
Bei RB Leipzig wird weiter über die Zukunft von Cheftrainer Martín Demichelis diskutiert. Obwohl die Sachsen zuletzt mehrere Pflichtspiele gewinnen konnten, beschäftigen sich Verantwortliche nach Medieninformationen mit der sportlichen Entwicklung unter dem Argentinier. Besonders die mögliche Rückkehr des früheren Leipziger Trainers Julian Nagelsmann sorgt für Aufmerksamkeit. Berichte über einen informellen Austausch stehen allerdings im Gegensatz zur öffentlichen Rückendeckung durch Red-Bull-Fußballchef Roger Schmidt. Eine Entscheidung über einen Trainerwechsel ist nicht bekannt. Die Trainerdiskussion bei RB Leipzig betrifft damit vor allem die langfristige Perspektive des erst im Sommer verpflichteten Demichelis.
Der 45-jährige Martín Demichelis übernahm RB Leipzig zur Saison 2026/27. Seine Verpflichtung wurde am 22. Juni bekannt gegeben. Der frühere argentinische Nationalspieler unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028. Zuvor hatte er unter anderem beim spanischen Erstligisten RCD Mallorca gearbeitet.
Demichelis trat die Nachfolge von Ole Werner an, von dem sich Leipzig am 17. Juni 2026 getrennt hatte. Werner war erst seit Juli 2025 im Amt gewesen und hatte den Verein in seiner ersten Saison auf den dritten Tabellenplatz der Bundesliga geführt. Damit qualifizierte sich RB nach einem Jahr ohne internationalen Wettbewerb wieder für die Champions League.
Geschäftsführer Sport Marcel Schäfer begründete die damalige Trennung mit dem Wunsch nach einer inhaltlichen Weiterentwicklung und einer veränderten sportlichen Herangehensweise. Bei der Vorstellung von Demichelis hob Schäfer dessen internationale Erfahrung und seine intensive Spielidee hervor. Der Trainerwechsel erfolgte somit trotz einer erfolgreichen Bundesliga-Platzierung unter Werner.
Die Debatte über die Zukunft von Demichelis begann deutlich vor den jüngsten Spielen. Sky Sport veröffentlichte am 8. Oktober einen Bericht der Journalisten Philipp Hinze und Florian Plettenberg, der sich mit der Situation des Trainers und einer möglichen Rückkehr von Julian Nagelsmann beschäftigte.
Demnach stand Demichelis nach einem wechselhaften Saisonbeginn unter genauer Beobachtung. Sky verwies insbesondere auf die hohen Erwartungen an die Spielweise der Mannschaft. Der Verein wolle nicht ausschließlich Ergebnisse erzielen, sondern zugleich einen intensiven, offensiv ausgerichteten Fußball entwickeln.
Nach Darstellung von Sky gab es bei den Verantwortlichen unterschiedliche Einschätzungen zur bisherigen Entwicklung. Gleichzeitig habe Demichelis weiterhin Unterstützung erhalten. Ein unmittelbar bevorstehender Trainerwechsel wurde in dem Bericht nicht angekündigt.
Auch Oliver Mintzlaff spielte in den damaligen Überlegungen eine Rolle. Der Red-Bull-Geschäftsführer und Leipziger Aufsichtsratschef soll nach Angaben von Sky einer erneuten Zusammenarbeit mit Nagelsmann positiv gegenüberstehen. Eine öffentliche Bestätigung dieser Einschätzung durch Mintzlaff lag zunächst nicht vor.
Anfang November erhielt die Personaldebatte neue Aufmerksamkeit. WELT veröffentlichte einen ursprünglich für die Sport Bild verfassten Beitrag von Robert Schreier über die Zukunft von Demichelis. Darin wurde Julian Nagelsmann als mögliche Alternative genannt.
Nach Informationen des Blattes habe es bereits einen informellen Austausch gegeben. Nagelsmann habe eine mögliche Rückkehr nach Leipzig dabei nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Konkrete Verhandlungen oder eine Einigung seien daraus allerdings nicht entstanden. Eine unabhängige Bestätigung für den geschilderten Kontakt lag zunächst nicht vor.
Nagelsmann trainierte RB Leipzig bereits von 2019 bis 2021. Unter seiner Führung erreichte der Verein unter anderem das Halbfinale der Champions League und wurde deutscher Vizemeister. Anschließend wechselte er zum FC Bayern München. Nach seiner späteren Tätigkeit als Bundestrainer steht er erneut als möglicher Kandidat für einen Verein im Gespräch.
