PayPal unter Druck: Übernahmefantasie verschwindet vom Markt

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Aussicht auf eine milliardenschwere Übernahme von PayPal hat einen schweren Dämpfer erhalten. Ein Konsortium aus dem Finanzinvestor Advent International und dem Zahlungsdienstleister Stripe verfolgt die Übernahme des US-Konzerns nicht länger, wie Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen meldete. Auch Axios bestätigte den Rückzug unter Berufung auf eigene Quellen. Eine offizielle Mitteilung von PayPal, Stripe oder Advent lag zunächst nicht vor. Vertreter der Unternehmen hatten sich zu den Berichten nicht geäußert.

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An der Börse fiel die Reaktion deutlich aus. Reuters meldete am Freitag gegen 11.30 Uhr MESZ einen vorbörslichen Rückgang der PayPal-Aktie um rund 13 Prozent. Der Kurs geriet damit wieder deutlich unter die Marke, die zuletzt als möglicher Übernahmepreis im Raum gestanden hatte.

Angebot über rund 53 Milliarden Dollar reichte PayPal nicht

Stripe und Advent hatten im Juli Berichten zufolge 60,50 Dollar je PayPal-Aktie geboten. Damit wäre das Unternehmen mit ungefähr 53 Milliarden Dollar bewertet worden. PayPal hielt die Offerte demnach für nicht ausreichend. Die Gespräche waren anschließend jedoch nicht vollständig beendet worden. Noch Mitte August wurde über fortgesetzte Verhandlungen und die Möglichkeit eines verbesserten Angebots berichtet.

Inzwischen hatte sich die Ausgangslage an der Börse deutlich verändert. Am Donnerstag, 27. August, schloss die PayPal-Aktie an der Nasdaq bei 61,47 Dollar. Damit lag der Marktpreis sogar oberhalb der zuvor genannten Offerte von 60,50 Dollar. Die Marktkapitalisierung lag zu diesem Zeitpunkt bei rund 52 bis 53 Milliarden Dollar.

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Die PayPal Übernahme durch Stripe und Advent hätte zu den größten Transaktionen in der Geschichte der Finanztechnologiebranche gehört. Mit dem berichteten Rückzug verschwindet nun ein wesentlicher Faktor, der den Aktienkurs in den vergangenen Wochen gestützt hatte. Reuters zufolge war die Aktie seit dem ersten Bekanntwerden des Angebots zeitweise um rund 30 Prozent gestiegen.

PayPal ist operativ weiterhin ein Zahlungsriese

Der Börsenwert von PayPal ist heute nur noch ein Bruchteil früherer Höchststände. Während des Booms digitaler Bezahldienste in der Corona-Pandemie war das Unternehmen zeitweise mit mehreren Hundert Milliarden Dollar bewertet worden. Mit der Normalisierung des Onlinehandels und stärkerem Wettbewerb änderte sich die Wahrnehmung an den Finanzmärkten deutlich. Zu den Konkurrenten gehören neben klassischen Zahlungsnetzwerken auch digitale Bezahllösungen von Apple und Google sowie spezialisierte Anbieter wie Stripe.

Die operative Größenordnung bleibt dennoch erheblich. Im zweiten Quartal 2026 wickelte PayPal ein Zahlungsvolumen von 486,4 Milliarden Dollar ab. Gegenüber dem Vorjahresquartal entsprach das einem Plus von zehn Prozent. Die Zahl der Zahlungstransaktionen erhöhte sich um acht Prozent auf 6,8 Milliarden. Ende Juni verfügte PayPal nach eigener Definition über 439 Millionen aktive Konten.

Der Umsatz lag im zweiten Quartal bei 8,68 Milliarden Dollar und damit fünf Prozent über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig zeigt die Ergebnisentwicklung, weshalb Anleger den weiteren Umbau des Unternehmens genau verfolgen. Das operative Ergebnis nach US-Rechnungslegung sank um fünf Prozent auf rund 1,4 Milliarden Dollar. Die operative Marge ging um 1,71 Prozentpunkte auf 16,4 Prozent zurück. Der Gewinn je Aktie sank auf GAAP-Basis um drei Prozent auf 1,25 Dollar.

Damit wächst das abgewickelte Zahlungsvolumen deutlich stärker als zentrale Ergebniskennzahlen. Diese Entwicklung gehört zu den Herausforderungen für PayPal, weil nicht allein die Größe des Zahlungsverkehrs zählt, sondern auch die Frage, wie profitabel einzelne Transaktionen und Produkte für das Unternehmen sind.

Niedrige Bewertung spiegelt Zweifel am Wachstum wider

Die Bewertung an der Börse zeigt, wie stark sich die Erwartungen an PayPal seit den Hochzeiten des Unternehmens verändert haben. Am 27. August lag die Marktkapitalisierung bei rund 52,3 Milliarden Dollar. Ende 2020 hatte sie nach historischen Marktdaten noch bei rund 274 Milliarden Dollar gelegen.

Das macht PayPal einerseits für mögliche Käufer interessant. Andererseits reicht ein niedriger Börsenwert allein nicht aus, um eine Übernahme attraktiv zu machen. Bei einem Geschäft dieser Größenordnung spielen Finanzierung, mögliche Schuldenaufnahme, regulatorische Genehmigungen und die Bewertung der künftigen Ertragskraft eine wesentliche Rolle.

Für PayPal selbst wird nach dem berichteten Rückzug wieder stärker die Entwicklung als eigenständiges Unternehmen in den Mittelpunkt rücken. Der Konzern versucht, profitablere Produkte stärker zu gewichten und seine Position beim digitalen Checkout gegen neue Wettbewerber zu verteidigen. Der jüngste Quartalsbericht zeigt dabei ein gemischtes Bild: Zahlungsvolumen und Umsatz wachsen weiter, die Zahl der aktiven Konten verändert sich dagegen kaum und die operative Profitabilität stand zuletzt unter Druck.

Kursrutsch nimmt einen Teil der Übernahmeprämie zurück

Der starke vorbörsliche Kursverlust vom Freitag lässt sich vor allem vor dem Hintergrund der vorausgegangenen Übernahmespekulationen einordnen. Am Donnerstag hatte die PayPal-Aktie noch bei 61,47 Dollar geschlossen. Reuters meldete am Freitag anschließend einen Rückgang von rund 13 Prozent im vorbörslichen US-Handel.

Damit bewertet der Markt PayPal wieder stärker anhand der eigenen Wachstumsperspektiven und weniger anhand eines möglichen Kaufpreises durch Stripe und Advent. Unklar blieb zunächst, ob die beiden Interessenten ihre Pläne endgültig beendet haben oder eine Transaktion unter veränderten Bedingungen zu einem späteren Zeitpunkt erneut prüfen könnten. Offiziell bestätigt war der Abbruch der Gespräche durch die beteiligten Unternehmen zunächst nicht.

Für PayPal verschiebt sich damit der Fokus zurück auf die operative Entwicklung. Mit Hunderten Millionen aktiven Konten und einem jährlichen Zahlungsvolumen in Billionenhöhe bleibt der Konzern eine der größten Plattformen der internationalen Zahlungsbranche. Die vergleichsweise niedrige Börsenbewertung zeigt jedoch gleichzeitig, dass der Kapitalmarkt für stärkeres Wachstum allein derzeit keinen hohen Aufschlag zahlt.

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