Finnland genehmigt Atommüll-Endlager in 430 Metern Tiefe

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Symbolbild mit KI erstellt

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Finnland hat einen entscheidenden Schritt bei der Entsorgung hochradioaktiver Abfälle geschafft. Die Regierung erteilte am Donnerstag, 22. Oktober 2026, die Betriebsgenehmigung für das Endlager Onkalo. Damit erhält erstmals weltweit eine Anlage zur dauerhaften unterirdischen Lagerung abgebrannter Kernbrennstoffe eine solche Genehmigung. Während Finnland nach jahrzehntelanger Vorbereitung kurz vor dem Beginn der Einlagerung steht, sucht Deutschland weiterhin nach einem geeigneten Standort.

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Onkalo soll bis zu 6.500 Tonnen Atommüll aufnehmen

Das Endlager Onkalo befindet sich bei Olkiluoto in der südwestfinnischen Gemeinde Eurajoki. Rund 430 Meter unter der Erdoberfläche sollen dort künftig verbrauchte Brennelemente aus den finnischen Kernkraftwerken Olkiluoto und Loviisa dauerhaft eingeschlossen werden. Die Anlage ist für bis zu 6.500 Tonnen abgebrannten Kernbrennstoffs, gemessen an der Uranmasse, ausgelegt. Das entspricht nach Angaben der finnischen Regierung ungefähr 3.300 Endlagerbehältern.

Die Brennelemente werden zunächst in einer oberirdischen Anlage in spezielle Behälter aus Kupfer mit einem Einsatz aus Gusseisen verpackt. Anschließend gelangen sie über einen Schacht in das unterirdische Tunnelsystem. Dort werden die Behälter in Bohrlöcher im Fels eingebracht und mit Bentonit umgeben. Dieser Ton quillt bei Kontakt mit Feuchtigkeit auf und bildet eine zusätzliche Schutzschicht. Gemeinsam mit den Behältern und dem umliegenden Gestein soll er verhindern, dass radioaktive Stoffe in die Umwelt gelangen.

Betriebsgenehmigung erteilt, Einlagerungsbeginn noch offen

Die Entscheidung der finnischen Regierung folgt auf eine positive Sicherheitsbewertung der Strahlenschutzbehörde STUK vom 4. August 2026. Die Behörde hatte festgestellt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für die Erteilung einer Betriebsgenehmigung erfüllt sind. Allerdings bedeutet die Entscheidung noch nicht, dass unmittelbar hochradioaktiver Abfall eingelagert werden darf.

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Zunächst muss Posiva weitere technische Prüfungen und Inbetriebnahmetests abschließen. Auch die abschließende Kontrolle durch STUK steht noch aus. Einen verbindlichen Termin für den Beginn der regulären Einlagerung hat das Unternehmen deshalb nicht genannt.

Die Vorbereitung des finnischen Endlagers erstreckt sich über mehr als vier Jahrzehnte. Bereits im Jahr 2000 fiel eine grundlegende Standortentscheidung zugunsten von Olkiluoto. 2004 begannen die Arbeiten an der unterirdischen Forschungsanlage, aus der später das Endlager hervorging. Die eigentliche Einlagerung soll sich über viele Jahrzehnte erstrecken. Nach bisherigen Planungen könnte der gesamte Prozess bis in die 2120er-Jahre dauern.

Deutschland sucht noch immer nach einem Endlagerstandort

In Deutschland ist die dauerhafte Entsorgung hochradioaktiver Abfälle dagegen weiterhin ungeklärt. Zwar wurde der Betrieb der letzten deutschen Kernkraftwerke bereits im April 2023 beendet, für die abgebrannten Brennelemente gibt es aber noch keinen endgültigen Lagerort. Sie werden bislang in Zwischenlagern aufbewahrt.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) untersucht den geologischen Untergrund Deutschlands auf geeignete Standorte. Ausgangspunkt waren 90 Teilgebiete, die im Jahr 2020 ausgewiesen wurden und rund 54 Prozent der Landesfläche umfassten. Durch weitere Untersuchungen wurde die Fläche, die noch näher betrachtet wird, inzwischen auf ungefähr ein Viertel Deutschlands eingegrenzt. Verbindlich abgeschlossen ist diese Auswahl noch nicht.

Am 27. Oktober 2026 will die BGE einen neuen Zwischenstand veröffentlichen. Bis Ende 2027 sollen konkrete Standortregionen für weiterführende Untersuchungen vorgeschlagen werden. Erst danach folgen zusätzliche Prüfungen und die weiteren gesetzlich vorgesehenen Schritte bis zur endgültigen Standortentscheidung.

Standortentscheidung in Deutschland erst zur Jahrhundertmitte erwartet

Der ursprüngliche deutsche Zeitplan sah vor, bis 2031 einen Endlagerstandort zu bestimmen. Inzwischen geht das Bundesumweltministerium nach Angaben der BGE davon aus, dass diese Entscheidung erst etwa zur Mitte des Jahrhunderts fallen dürfte. Anschließend müssen Genehmigung und Bau des Endlagers erfolgen.

Deutschland untersucht dafür drei mögliche Gesteinsarten: Steinsalz, Tongestein und Kristallingestein. Maßgeblich ist, welcher Standort hochradioaktive Abfälle nach den gesetzlichen Sicherheitsanforderungen für eine Million Jahre einschließen kann. Die Entscheidung soll auf wissenschaftlicher Grundlage und unter Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgen.

Mit der Genehmigung von Onkalo erreicht Finnland einen Meilenstein, den bislang kein anderes Land bei der geologischen Endlagerung abgebrannter Kernbrennstoffe erreicht hat. Ob und wann die ersten Behälter tatsächlich eingelagert werden können, hängt nun von den abschließenden Sicherheitsprüfungen ab. Deutschland steht dagegen noch vor der grundlegenden Entscheidung, wo ein solches Endlager überhaupt entstehen soll.

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