
Ausländische Investitionen in Deutschland sind im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Nach Daten der Deutschen Bundesbank flossen netto rund 86 Milliarden Euro an Direktinvestitionsmitteln nach Deutschland. Im Jahr zuvor hatte der Wert bei rund 57,5 Milliarden Euro gelegen. Damit erhöhten sich die Zuflüsse innerhalb eines Jahres um etwa 50 Prozent.
Eine am Montag, 31. August 2026, bekannt gewordene Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft, kurz IW, zeigt zugleich deutliche Verschiebungen bei der Herkunft des Kapitals. Besonders stark nahmen demnach Investitionen aus Großbritannien zu. Gleichzeitig gingen die Zuflüsse aus den USA deutlich zurück.
Britische Unternehmen investierten nach Berechnungen des IW auf Basis der Bundesbank-Daten im Jahr 2025 rund 26 Milliarden Euro in Deutschland. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Anstieg von etwa 284 Prozent.
Damit entfielen knapp 31 Prozent der gesamten ausländischen Direktinvestitionszuflüsse auf Großbritannien. Das Land überholte die Vereinigten Staaten und wurde zum größten einzelnen Herkunftsland für Direktinvestitionen nach Deutschland.
Die Entwicklung zeigt, wie stark einzelne Länder innerhalb eines Jahres an Bedeutung gewinnen oder verlieren können. Direktinvestitionen umfassen dabei nicht ausschließlich den Bau neuer Fabriken oder die Gründung neuer Standorte. In der Statistik werden unter anderem auch Beteiligungskapital, reinvestierte Gewinne und Kredite innerhalb internationaler Unternehmensgruppen berücksichtigt.
Eine gegenläufige Entwicklung verzeichnete das IW bei US-Unternehmen. Aus den Vereinigten Staaten flossen 2025 rund 11,8 Milliarden Euro nach Deutschland. Das waren knapp 44 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Der Anteil der USA an den gesamten ausländischen Investitionszuflüssen sank dadurch auf rund 14 Prozent. Im Jahr 2024 hatte er noch bei mehr als 36 Prozent gelegen.
Aus dem Rückgang lässt sich allerdings nicht unmittelbar auf einen dauerhaften Bedeutungsverlust des Standorts Deutschland für amerikanische Unternehmen schließen. Direktinvestitionsströme können von größeren Einzeltransaktionen beeinflusst werden und von Jahr zu Jahr erheblich schwanken. Auch nachträgliche Revisionen der statistischen Werte sind möglich.
Neben Großbritannien und den USA bleiben Unternehmen aus anderen Staaten der Europäischen Union eine zentrale Kapitalquelle. Nach der IW-Auswertung flossen 2025 rund 43 Milliarden Euro aus anderen EU-Ländern nach Deutschland.
Der Wert lag zwar etwa 2,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Dennoch kam damit weiterhin mehr als die Hälfte der gesamten ausländischen Direktinvestitionen aus EU-Staaten.
Die Zahlen unterstreichen die enge wirtschaftliche Verflechtung Deutschlands mit seinen europäischen Nachbarn. Grenzüberschreitende Beteiligungen, Tochtergesellschaften und konzerninterne Finanzierungen spielen innerhalb des europäischen Binnenmarktes eine wichtige Rolle.
Die Gesamtsumme von rund 86 Milliarden Euro ist keine erstmals am 31. August veröffentlichte Zahl. Die Deutsche Bundesbank hatte den Wert bereits in ihrer im März 2026 veröffentlichten Zahlungsbilanz für das Jahr 2025 ausgewiesen.
Nach Angaben der Bundesbank flossen 2025 netto rund 86 Milliarden Euro an Direktinvestitionsmitteln nach Deutschland. Im Jahr zuvor hatte der entsprechende Wert bei rund 57,5 Milliarden Euro gelegen.
Die Bundesbank verwies zugleich darauf, dass die Zuflüsse damit zwar deutlich über dem Vorjahresniveau lagen, aber weiterhin niedriger waren als zu Beginn des Jahrzehnts. Nach dem Beginn der Corona-Pandemie waren die Direktinvestitionszuflüsse nach Deutschland mehrere Jahre zurückgegangen.
Das IW verglich den Wert für 2025 zusätzlich mit dem Median der Jahre 2015 bis 2024. Danach lag das Investitionsvolumen 2025 knapp elf Prozent über diesem mittleren Vergleichswert.
Auf den ersten Blick stehen die steigenden Kapitalzuflüsse im Gegensatz zu einer im Mai veröffentlichten Untersuchung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Dort war für Deutschland ein Rückgang ausländischer Investitionsprojekte gemeldet worden.
EY zählte für 2025 insgesamt 548 angekündigte Neuansiedlungen und Erweiterungsinvestitionen ausländischer Unternehmen in Deutschland. Das waren zehn Prozent weniger als im Vorjahr und der niedrigste Stand seit 2009.
Die beiden Ergebnisse beruhen jedoch auf unterschiedlichen Messgrößen. Die EY-Analyse konzentriert sich auf konkrete neue Standorte und Erweiterungsprojekte, die mit wirtschaftlicher Aktivität und neuen Arbeitsplätzen verbunden sind. Übernahmen und reine Finanztransaktionen werden dort nicht berücksichtigt.
Die Bundesbank erfasst dagegen wesentlich breiter gefasste grenzüberschreitende Direktinvestitionsströme. Dazu gehören Beteiligungskapital und finanzielle Beziehungen zwischen Muttergesellschaften und Tochterunternehmen. Deshalb können die Finanzzuflüsse steigen, obwohl gleichzeitig weniger neue Investitionsprojekte angekündigt werden.
Der starke Anstieg im Jahr 2025 beendet zunächst den vorherigen Rückgang der Direktinvestitionszuflüsse. Allein aus einem einzelnen Jahr lässt sich jedoch noch kein dauerhafter Aufwärtstrend ableiten.
Die Bundesbank hatte bereits bei der Veröffentlichung ihrer Jahresdaten darauf hingewiesen, dass die Erholung nicht automatisch als grundlegende Trendwende interpretiert werden kann. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob auch in den kommenden Jahren größere Zuflüsse bestehen bleiben und ob diese mit neuen Produktionsstandorten, Unternehmensinvestitionen und zusätzlichen Arbeitsplätzen verbunden sind.
Für 2025 steht fest, dass deutlich mehr ausländisches Kapital nach Deutschland floss als im Vorjahr. Gleichzeitig hat sich die Herkunft dieses Kapitals erheblich verschoben. Großbritannien gewann stark an Bedeutung, während die USA einen deutlich geringeren Anteil an den gesamten Zuflüssen stellten.
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