HSV muss nach Rembergs Kreuzbandriss seine Mannschaft neu aufstellen

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Der Hamburger SV muss mehrere Monate auf seinen Kapitän Nicolai Remberg verzichten. Der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler hat sich einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen und muss operiert werden. Trainer Merlin Polzin steht damit vor einer schwierigen Personalentscheidung. Gleich mehrere Spieler kommen als Ersatz für den Leistungsträger infrage. Zusätzlich könnte die Verletzung Auswirkungen auf die taktische Ausrichtung und die Besetzung der Kapitänsrolle haben.

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Nicolai Remberg fehlt dem HSV nach schwerer Knieverletzung

Die Verletzung von Nicolai Remberg ereignete sich am Samstag, 10. Oktober 2026, während der Bundesligapartie des Hamburger SV bei der TSG Hoffenheim. Nach einem Zweikampf mit Bambasé Conté musste der defensive Mittelfeldspieler zunächst behandelt werden. Er versuchte weiterzuspielen, wurde jedoch in der 41. Minute ausgewechselt.

Bereits am Samstagabend untersuchten Ärzte den HSV-Kapitän in Hamburg. Dabei bestätigte sich der Verdacht auf eine schwere Knieverletzung. Am Sonntag, 11. Oktober, gab der Verein die Diagnose bekannt: Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie.

Der Hamburger SV erklärte, dass Remberg operiert werden müsse und mehrere Monate ausfallen werde. Eine genaue Dauer der Zwangspause wurde zunächst nicht genannt. Am Mittwoch berichtete der Spieler, dass sein Knie noch geschwollen sei und deshalb noch kein Termin für den Eingriff feststehe.

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Damit verliert der HSV einen seiner wichtigsten Spieler im zentralen Mittelfeld. Der Ausfall betrifft nicht nur die defensive Stabilität, sondern auch die Führung innerhalb der Mannschaft.

Merlin Polzin prüft drei Kandidaten als Remberg-Ersatz

Auf der Pressekonferenz am Donnerstag, 15. Oktober, machte HSV-Trainer Merlin Polzin deutlich, dass die Verletzung seines Kapitäns größere Veränderungen erfordert. Eine unmittelbare Übertragung von Rembergs Aufgaben auf einen einzelnen Mitspieler hält der 35-Jährige für schwierig.

„Wir können Rambo nicht eins zu eins ersetzen“, erklärte Polzin. Remberg besitze besondere Qualitäten, die das Hamburger Spiel geprägt hätten.

Als mögliche Nachfolger auf der defensiven Mittelfeldposition stehen Kofi Amoako, Albert Sambi Lokonga und Nicolas Capaldo im Mittelpunkt der Überlegungen.

Besonders Kofi Amoako könnte von der neuen Situation profitieren. Der 21-Jährige wechselte im Sommer 2026 von Dynamo Dresden nach Hamburg und bringt Erfahrung auf der Position vor der Abwehr mit. Polzin hob hervor, dass Amoako seine Position zuverlässig halte und ein gutes Gespür für die Abstimmung zwischen Offensive und Defensive zeige.

Im Testspiel gegen den FC Kopenhagen Anfang Oktober hatte der Mittelfeldspieler mit einem Treffer auf sich aufmerksam gemacht. Gegen Hoffenheim sammelte er zudem weitere Bundesligaminuten. Allerdings räumte Polzin ein, dass der Wechsel aus der zweiten beziehungsweise dritten Liga auf Bundesliganiveau eine erhebliche Herausforderung darstelle.

Ob Amoako unmittelbar einen Stammplatz erhält, ließ der Trainer offen. Die Eindrücke der gesamten Trainingswoche sollen in die Entscheidung einfließen.

Sambi Lokonga angeschlagen, Capaldo als weitere Möglichkeit

Eine zusätzliche Schwierigkeit ergibt sich durch die körperliche Verfassung von Albert Sambi Lokonga. Der belgische Mittelfeldspieler gehört ebenfalls zu den möglichen Kandidaten für eine Neuordnung des Zentrums.

Nach dem Hoffenheim-Spiel verspürte Lokonga allerdings körperliche Beschwerden. Polzin erklärte am Donnerstag, dass sein Einsatz gegen den VfB Stuttgart noch nicht sicher sei. Die medizinische Abteilung und das Trainerteam wollten deshalb die verbleibende Zeit bis zum Wochenende nutzen.

Eine weitere Alternative ist Nicolas Capaldo. Der 28 Jahre alte Argentinier wurde ursprünglich als zentraler Mittelfeldspieler verpflichtet, gehört inzwischen jedoch zu den festen Bestandteilen der Hamburger Dreierabwehr.

Capaldo kennt die Aufgaben im Mittelfeld bereits aus seiner Anfangszeit beim HSV. Eine Rückkehr auf diese Position wäre deshalb grundsätzlich möglich. Gleichzeitig müsste Polzin dann die Defensive erneut verändern.

