Schweriner Rucksackhersteller Red Rebane beendet Produktion

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

Teilen:

Der deutsche Taschen- und Rucksackhersteller Red Rebane stellt seine bisherige Produktion ein. Über die Red Rebane GmbH aus Schwerin läuft seit Anfang August ein Insolvenzverfahren. Damit endet nach Angaben des Unternehmens nach 14 Jahren die Herstellung der Taschen und Rucksäcke, mit denen sich die Manufaktur auch über Mecklenburg-Vorpommern hinaus einen Namen gemacht hatte.

Anzeige

Das Amtsgericht Schwerin eröffnete das Insolvenzverfahren am 1. August 2026 um 10 Uhr. Als Grund nennt der Eröffnungsbeschluss Zahlungsunfähigkeit. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 580 IN 380/26 geführt. Der Insolvenzantrag war bereits am 3. Juni beim Gericht eingegangen. Gläubiger können ihre Forderungen nach den gerichtlichen Angaben bis zum 12. September anmelden.

Die Insolvenz von Red Rebane bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche Aktivitäten der bisherigen Verantwortlichen eingestellt werden. Andere Geschäftsfelder sollen nach deren Angaben fortgeführt werden.

Red Rebane produziert keine neuen Taschen mehr

Red Rebane hatte seine Geschichte nach eigener Darstellung 2012 begonnen. Aus einer zunächst kleinen Idee entwickelte sich eine Manufaktur für Taschen und Rucksäcke, die in Schwerin gefertigt wurden. Tausende Produkte hätten in den vergangenen Jahren die Werkstatt verlassen, teilte das Unternehmen zum Abschied von der Taschenproduktion mit.

Anzeige

Neue Taschen und Rucksäcke sollen nun nicht mehr hergestellt werden. Damit endet das ursprüngliche Geschäftsmodell der Marke. Vorhandene Restbestände einzelner Produkte sollen zunächst noch über einen lokalen Händler in Schwerin erhältlich bleiben.

Auch Reparaturen an bereits verkauften Red-Rebane-Produkten bietet das bisherige Team nicht mehr an. Das Unternehmen verweist Besitzer beschädigter Taschen und Rucksäcke stattdessen auf andere Handwerksbetriebe wie Sattlereien, Schustereien oder Änderungsschneidereien.

Unternehmen nennt gestiegene Produktionskosten

Red Rebane führt mehrere Faktoren für das Ende der Fertigung an. Nach Darstellung des Unternehmens seien insbesondere Materialkosten, Energiepreise und Lohnkosten gestiegen. Gleichzeitig habe der Fachkräftemangel die arbeitsintensive Produktion erschwert.

Die Verantwortlichen erklären, sie hätten versucht, das Geschäftsmodell anzupassen. Unter anderem seien Mitarbeiter gesucht und Produktionsabläufe verändert worden. Letztlich sei eine wirtschaftliche Herstellung der Taschen und Rucksäcke in Deutschland unter den bestehenden Bedingungen nach eigener Einschätzung nicht mehr möglich gewesen.

Wie stark die einzelnen Faktoren tatsächlich zur Zahlungsunfähigkeit beigetragen haben, lässt sich anhand öffentlich verfügbarer Unternehmenszahlen nicht bestimmen. Der gerichtliche Eröffnungsbeschluss stellt lediglich fest, dass das Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit eröffnet wurde.

Einzelne Medienberichte nennen weitere Belastungen aus früheren Jahren. Eine unabhängige Bestätigung dafür, welchen Anteil solche Faktoren an der heutigen finanziellen Situation hatten, lag zunächst nicht vor.

Wirtschaftliches Umfeld in Westmecklenburg angespannt

Die Probleme, auf die Red Rebane bei Kosten und Personal verweist, treffen nach Angaben der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin auch andere Unternehmen in der Region. Die IHK berichtete im Mai 2026 von einer deutlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Stimmung in Westmecklenburg.

Der regionale Konjunkturklimaindex sank gegenüber dem Jahresbeginn um 9,3 Punkte auf 80,1 Punkte. Lediglich sieben Prozent der von der Kammer befragten Unternehmen erwarteten für die folgenden Monate eine Verbesserung ihrer Geschäftslage. 47 Prozent rechneten dagegen mit einer Verschlechterung.

Als wiederkehrende Belastungen nennt die IHK unter anderem hohe Energie-, Kraftstoff- und Personalkosten, eine schwache Nachfrage sowie Fachkräfte- und Personalprobleme. Die Daten erlauben allerdings keinen unmittelbaren Rückschluss auf die Insolvenz von Red Rebane. Sie zeigen lediglich das wirtschaftliche Umfeld, in dem die Schweriner Manufaktur zuletzt tätig war.

Easy EXO und Persenning-Service sollen bleiben

Während die klassische Taschenproduktion beendet wird, wollen die Verantwortlichen andere Tätigkeiten fortführen. Dazu gehört der sogenannte Easy EXO, eine Transportlösung für Fahrräder. Das Produkt soll nach Unternehmensangaben weiterhin in Deutschland hergestellt, weiterentwickelt und vertrieben werden.

Außerdem soll der bereits bestehende Bereich rund um Bootsverdecke und Persenninge stärker in den Mittelpunkt rücken. Geplant sind weiterhin die Anfertigung, Reparatur und Änderung entsprechender Abdeckungen für Boote.

Damit verschwindet Red Rebane zwar als Hersteller neuer Taschen und Rucksäcke, die bisherigen Verantwortlichen ziehen sich jedoch nicht vollständig aus der Produktion zurück. Für die bekannte Taschenmarke selbst endet nach 14 Jahren ein wesentlicher Teil ihrer bisherigen Geschichte.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu