Portobello bei arte: Der Justizirrtum, der Italien erschütterte

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Am Donnerstagabend, 15. Oktober 2026, startet bei arte die sechsteilige Serie „Portobello – Unschuldig verurteilt“. Ab 22:45 Uhr zeigt der Sender die ersten drei Folgen als deutsche TV-Premiere. Regisseur Marco Bellocchio erzählt darin die Geschichte des italienischen Fernsehstars Enzo Tortora, dessen Karriere durch schwerwiegende strafrechtliche Anschuldigungen und eine spätere Fehlverurteilung erschüttert wurde. In der Hauptrolle ist Fabrizio Gifuni zu sehen. Die Handlung basiert auf einem der bekanntesten Justizirrtümer Italiens.

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Portobello bei arte: Drei Folgen am Donnerstagabend

Die Serie beginnt im Italien der frühen 1980er-Jahre. Enzo Tortora gehört zu den bekanntesten Fernsehmoderatoren des Landes. Seine Unterhaltungssendung „Portobello“ erreicht ein Millionenpublikum und macht ihn zu einer der prominentesten Persönlichkeiten des italienischen Fernsehens.

Doch sein beruflicher Erfolg gerät durch Anschuldigungen aus dem Umfeld der organisierten Kriminalität in den Hintergrund. Gegen Tortora werden Vorwürfe erhoben, die schließlich zu seiner Verhaftung führen. Die Serie zeichnet nach, wie aus einem gefeierten Fernsehmoderator ein Beschuldigter in einem umfangreichen Strafverfahren wird.

Arte zeigt die ersten drei Folgen unmittelbar hintereinander. Die Ausstrahlung beginnt am Donnerstag um 22:45 Uhr und endet in der Nacht zum Freitag um 01:55 Uhr.

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FolgeSendeterminProgrammplatz
1 von 6Donnerstag, 22:45 Uhrbis 23:50 Uhr
2 von 6Donnerstag, 23:50 Uhrbis 00:50 Uhr
3 von 6Freitag, 00:50 Uhrbis 01:55 Uhr

Die drei Episoden werden erstmals im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Die Fortsetzung mit den Folgen vier bis sechs ist für Donnerstag, 22. Oktober 2026, ab 21:45 Uhr vorgesehen.

Folge 1: Ein Fernsehstar gerät ins Visier der Ermittlungen

Die erste Episode führt in das Jahr 1982. Enzo Tortora steht auf dem Höhepunkt seiner Fernsehkarriere. Seine Sendung „Portobello“ verbindet Unterhaltung, ungewöhnliche Geschichten und Begegnungen mit Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen. Innerhalb der Serienhandlung erreicht das Format bis zu 28 Millionen Zuschauer.

Auch in italienischen Gefängnissen wird die Sendung verfolgt. Zu den Zuschauern gehört Giovanni Pandico, der in der Serie dem Umfeld der neapolitanischen Camorra zugerechnet wird.

Ein Streit um Gegenstände, die über die Fernsehsendung vermittelt werden sollten, entwickelt sich in Bellocchios Darstellung zu einem folgenreichen Konflikt. Gleichzeitig beschäftigen sich Ermittlungsbehörden mit den Strukturen der organisierten Kriminalität. Als Pandico gegenüber den Ermittlern Aussagen macht, fällt auch der Name des prominenten Moderators.

Die erste Folge stellt vor allem den Gegensatz zwischen Tortoras öffentlichem Erfolg und den Entwicklungen innerhalb eines kriminellen Milieus dar. Die historischen Anschuldigungen gegen Tortora erwiesen sich im späteren Strafverfahren nicht als tragfähig.

Folge 2: Die Verhaftung verändert Tortoras Leben

Die zweite Folge setzt im Juni 1983 ein. Polizisten erscheinen nachts in Tortoras Hotelzimmer und nehmen ihn fest. Der Moderator sieht sich mit dem Verdacht konfrontiert, Verbindungen zu einer kriminellen Organisation zu unterhalten und in Drogengeschäfte verwickelt zu sein.

Während sein Anwalt Raffaele Della Valle versucht, die Grundlage der Anschuldigungen zu klären, verbreiten sich die Vorwürfe in der Öffentlichkeit. Zeitungen und Fernsehsender beschäftigen sich intensiv mit dem prominenten Beschuldigten.

Die Serie zeigt außerdem, wie die Untersuchungshaft Tortoras persönliche Beziehungen beeinflusst. Seine Lebensgefährtin Francesca kann ihn zunächst nicht besuchen. Seine Schwester Anna versucht, den Kontakt zu ihm aufrechtzuerhalten.

Im Mittelpunkt steht die Situation eines Mannes, der seine Unschuld beteuert und gleichzeitig mit den Folgen eines schwerwiegenden strafrechtlichen Verdachts umgehen muss.

Folge 3: Die Ermittlungen und die Belastung der Haft

In der dritten Episode rücken die gesundheitlichen und persönlichen Auswirkungen der Inhaftierung stärker in den Vordergrund. Tortora leidet unter der Trennung von seiner Familie und den Bedingungen im Gefängnis.

