringeren Kornzahlen und kleineren Körnern. Für die Maisernte gibt das Landwirtschaftliche Zentrum Baden-Württemberg inzwischen besondere Hinweise zum Umgang mit der aktuellen Trockenheit.

Regional wurden außerdem Einschränkungen bei Wasserentnahmen verhängt. Im Landkreis Ludwigsburg gilt beispielsweise seit Anfang Juli ein Verbot für Wasserentnahmen aus Bächen, Flüssen und Seen. Dort wurden im August wegen der Trockenheit auch Sonderregelungen für Futtermittel im ökologischen Landbau veröffentlicht.

Einzelne Gewitter beenden die Dürre nicht

Eine feste Regenmenge, ab der die Trockenheit in ganz Baden-Württemberg beendet wäre, lässt sich nicht seriös angeben. Entscheidend sind Bodenart, Ausgangsfeuchte, Region, Vegetation und die zeitliche Verteilung des Niederschlags. Kurzer Starkregen kann oberflächlich abfließen und trägt dann deutlich weniger zur Auffüllung tiefer Bodenschichten und des Grundwassers bei als länger anhaltender Landregen.

Für eine nachhaltige Entspannung wären deshalb verbreitete und wiederholte Niederschläge über einen längeren Zeitraum günstiger als einzelne Gewitter. Dass örtlich 20 oder mehr Liter pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit fallen können, bedeutet nicht, dass sich die landesweite Niedrigwasser- und Trockenheitslage entsprechend verbessert. Gerade tiefere Bodenschichten und Grundwasser reagieren wesentlich langsamer.

Waldbrandgefahr sinkt nur dort, wo ausreichend Regen fällt

Auch die Waldbrandgefahr hängt stark davon ab, wie flächig und nachhaltig der Regen ausfällt. Nach Angaben der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt spielt die Trockenheit der Streu- und Humusschichten eine wichtige Rolle für die Entstehung und Ausbreitung von Waldbränden. Im Sommer steigt das Risiko bei länger anhaltender Trockenheit deutlich.

Lokaler Starkregen kann die Gefahr vorübergehend reduzieren. Wo jedoch nur wenige Millimeter fallen oder der Niederschlag rasch abfließt, können Waldboden und trockenes Pflanzenmaterial weiterhin vergleichsweise trocken bleiben. Der DWD-Waldbrandgefahrenindex sollte deshalb auch nach den Gewittern regional weiter beachtet werden.

Bei Gewittern Unterführungen und Gewässer meiden

Der DWD rät während stärkerer Gewitter dazu, den Aufenthalt im Freien möglichst zu vermeiden und Schutz in festen Gebäuden zu suchen. Gewässer sollten wegen der Blitzschlaggefahr gemieden werden. Lose Gegenstände auf Balkonen, Terrassen und in Gärten sollten gesichert werden. Bei stärkeren Böen können Äste herabfallen und Gegenstände umherfliegen.

Bei Starkregen besteht zudem die Gefahr, dass Straßen und Unterführungen innerhalb kurzer Zeit überflutet werden. Autofahrer sollten überflutete Abschnitte nicht durchfahren, wenn die Wassertiefe nicht sicher einzuschätzen ist. Außerdem kann auf nassen Straßen Aquaplaning auftreten. Da Gewitter kleinräumig entstehen und sich Warnungen kurzfristig ändern können, empfiehlt sich vor Fahrten und Aktivitäten im Freien ein Blick auf die aktuellen amtlichen DWD-Warnungen.

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