Der WELT-Beitrag stellte zudem eine Verbindung zu Manchester United her. Auch der englische Rekordmeister soll sich mit Nagelsmann beschäftigen. Eine Verpflichtung oder konkrete Verhandlungen wurden jedoch nicht bestätigt. Damit bleibt offen, welche Rolle der frühere Bundestrainer tatsächlich in den Personalplanungen der Leipziger spielt.
Eine andere Position vertrat Red-Bull-Fußballchef Roger Schmidt. Der frühere Bundesliga-Trainer, der Anfang Oktober die globale Fußballverantwortung bei Red Bull übernommen hatte, stellte sich am 10. Oktober im ZDF-Sportstudio ausdrücklich hinter Demichelis.
Schmidt erklärte, er halte den Argentinier für den richtigen Trainer in Leipzig. Spekulationen über eine Rückkehr von Nagelsmann wies er zurück. Von einer entsprechenden Entwicklung sei man weit entfernt. Zugleich betonte er, dass Red Bull bei seinen Fußballvereinen auf Kontinuität auf den Trainerpositionen setzen wolle.
Der 59-Jährige erläuterte außerdem, dass die Trainer die notwendige Unterstützung erhalten sollten. Nach seinem ersten intensiveren Austausch mit Demichelis äußerte sich Schmidt positiv über dessen Einstellung und Fußballverständnis.
Seine Aussagen stehen damit neben den später veröffentlichten Spekulationen über eine mögliche Veränderung. Eine neue öffentliche Entscheidung der Leipziger Vereinsführung, die diese Rückendeckung aufheben würde, war zunächst nicht bekannt. Auch eine offizielle Ankündigung von Gesprächen mit Nagelsmann gab es nicht.
Sportlich erlebte RB Leipzig unter Demichelis bislang eine Saison mit deutlichen Leistungsschwankungen. Überzeugenden Erfolgen standen klare Niederlagen gegenüber. Besonders das 1:6 beim FC Bayern München und das 1:4 bei Real Madrid verdeutlichten die Schwierigkeiten gegen internationale Spitzenmannschaften.
Anschließend gelangen Leipzig wieder mehrere Siege. Auf das 4:0 gegen die SV Elversberg folgten ein 2:1 im DFB-Pokal bei Rot-Weiss Essen und ein 2:0 beim FC Schalke 04 am 31. Oktober. Damit holte die Mannschaft ihre ersten Auswärtspunkte in der laufenden Bundesliga-Saison.
Am 4. November verlor Leipzig in der Champions League allerdings mit 2:3 gegen Manchester City. Demichelis zeigte sich anschließend mit weiten Teilen der Mannschaftsleistung zufrieden. Er verwies auf die Fortschritte im Spiel gegen den Ball und die herausgespielten Möglichkeiten. Trotz der Niederlage sah er eine Entwicklung seiner Mannschaft.
Die Ergebnisse erklären, weshalb die langfristige sportliche Ausrichtung weiterhin diskutiert wird. Demichelis soll Leipzig nicht nur in der Bundesliga konkurrenzfähig halten, sondern auch international an die Spitzengruppe heranführen. Wie die Vereinsführung seine bisherige Arbeit insgesamt bewertet, wurde zuletzt nicht durch eine neue offizielle Stellungnahme zur Trainerfrage konkretisiert.
Für RB Leipzig ergibt sich damit eine Situation, in der sportliche Fortschritte und Diskussionen über die Trainerposition parallel bestehen. Die jüngsten Siege haben die Ausgangslage von Demichelis verbessert. Die Niederlage gegen Manchester City zeigt zugleich, dass die Mannschaft bei ihren internationalen Aufgaben weiterhin gefordert ist.
Der Vertrag des Argentiniers läuft regulär bis Sommer 2028. Weder eine vorzeitige Trennung noch eine Verpflichtung von Julian Nagelsmann wurden offiziell angekündigt. Die Angaben über einen informellen Austausch mit dem früheren Leipziger Trainer beruhen weiterhin auf Medieninformationen.
Die nächste sportliche Aufgabe steht bereits am Samstag, 7. November, bevor. Dann empfängt RB Leipzig den FC Augsburg in der Bundesliga. Für Demichelis geht es dabei um weitere Punkte und darum, die zuletzt erkennbaren Fortschritte seiner Mannschaft zu bestätigen.
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