OpenAI könnte Sicherheitsfirma übernehmen: Cyber-Aktien unter Druck

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der KI-Entwickler OpenAI könnte sein Geschäft im Bereich Cybersicherheit durch eine Übernahme ausbauen. Im Mittelpunkt steht das US-Unternehmen Trail of Bits, mit dem OpenAI bereits zusammenarbeitet. Ein Bericht über mögliche Übernahmegespräche hat an der Börse Sorgen vor neuer Konkurrenz für etablierte Sicherheitsanbieter verstärkt. Aktien von CrowdStrike und anderen Unternehmen der Branche verzeichneten deutliche Verluste.

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OpenAI soll Übernahme von Trail of Bits prüfen

Nach Informationen des US-Technologiemagazins The Information vom 13. Oktober 2026 führt OpenAI erste Gespräche über den Kauf von Trail of Bits. Die Veröffentlichung beruft sich auf mit den Vorgängen vertraute Personen. Die Gespräche befänden sich demnach noch in einem frühen Stadium. Auch ein Scheitern sei möglich.

Weder ein Kaufpreis noch konkrete Vertragsbedingungen wurden bekannt. Eine verbindliche Übernahmevereinbarung war bis Freitag, 16. Oktober, nicht öffentlich bestätigt.

Trail of Bits ist auf die Untersuchung von Software auf Sicherheitslücken spezialisiert. Das Unternehmen entwickelt Werkzeuge zur Sicherheitsanalyse und unterstützt insbesondere Open-Source-Projekte dabei, Schwachstellen zu erkennen und zu beseitigen.

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OpenAI und Trail of Bits arbeiten bereits zusammen

Eine geschäftliche Verbindung besteht schon seit Juni 2026. Damals starteten OpenAI und Trail of Bits die gemeinsame Initiative „Patch the Planet“. Dabei werden KI-Modelle eingesetzt, um Sicherheitslücken in weitverbreiteter Open-Source-Software aufzuspüren und bei deren Behebung zu helfen.

Zu den untersuchten Projekten gehören unter anderem Python, das Programmiersprachen-Ökosystem Go und die Netzwerksoftware cURL. Fachleute von Trail of Bits prüfen die KI-generierten Ergebnisse und entwickeln gemeinsam mit den Verantwortlichen der Projekte geeignete Korrekturen.

Nach Angaben der beiden Unternehmen konnten bereits in der Anfangsphase zahlreiche Fehler identifiziert und erste Verbesserungen in Softwareprojekte übernommen werden. Die Kooperation zeigt, dass OpenAI bereits über konkrete Aktivitäten in der Cybersecurity verfügt.

CrowdStrike-Aktie verliert deutlich an Wert

Die Berichte über eine mögliche Übernahme treffen auf einen angespannten Markt für Cybersicherheits-Aktien. Anleger beschäftigen sich zunehmend mit der Frage, ob große KI-Unternehmen künftig eigene Sicherheitsprodukte anbieten und damit etablierten Anbietern Konkurrenz machen könnten.

Die CrowdStrike-Aktie schloss am Mittwoch, 14. Oktober 2026, bei 249,29 US-Dollar. Das entsprach einem Tagesverlust von 4,56 Prozent. Quelle ist MarketWatch mit dem Schlusskurs des regulären US-Handels um 16 Uhr New Yorker Zeit.

Am Freitag setzte sich der Kursrückgang fort. Nach Kursdaten von FinancialContent notierte CrowdStrike am 16. Oktober um 15.21 Uhr New Yorker Zeit bei 226,39 US-Dollar und damit rund 7,43 Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages.

Auch Palo Alto Networks, Fortinet, Okta und Zscaler standen im Verlauf der Woche unter Druck. Allerdings lässt sich der Kursrückgang nicht allein mit den möglichen Übernahmegesprächen erklären. Am Freitag belasteten zusätzlich eine bekannt gewordene Sicherheitslücke bei Palo Alto Networks und die allgemeine Schwäche von Technologieaktien das Marktumfeld.

CrowdStrike ist zugleich Partner von OpenAI

Die mögliche Konkurrenz zwischen KI-Entwicklern und klassischen Sicherheitsanbietern ist nicht die einzige Entwicklung. CrowdStrike arbeitet selbst mit OpenAI zusammen.

Anfang September kündigten beide Unternehmen eine erweiterte Kooperation an. Dabei soll die Sicherheitsplattform Falcon unter anderem KI-Agenten von OpenAI schützen und Funktionen spezialisierter KI-Modelle für die Analyse von Cyberrisiken nutzen.

Am 29. September folgte die Ankündigung, dass Geschäftskunden die Falcon-Plattform auch über den OpenAI Marketplace beziehen können.

Damit bestehen bereits wirtschaftliche Verbindungen zwischen OpenAI und einem der Unternehmen, deren Aktien unter den jüngsten Wettbewerbssorgen gelitten haben.

KI verändert den Wettbewerb in der Cybersicherheit

Der mögliche Kauf von Trail of Bits fügt sich in eine Entwicklung ein, bei der künstliche Intelligenz zunehmend für die Suche nach Softwarefehlern, die Bewertung von Sicherheitsrisiken und die Entwicklung von Korrekturen eingesetzt wird.

OpenAI hat mit seinem Programm Daybreak und spezialisierten Sicherheitsmodellen bereits entsprechende Technologien vorgestellt. Eine Übernahme von Trail of Bits könnte diese Fähigkeiten um zusätzliche Forschungskapazitäten und praktische Erfahrung bei Sicherheitsprüfungen ergänzen.

Ob daraus ein eigenständiger Wettbewerber für umfassende Sicherheitsplattformen wie CrowdStrike Falcon entstehen würde, ist bislang offen. Die vorhandenen Kooperationen zeigen zugleich, dass KI-Unternehmen und etablierte Sicherheitsanbieter sowohl potenzielle Konkurrenten als auch Geschäftspartner sein können.

Zunächst bleibt die mögliche Übernahme von Trail of Bits eine nicht offiziell bestätigte Entwicklung. Konkrete Angaben zu einem Abschluss oder einem möglichen Kaufpreis liegen nicht vor.

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