Paul Gauselmann ist tot: Gründer der Merkur Group mit 91 Jahren gestorben

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Paul Gauselmann ist tot. Der Gründer der Merkur Group starb am Freitag, 21. August 2026, im Alter von 91 Jahren. Die Unternehmensgruppe bestätigte seinen Tod. Gauselmann hatte das Unternehmen über Jahrzehnte geprägt und aus einem kleinen Betrieb einen international tätigen Glücksspielkonzern aufgebaut.

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Gauselmann wurde am 26. August 1934 geboren und stand bis zu seinem Rückzug im Jahr 2024 an der Spitze seines Unternehmens. Zu diesem Zeitpunkt war er 90 Jahre alt. Nach 67 Jahren an der Spitze übergab er den Vorstandsvorsitz an Lars Felderhoff. Sein Sohn Michael Gauselmann übernahm zugleich den Vorsitz des Aufsichtsrats und der Gauselmann Familienstiftung. Damit war die Nachfolge bereits vor dem Tod des Firmengründers geregelt.

Vom Musikautomaten zum internationalen Konzern

Die unternehmerische Geschichte Gauselmanns begann 1957. Zunächst baute er neben seiner beruflichen Tätigkeit ein Geschäft mit Musikautomaten auf. Aus diesem Nebenerwerb entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten ein breit aufgestelltes Unternehmen. 1964 machte Gauselmann den Schritt in die vollständige Selbstständigkeit.

Ein wichtiger Meilenstein folgte 1974 mit der Eröffnung der ersten eigenen Spielstätte in Delmenhorst. Drei Jahre später kam mit dem Merkur B ein von seinem Unternehmen entwickeltes Geldspielgerät auf den Markt. Die Marke Merkur wurde zum prägenden Bestandteil des späteren Konzerns.

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In den folgenden Jahrzehnten weitete Gauselmann das Geschäft deutlich aus. Die Unternehmensgruppe entwickelte und produzierte Spielautomaten, betrieb Spielstätten und Spielbanken und baute Aktivitäten in weiteren Bereichen des Glücksspielmarktes auf. Auch die internationale Expansion wurde zu einem wichtigen Teil der Unternehmensentwicklung. Die erste Spielstätte außerhalb Deutschlands eröffnete 1986 in Amsterdam.

Die Merkur Group nach Gauselmanns Rückzug

Der Abschied Gauselmanns aus der Konzernführung war bereits 2024 vollzogen worden. Die damalige Umbenennung der Gauselmann Gruppe in Merkur Group markierte zugleich einen sichtbaren Schritt in der Entwicklung des Unternehmens. Lars Felderhoff übernahm den Vorstandsvorsitz der Holding Merkur.com AG. Michael Gauselmann wurde Vorsitzender des Aufsichtsrats und der Gauselmann Familienstiftung.

Die Eigentümerstruktur war bereits zuvor langfristig auf Kontinuität ausgerichtet worden. 2016 wurden die Anteile der Gauselmann Familie in die Gauselmann Familienstiftung eingebracht. Sie ist alleinige Eigentümerin der Merkur Group. Der Tod des Gründers verändert damit nicht grundsätzlich die Eigentumsstruktur des Konzerns.

Die Merkur Group beschäftigt nach eigenen Angaben fast 15.000 Menschen. Das Unternehmen ist heute international tätig und umfasst unter anderem die Entwicklung und Produktion von Glücksspielautomaten, Spielstätten, Spielbanken sowie Angebote im Bereich Sportwetten und Online Gaming. Der Konzern bezeichnet sich als einen der führenden Anbieter der internationalen Gamingbranche.

Einfluss auf die deutsche Automatenbranche

Gauselmann war nicht nur Unternehmer, sondern über Jahrzehnte auch Interessenvertreter der Automatenwirtschaft. Er engagierte sich in Branchenverbänden und war 28 Jahre lang Vorsitzender des Verbands der Deutschen Automatenindustrie. Insgesamt prägte er die Verbandsarbeit über mehrere Jahrzehnte.

Sein Einfluss reichte damit über die Entwicklung der eigenen Unternehmensgruppe hinaus. Die gewerbliche Automatenwirtschaft veränderte sich während seiner beruflichen Laufbahn grundlegend. Aus einem zunächst stark von mechanischen und später elektronischen Geräten geprägten Geschäft entstand eine international vernetzte Branche mit Spielstätten, Spielbanken, digitalen Angeboten und eigener Geräteentwicklung.

Gauselmann war dabei zugleich eine umstrittene und einflussreiche Figur des deutschen Glücksspielgeschäfts. Sein Unternehmen profitierte von der wachsenden Professionalisierung und Internationalisierung der Branche, musste sich aber ebenso wie andere Anbieter mit staatlicher Regulierung und den politischen Debatten über Glücksspiel und Spielerschutz auseinandersetzen.

Auszeichnungen und gesellschaftliches Engagement

Für seine Leistungen wurde Gauselmann mehrfach ausgezeichnet. 2003 erhielt er das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Im Jahr darauf wurde er zum Ehrenbürger von Espelkamp und Lübbecke ernannt.

Auch außerhalb seines Unternehmens engagierte sich Gauselmann über viele Jahre. Gemeinsam mit seiner Frau Karin unterstützte er Projekte aus den Bereichen Soziales, Kultur, Sport und Gesundheit. Die Paul und Karin Gauselmann Stiftung setzte diesen Schwerpunkt fort. Noch im Sommer 2026 wurden unter ihrem Namen verschiedene Förderungen und Spenden bekannt.

Zum 90. Geburtstag im August 2024 würdigte die Merkur Group die Lebensleistung ihres Gründers. Im selben Jahr zog sich Gauselmann nach 67 Jahren aus der Konzernspitze zurück. Der Schritt stand für einen Generationswechsel, der den Fortbestand des Familienunternehmens unabhängig von seiner persönlichen Rolle sichern sollte.

Das Ende einer Unternehmerära

Mit dem Tod Paul Gauselmanns endet die persönliche Geschichte eines Unternehmers, dessen Name über Jahrzehnte eng mit der deutschen Automatenwirtschaft verbunden war. Sein beruflicher Weg führte von Musikautomaten und einem kleinen nebenberuflichen Gewerbe zu einem internationalen Konzern.

Die Merkur Group wird inzwischen von einer neuen Führungsgeneration geleitet. Die organisatorischen Grundlagen für diesen Übergang waren bereits vor Gauselmanns Tod geschaffen worden. Seine unternehmerische Rolle ist damit abgeschlossen, während die von ihm aufgebaute Unternehmensgruppe unter dem Namen Merkur Group weitergeführt wird.

Paul Gauselmann starb am 21. August 2026, wenige Tage vor seinem 92. Geburtstag. Er wurde 91 Jahre alt.

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