
Das quer-Spezial Gesichert! Wie kriegstüchtig wollen wir sein? beschäftigt sich am Donnerstagabend mit einer Frage, die durch den neuen Wehrdienst und den sicherheitspolitischen Kurs Deutschlands deutlich an Bedeutung gewonnen hat. Die 45-minütige Reportage mit quer-Reporter Philipp Potthast läuft am 10. September 2026 von 20:15 bis 21:00 Uhr im BR Fernsehen. Im Mittelpunkt stehen junge Menschen, Soldaten, ein Veteran und die Frage, welche persönliche Verantwortung Landesverteidigung für den Einzelnen bedeuten kann.
Die Sendung ist keine reguläre Ausgabe des politischen Magazins mit Christoph Süß, sondern eine eigenständige längere Reportage aus dem Umfeld von quer. Der BR führt das Spezial ohne eigene Staffelnummer, Folgennummer oder fortlaufende Episodennummer. In der ARD Mediathek ist die Produktion bereits seit Dienstag, 8. September, abrufbar. Dort soll sie nach aktuellem Stand bis zum 8. September 2028 verfügbar bleiben.
Reporter Philipp Potthast, Jahrgang 1994, nähert sich dem Thema nicht ausschließlich über politische Entscheidungen in Berlin. Die Reportage konzentriert sich vielmehr darauf, was die Debatte für Menschen bedeutet, die selbst von Wehrdienst, Bundeswehr und militärischer Verteidigung betroffen sein könnten.
Dazu begleitet Potthast unter anderem Schülerinnen und Schüler, die gegen den Wehrdienst demonstrieren. Auf der anderen Seite steht eine junge Frau, die eine Laufbahn als Panzergrenadierin anstrebt. Hinzu kommt ein Veteran, der mit den Folgen seines früheren militärischen Einsatzes leben muss. Damit stellt die Sendung bewusst unterschiedliche persönliche Entscheidungen und Erfahrungen nebeneinander.
Potthast selbst bleibt dabei nicht nur Beobachter. Ein Teil der Reportage führt ihn nach Lettland. Dort nimmt er an einem militärischen Training teil und erlebt mit Uniform, Tarnung und Gewehr Elemente der militärischen Ausbildung selbst. Wie der Reporter die zentrale Frage nach seiner eigenen Bereitschaft zur Verteidigung am Ende beantwortet, gehört zur Dramaturgie der Sendung und soll hier nicht vorweggenommen werden.
Der Dreh in Lettland erweitert die deutsche Debatte um eine europäische Perspektive. Der baltische Staat grenzt direkt an Russland und gehört sowohl der Europäischen Union als auch der NATO an. Militärische Verteidigungsfähigkeit und die Vorbereitung der Bevölkerung auf mögliche Bedrohungslagen haben dort deshalb einen anderen Stellenwert als in Deutschland.
Lettland verfügt über eine Form der Wehrpflicht. In der Reportage begleitet Potthast zudem Schülerinnen und Schüler, die freiwillig an einer militärischen Vorausbildung teilnehmen. Damit stellt das Spezial zwei unterschiedliche gesellschaftliche Ausgangslagen gegenüber, ohne daraus eine einfache Vorlage für Deutschland abzuleiten.
Der Vergleich fällt in eine Phase, in der sich auch die deutsche Verteidigungspolitik deutlich verändert hat. Seit dem 1. Januar 2026 gelten die Regelungen für den neuen Wehrdienst. Eine Rückkehr zur bis 2011 praktizierten allgemeinen Einberufung ist damit nicht verbunden. Der eigentliche Wehrdienst bleibt zunächst freiwillig. Gleichzeitig wurde die Wehrerfassung wieder eingeführt.
Seit Anfang 2026 erhalten 18-jährige Frauen und Männer einen Fragebogen zur Motivation und Eignung für einen möglichen Dienst bei der Bundeswehr. Männer müssen ihn beantworten, für Frauen ist die Teilnahme freiwillig. Ab dem 1. Juli 2027 sollen Männer des Geburtsjahrgangs 2008 verpflichtend gemustert werden.
Der tatsächliche Dienst erfolgt derzeit weiterhin freiwillig. Das Gesetz enthält allerdings die Möglichkeit einer sogenannten Bedarfswehrpflicht. Sie könnte nicht automatisch eingeführt werden. Dafür wäre ein weiteres Gesetz des Bundestages erforderlich, wenn die sicherheitspolitische Lage oder der Personalbedarf der Streitkräfte dies aus Sicht der Bundesregierung notwendig machen.
Hintergrund ist der geplante personelle Ausbau der Bundeswehr. Nach den Vorgaben zum neuen Wehrdienst sollen die Streitkräfte bis 2035 auf rund 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten sowie 200.000 Reservistinnen und Reservisten anwachsen. Insgesamt geht es damit um eine Größenordnung von 460.000 militärischen Kräften.
Genau an dieser Stelle setzt die BR-Reportage an. Die politische Frage, wie viele Soldatinnen und Soldaten Deutschland benötigt, lässt sich mit Gesetzen und Zielgrößen beschreiben. Für junge Menschen stellt sich daneben eine andere Frage: Welche Konsequenzen hätte eine eigene Entscheidung für oder gegen einen militärischen Dienst?
Das Spezial verknüpft deshalb die Debatte um Wehrdienst und Verteidigungsfähigkeit mit konkreten Biografien. Protestierende Schüler treffen in der Erzählung auf Menschen, die sich bewusst für die Bundeswehr entschieden haben. Der Veteran bringt zudem eine Perspektive ein, die über Ausbildung und Rekrutierung hinausgeht und die möglichen langfristigen Folgen militärischer Einsätze sichtbar macht.
Anders als eine klassische Studio-Diskussion arbeitet die Sendung damit vor allem reportagig. Philipp Potthast führt durch die 45 Minuten und wird durch seinen Selbstversuch in Lettland selbst Teil der Auseinandersetzung.
Das quer-Spezial Gesichert! Wie kriegstüchtig wollen wir sein? wird am heutigen Donnerstag, 10. September 2026, um 20:15 Uhr im BR Fernsehen ausgestrahlt und endet planmäßig um 21:00 Uhr. Es handelt sich um die TV-Erstausstrahlung der Produktion. Bereits seit dem 8. September steht die Reportage in der ARD Mediathek zur Verfügung. Nach den dort hinterlegten Angaben bleibt das Video bis zum 8. September 2028 abrufbar.
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