
Am Samstag beginnt in München das Oktoberfest 2026. Um 12 Uhr soll Oberbürgermeister Dominik Krause in der Festhalle Schottenhamel das erste Fass anzapfen und damit das 191. Oktoberfest offiziell eröffnen. Für Krause ist es der erste Wiesn-Anstich als Münchner Oberbürgermeister. Nach der traditionellen Zeremonie geben zwölf Böllerschüsse den Bierausschank in den Festzelten frei.
Die Festzelte öffnen am Eröffnungstag bereits um 9 Uhr. Ab 10 Uhr dürfen alkoholfreie Getränke und kleine Speisen ausgegeben werden, Bier allerdings erst nach dem Anstich um 12 Uhr. Auch die Fahrgeschäfte nehmen am Samstag um 12 Uhr ihren Betrieb auf.
Die Wiesn dauert in diesem Jahr 16 Tage. Sie beginnt am Samstag, 19. September, und endet am Sonntag, 4. Oktober. Das Festareal umfasst nach Angaben der Stadt 34,5 Hektar, darunter 3,5 Hektar für die Oide Wiesn. Insgesamt wurden für 2026 478 Betriebe zugelassen, bei der Stadt waren 954 Bewerbungen eingegangen. Rund 13.000 Menschen arbeiten während des Oktoberfests auf dem Gelände.
Auf der Wiesn stehen 17 große und 21 kleine Festzelte. 14 der großen Zelte befinden sich auf dem klassischen Festgelände, drei auf der Oidn Wiesn. Die gastronomischen Betriebe verfügen insgesamt über rund 120.000 Plätze.
Für Besucher wird auch das Oktoberfest 2026 teurer. Eine Maß Festbier kostet je nach Betrieb zwischen 14,80 und 15,90 Euro. In den großen Festzelten reicht die Spanne von 14,90 bis 15,90 Euro. Im vergangenen Jahr lagen die Preise noch zwischen 14,50 und 15,80 Euro. Der durchschnittliche Bierpreis steigt nach Angaben der Stadt um 2,38 Prozent.
Im Durchschnitt liegt der Preis für eine Maß 2026 bei 15,61 Euro. Damit setzt sich der langfristige Preisanstieg fort. Die Stadt legt die Preise allerdings nicht selbst fest. Sie werden von Wirten und Brauereien kalkuliert, die Landeshauptstadt prüft ihre Angemessenheit. Ausgeschenkt werden die Oktoberfestbiere der sechs Münchner Brauereien Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten.
Zu den auffälligsten Neuerungen gehören drei Fahrgeschäfte, die erstmals auf dem Oktoberfest vertreten sind. Das Chaos Pendel erreicht nach Angaben der Stadt eine Höhe von bis zu 42 Metern und Geschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometern pro Stunde. Beim Shake and Roll können sich die Gondeln während der Fahrt frei überschlagen. Das neue Laufgeschäft Fisherman’s erstreckt sich über drei Etagen und kombiniert einen Parcours mit Kulissen und Wassereffekten.
Auch bei den gastronomischen Betrieben gibt es Veränderungen. Bartls Flößerstadl ersetzt die bisherigen Münchner Stubn und bietet 398 Gästen Platz. Bodos Cafézelt wurde als Holzkonstruktion neu gebaut. Im Paulaner-Festzelt übernehmen Christine und Lorenz Stiftl als neues Wirtepaar. Auf der Oidn Wiesn startet die Schützenlisl mit einem neuen Wirtetrio.
Für den Zugang gelten umfangreiche Sicherheitsregeln. Rucksäcke und große Taschen mit einem Volumen von mehr als drei Litern dürfen grundsätzlich nicht auf das Festgelände mitgenommen werden. Kleine Handtaschen sind erlaubt. Ausnahmen sind etwa für medizinische Ausrüstung vorgesehen. Glasflaschen sind ebenfalls verboten. Kinderwagen dürfen täglich ab 18 Uhr nicht auf das Gelände, an den drei Samstagen gilt das Verbot ganztägig.
Messer und andere gefährliche Gegenstände sind nicht nur auf dem eigentlichen Festgelände verboten. Die Verbotszone umfasst auch Teile des direkten Umfelds zwischen innerem und mittlerem Sperrring. Die Polizei kann dort Stichproben und einzelfallbezogene Kontrollen durchführen. Rund um die Theresienwiese gelten zudem mehrere Verkehrssperrringe. Die Stadt empfiehlt die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
Das Kreisverwaltungsreferat ist mit rund 240 Beschäftigten teilweise im Schichtbetrieb auf dem Gelände und in dessen Umgebung eingesetzt. Die Sanitätsstation im Servicezentrum ist rund um die Uhr besetzt und verfügt über mehr als 70 Liegeplätze. In der höchsten Vorhaltestufe können dort gleichzeitig 150 Einsatzkräfte einschließlich zehn Ärztinnen und Ärzten arbeiten. Neu hinzu kommt ein vierter Sanitätscontainer am Familienplatzl.
Eine weitere Änderung betrifft den Umgang mit großen Besucherströmen. In den bisherigen Räumen des Fundbüros wurde eine Koordinierungsstelle eingerichtet, von der aus die Auslastung auf dem Gelände beobachtet werden kann. Das Fundbüro selbst befindet sich nun im Deutschen Museum Verkehrszentrum neben der Theresienwiese.
2025 kamen nach der vorläufigen Schlussbilanz rund 6,5 Millionen Besucher auf das Oktoberfest. Ein Jahr zuvor waren es etwa 6,7 Millionen. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr 2023 mit rund 7,2 Millionen Gästen. Allerdings dauerte die Wiesn damals 18 Tage und damit zwei Tage länger als 2026.
Die Zahlen verdeutlichen die Größenordnung des Festes. Allein 2025 bezifferten die Wirte den Bierkonsum auf rund 6,5 Millionen Maß. Im Jahr davor waren es rund sieben Millionen. Der überwiegende Teil der Gäste kam auch 2025 aus München und dem Umland, im Durchschnitt lag der Anteil internationaler Besucher nach Angaben der Stadt bei rund 21 Prozent.
Von der Wiesn profitieren weit mehr Betriebe als die Wirte und Schausteller auf der Theresienwiese. Die jüngste veröffentlichte Berechnung der Stadt bezog sich auf das Oktoberfest 2025 und setzte dessen Wirtschaftswert bei rund 1,57 Milliarden Euro an. Dabei handelte es sich um eine vor dem Fest erstellte Modellrechnung, nicht um nachträglich gemessenen Umsatz.
Die Stadt kalkulierte dabei mit gut 634 Millionen Euro an Ausgaben direkt auf dem Festgelände. Weitere rund 338 Millionen Euro entfielen in der Modellrechnung auf Einkäufe und Dienstleistungen auswärtiger Besucher in München. Für Übernachtungen und Gastronomie außerhalb der Wiesn wurden knapp 599 Millionen Euro angesetzt.
Damit ist das Oktoberfest nicht nur eines der weltweit bekanntesten Volksfeste, sondern auch ein bedeutender Faktor für Münchens Hotellerie, Gastronomie, Handel und Verkehrsunternehmen. Ab diesem Samstag beginnt die nächste 16-tägige Ausgabe auf der Theresienwiese.
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