Teures Tanken in Deutschland: Neue Spannungen belasten den Ölmarkt

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Kraftstoffpreise in Deutschland bleiben hoch, während die Lage auf dem internationalen Ölmarkt wieder angespannter wird. Am Freitag, 9. Oktober 2026, stieg der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent laut Reuters zum Handelsschluss auf 104,72 US-Dollar. Angriffe auf Energieanlagen, Drohungen der Huthi im Jemen und Einschränkungen wichtiger Transportwege sorgen für Unsicherheit. Trotz der seit Oktober geltenden steuerlichen Entlastung kosten Benzin und Diesel an deutschen Tankstellen weiterhin deutlich mehr als vor Beginn des Iran-Krieges. Die bisherigen Rekordwerte wurden allerdings bereits im September erreicht.

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Aktuelle Spritpreise in Deutschland am 10. Oktober

Die Spritpreise in Deutschland liegen weiterhin deutlich über der Marke von zwei Euro je Liter. Nach Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe, die das Vergleichsportal benzinpreis.de auswertet, kostete Super E10 am Samstag, 10. Oktober, um 17.09 Uhr bundesweit durchschnittlich 2,147 Euro je Liter. Für Super E5 wurden 2,204 Euro und für Diesel 2,268 Euro ermittelt. Bei diesen Angaben handelt es sich um eine Momentaufnahme, da sich die Tankstellenpreise im Tagesverlauf verändern.

Die jüngste veröffentlichte Wochenauswertung des ADAC vom 7. Oktober hatte für Super E10 einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,126 Euro und für Diesel von 2,233 Euro ausgewiesen. Gegenüber der Vorwoche waren beide Kraftstoffsorten damals deutlich günstiger geworden. Der Automobilclub stellte allerdings fest, dass die steuerliche Entlastung insbesondere beim Benzin noch nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben worden sei.

Rekordpreise für Benzin und Diesel stammen aus dem September

Der September 2026 war nach Angaben des ADAC der bislang teuerste Tankmonat in Deutschland. Super E10 kostete im Monatsdurchschnitt 2,266 Euro je Liter, Diesel erreichte 2,386 Euro. Damit übertrafen beide Kraftstoffsorten ihre bisherigen monatlichen Höchstwerte.

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Auch die teuersten einzelnen Tage fielen in den September. Am 16. September erreichte Super E10 einen bundesweiten Tagesdurchschnitt von 2,314 Euro. Bei Diesel lag der bisherige Höchstwert am 17. September bei 2,471 Euro. Die aktuellen Preise vom 10. Oktober liegen unter diesen Rekordwerten.

Beschädigte Ölpipeline in Saudi-Arabien verschärfte die Lage

Eine wesentliche Belastung für den Ölmarkt sind die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten. Besonders wichtig ist die saudische East-West-Pipeline, die Erdöl zu Exportanlagen am Roten Meer transportiert. Sie ermöglicht Saudi-Arabien, einen Teil seiner Ölausfuhren an der Straße von Hormus vorbeizuleiten. Der Schiffsverkehr durch diese Meerenge ist seit Beginn des Iran-Krieges erheblich beeinträchtigt.

Am 11. September wurde die Pipeline nach einem Drohnenangriff zeitweise stillgelegt. Saudi-Arabien und der Irak erklärten, dass der Angriff aus dem Irak gekommen sei. An der Anlage entstanden Schäden. Anfang Oktober war die Leitung wieder in Betrieb. Am 6. Oktober erklärte der saudische Energieminister Abdulaziz bin Salman, dass erneut große Ölmengen über die Verbindung transportiert würden.

Gleichzeitig verschärfen die Huthi im Jemen die Sicherheitslage. Die Gruppe hat ihre Angriffe auf Saudi-Arabien verstärkt und erneut mit Angriffen auf Ölanlagen gedroht. Auch die Schifffahrt im Roten Meer und an der Meerenge Bab al-Mandab ist von den Auseinandersetzungen betroffen. Der Angriff auf die saudische Pipeline und die Drohungen der Huthi sind dabei getrennte Vorgänge. Eine Beteiligung der Huthi an dem Pipelineangriff vom September ist nicht belegt.

Ölpreis steigt auf mehr als 104 Dollar je Barrel

Die internationalen Rohölpreise haben zuletzt wieder angezogen. Laut Reuters lag der Preis für Brent-Futures zum Handelsschluss am Freitag, 9. Oktober 2026, bei 104,72 US-Dollar je Barrel. Das entsprach einem Tagesanstieg von 44 US-Cent beziehungsweise 0,42 Prozent. Die amerikanische Rohölsorte West Texas Intermediate kostete laut Reuters zum Handelsschluss am Freitag, 9. Oktober 2026, 91,85 Dollar je Barrel.

Neben den Risiken für die Öltransporte aus dem Nahen Osten wirkten sich Produktionsausfälle in den USA auf die Preisentwicklung aus. Wegen des Hurrikans Isaias stellten zahlreiche Unternehmen im Golf von Mexiko ihre Förderung vorübergehend ein. Zugleich führten diplomatische Signale zu möglichen Gesprächen zwischen den USA und dem Iran zeitweise zu sinkenden Ölnotierungen. Insgesamt blieb der Markt von starken Schwankungen geprägt.

Warum hohe Ölpreise nicht allein die Tankstellenpreise erklären

Der Rohölpreis ist ein wesentlicher Bestandteil der Kraftstoffkosten, bestimmt aber nicht allein den Preis an der Zapfsäule. Auch Raffineriekosten, Transport, Steuern, Wechselkurse und die Wettbewerbssituation spielen eine Rolle. Da Rohöl international überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, kann ein schwächerer Euro die Beschaffung zusätzlich verteuern.

Der ADAC hatte bereits Anfang Oktober darauf hingewiesen, dass sich das außergewöhnlich hohe Preisniveau nicht vollständig mit der Rohölentwicklung erklären lasse. Ein Vergleich mit dem Frühjahr zeigte, dass Super E10 zeitweise trotz höherer Ölnotierungen günstiger gewesen war als im September.

Für die weitere Entwicklung der Kraftstoffpreise bleiben deshalb mehrere Faktoren relevant. Dazu gehören der Verlauf des Iran-Krieges, die Sicherheit der Öltransporte am Persischen Golf und im Roten Meer sowie die Versorgung der europäischen Raffinerien. Die erneuten Spannungen treffen auf einen Kraftstoffmarkt, dessen Preise auch nach den jüngsten Rückgängen deutlich über dem Niveau vor Kriegsbeginn liegen.

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