Der Trainer bestätigte zudem, dass innerhalb seines Trainerteams auch über eine Anpassung des Spielsystems gesprochen wurde. Eine endgültige Entscheidung über die personelle oder taktische Lösung war am Donnerstag noch nicht gefallen.

Kapitänsbinde geht zunächst an die bisherigen Stellvertreter

Mit Rembergs längerer Abwesenheit muss der Hamburger SV außerdem seine Mannschaftsführung auf dem Spielfeld neu organisieren.

Erst vor Beginn der Saison 2026/27 hatte Merlin Polzin den defensiven Mittelfeldspieler zum Kapitän ernannt. Remberg übernahm das Amt von Yussuf Poulsen und wurde damit zum 35. Bundesliga-Kapitän der Vereinsgeschichte.

Als Stellvertreter bestimmte der Verein Albert Sambi Lokonga und Nicolas Capaldo. Diese Rangfolge gewinnt durch den Ausfall des etatmäßigen Spielführers besondere Bedeutung.

Lokonga hatte die Kapitänsbinde bereits nach Rembergs verletzungsbedingter Auswechslung in Hoffenheim übernommen. Damit ist er auch für die kommenden Begegnungen die erste vorgesehene Vertretung. Sollte der Belgier selbst nicht eingesetzt werden können, steht Capaldo in der Rangfolge dahinter.

Remberg will trotz seiner Verletzung weiterhin Einfluss auf die Mannschaft nehmen. Im Gespräch mit dem NDR kündigte er am Mittwoch an, regelmäßig den Kontakt zu seinen Mitspielern zu suchen und insbesondere jüngere Spieler zu unterstützen.

Seine Führungsaufgabe soll damit auch während der Rehabilitation bestehen bleiben, obwohl er sportlich vorerst nicht eingreifen kann.

Remberg war seit seinem Wechsel aus Kiel Stammspieler

Nicolai Remberg wurde am 19. Juni 2000 geboren und wechselte zum 1. Juli 2025 von Holstein Kiel zum Hamburger SV. Bereits in seiner ersten Saison entwickelte er sich zu einem festen Bestandteil der Mannschaft.

Nach Angaben des DFB-Datencenters absolvierte Remberg in der Bundesligasaison 2025/26 insgesamt 32 Spiele für den HSV. Hinzu kamen zwei Einsätze im DFB-Pokal.

In der laufenden Saison 2026/27 stand er bislang in allen fünf Bundesligapartien auf dem Platz. Außerdem bestritt er eine Begegnung im DFB-Pokal.

Damit kommt der Mittelfeldspieler seit seinem Wechsel nach Hamburg auf insgesamt 40 Pflichtspiele, davon 37 in der Bundesliga und drei im DFB-Pokal.

Seine Rolle geht über die eines klassischen defensiven Mittelfeldspielers hinaus. Als Kapitän sollte er auch die sportliche Entwicklung der Mannschaft mitgestalten. Polzin hatte bei seiner Ernennung insbesondere Rembergs Leistungsbereitschaft und Einstellung hervorgehoben.

Der langfristige Ausfall trifft somit einen Spieler, dessen Bedeutung innerhalb kurzer Zeit deutlich gewachsen ist.

HSV steht vor wichtigen Personalentscheidungen

Der Hamburger SV hatte sich nach einem schwierigen Start in die Bundesligasaison zuletzt stabilisiert. Zwei Siege in Folge verbesserten die sportliche Ausgangslage. Der Ausfall von Remberg zwingt den Trainer nun allerdings zu einer Umstellung auf einer zentralen Position.

Die Entscheidung über seinen Ersatz ist auch deshalb bedeutsam, weil die verschiedenen Kandidaten unterschiedliche Aufgaben innerhalb der bisherigen Mannschaftsstruktur erfüllen. Amoako könnte unmittelbar auf der Position eingesetzt werden. Bei Capaldo würde sich zusätzlich die defensive Besetzung verändern, während Lokongas Verfügbarkeit zunächst von seiner körperlichen Verfassung abhängt.

Daneben gibt es weitere Entwicklungen im Hamburger Kader. Offensivspieler Albert Grønbæk ist nach einer Oberschenkelverletzung wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Polzin bezeichnete ihn vor dem Wochenende als ernsthafte Option für den Kader. Angreifer Patson Daka fällt dagegen wegen seiner Oberschenkelverletzung weiterhin aus.

Bereits am Samstag, 17. Oktober, empfängt der Hamburger SV den VfB Stuttgart im Volksparkstadion. Bis dahin muss Polzin die erste personelle Lösung für die Zeit ohne Remberg festlegen.

Die größere Aufgabe reicht jedoch weit über diese Begegnung hinaus. Angesichts der angekündigten monatelangen Pause benötigt der HSV eine längerfristige Besetzung seiner defensiven Mittelfeldposition. Gleichzeitig muss die Mannschaft die Verantwortung ihres Kapitäns auf mehrere Schultern verteilen.

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