Ein Besuch seiner Töchter bietet ihm vorübergehend Unterstützung. Gleichzeitig verändert sich die öffentliche Diskussion über seinen Fall. Während ein Teil der Öffentlichkeit weiterhin von seiner Schuld ausgeht, werden zunehmend Zweifel an den Anschuldigungen geäußert.

Parallel dazu zeigt die Serie weitere Ermittlungen gegen die Camorra. Richter Giorgio Fontana arbeitet innerhalb der Handlung an dem Verfahren, in dem Tortora als einer der Beschuldigten geführt wird.

Die dritte Folge verknüpft damit die persönliche Geschichte des Moderators mit dem Fortgang der Ermittlungen. Der weitere Verlauf des Strafverfahrens bildet den Schwerpunkt der verbleibenden drei Episoden.

Der reale Fall Enzo Tortora und seine juristischen Folgen

Der historische Hintergrund der Serie reicht bis in die 1970er-Jahre zurück. Enzo Tortora moderierte ab 1977 die italienische Unterhaltungssendung „Portobello“, die sich zu einem großen Publikumserfolg entwickelte. 1983 wurde der Fernsehmoderator im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen die neapolitanische Camorra festgenommen.

Grundlage des Verfahrens waren unter anderem belastende Aussagen aus dem Umfeld der organisierten Kriminalität. Tortora bestritt die Vorwürfe. Dennoch wurde er 1985 zu einer zehnjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Im Berufungsverfahren kam es zu einer grundlegenden Neubewertung. 1986 wurde Tortora freigesprochen. Der italienische Kassationsgerichtshof bestätigte den Freispruch 1987 endgültig. Damit endete das Strafverfahren mit seiner vollständigen Rehabilitierung hinsichtlich der erhobenen Anschuldigungen.

Tortora starb 1988. Sein Fall gilt bis heute in Italien als Beispiel für die schwerwiegenden Folgen eines Justizirrtums. Er steht zugleich für Fragen nach dem Umgang mit Zeugenaussagen, der Unschuldsvermutung und dem Einfluss öffentlicher Vorverurteilungen.

Fabrizio Gifuni übernimmt die Hauptrolle

Die Hauptfigur wird von Fabrizio Gifuni dargestellt. Der italienische Schauspieler verkörpert Enzo Tortora während dessen erfolgreicher Fernsehkarriere und des anschließenden Strafverfahrens.

Zu den weiteren Darstellern gehören Barbora Bobulova als Tortoras Schwester Anna, Romana Maggiora Vergano als Francesca Scopelliti und Lino Musella als Giovanni Pandico. Davide Mancini übernimmt die Rolle des Rechtsanwalts Raffaele Della Valle.

Weitere Rollen spielen Massimiliano Rossi als Pasquale Barra, Gianfranco Gallo als Raffaele Cutolo und Alessio Praticò als Domenico Barbaro. Die Besetzung verbindet damit Tortoras persönliches Umfeld mit den Figuren aus dem dargestellten Ermittlungsverfahren.

Regie führte Marco Bellocchio, der zugleich gemeinsam mit Stefano Bises, Giordana Mari und Peppe Fiore das Drehbuch schrieb. Bellocchio gehört zu den international bekannten italienischen Filmemachern und beschäftigt sich in seinen Werken wiederholt mit gesellschaftlichen und politischen Konflikten.

Internationale Produktion mit Drehorten in Italien

„Portobello – Unschuldig verurteilt“ entstand als italienisch-französische Koproduktion von Our Films, Kavac Film und ARTE France. Die Dreharbeiten begannen im September 2024 und endeten im März 2025.

Gedreht wurde unter anderem in Rom, Neapel, Mailand und Cagliari auf Sardinien. Damit entstanden die Aufnahmen in mehreren italienischen Regionen, die für die Geschichte und ihre zeitliche Einordnung von Bedeutung sind.

Für die Kameraarbeit war Francesco Di Giacomo verantwortlich. Francesca Calvelli übernahm den Schnitt, die Musik komponierte Teho Teardo.

Die Serie wurde bereits 2025 bei den Filmfestspielen von Venedig vorgestellt. Am 20. Februar 2026 begann die Veröffentlichung über HBO Max. Bei arte ist sie nun erstmals im deutschen linearen Fernsehen zu sehen.

Portobello in der arte-Mediathek bis April 2027

Die Serie ist auch über die Streamingplattform von arte abrufbar. Für die ersten drei Folgen gibt der Sender eine Verfügbarkeit bis zum 7. April 2027 an. Die Episoden haben laut Mediathek Laufzeiten von 68, 58 und 63 Minuten.

Die sechs Folgen bilden eine abgeschlossene Miniserie. Eine weitere Staffel ist für die Erzählung des historischen Falls nicht vorgesehen.

Mit der deutschen TV-Premiere am 15. Oktober bringt arte eine international produzierte Dramaserie ins Programm, die einen tatsächlichen Justizirrtum mit der Geschichte eines prominenten Fernsehmoderators verbindet. Der zweite Ausstrahlungsabend am 22. Oktober führt die Handlung bis zu ihrem Abschluss.

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