
Die Digitalbank Revolut erweitert ihr Geschäft in Deutschland und bietet erstmals reguläre Mobilfunktarife mit Telefonie, SMS und mobilem Internet an. Seit dem 14. Oktober 2026 können Kunden einen Handyvertrag direkt über die Banking-App abschließen. Das Angebot umfasst 120 Gigabyte Datenvolumen mit voller Geschwindigkeit und anschließend eine unbegrenzte, gedrosselte Internetverbindung. Nach N26 ist Revolut damit eine weitere große Neobank, die Banking und Mobilfunk in einer Anwendung verbindet.
Der neue Tarif Revolut Mobile kostet regulär 14,99 Euro monatlich. Nach Angaben des Unternehmens gilt für Kunden, die sich bis zum 28. Oktober 2026 anmelden, ein Einführungspreis von 12,50 Euro pro Monat. Dieser soll für die betreffenden Kunden bis auf Weiteres bestehen bleiben. Eine langfristige Preisgarantie ist damit allerdings nicht verbunden. Der Vertrag lässt sich monatlich kündigen und wird im Voraus bezahlt.
Enthalten sind unbegrenzte Telefonate und SMS innerhalb Deutschlands sowie 120 Gigabyte mobile Daten im 5G-Netz. Die maximale Downloadgeschwindigkeit beträgt 100 Megabit pro Sekunde. Nach Verbrauch des enthaltenen Datenvolumens bleibt die Internetverbindung bestehen, allerdings mit reduzierter Geschwindigkeit von bis zu zwei Megabit pro Sekunde. Für Reisen innerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums stehen monatlich 40 Gigabyte Datenvolumen zur Verfügung. Die unbegrenzte Datennutzung unterliegt den vertraglichen Fair-Use-Regeln.
Revolut baut für das neue Angebot kein eigenes Mobilfunknetz auf. Die technische Grundlage liefert das Netz von Telefónica Deutschland, zu dem auch die Marke O2 gehört. Der Telekommunikationsanbieter 1GLOBAL stellt die Mobilfunkdienstleistungen bereit und ist Vertragspartner der Kunden. Revolut übernimmt die Vermarktung, Vermittlung und Einbindung in seine Finanz-App. Der Abschluss und die Verwaltung erfolgen vollständig digital über eine eSIM, sodass keine herkömmliche SIM-Karte benötigt wird.
Kunden können ihre bisherige Rufnummer kostenlos mitnehmen oder eine neue erhalten. Darüber hinaus ermöglicht Revolut die Buchung zusätzlicher Rufnummern und die Bezahlung mit gesammelten RevPoints. Zum Tarif gehören außerdem digitale Zusatzleistungen wie NordVPN und ein Messaging-Angebot für Aufenthalte außerhalb des regulären Roaminggebiets. Der Zugang wird schrittweise erweitert. Nach Unternehmensangaben sollen die mehr als drei Millionen Revolut-Kunden in Deutschland in den kommenden Wochen Zugang erhalten.
Revolut folgt mit dem neuen Geschäftsbereich einem Modell, das N26 bereits im Mai 2025 in Deutschland eingeführt hat. Die Berliner Digitalbank bietet mit N26 SIM drei monatlich kündbare Tarife mit zehn, 30 oder 100 Gigabyte Datenvolumen an. Anders als Revolut verwendet N26 das 5G-Netz von Vodafone. Auch dort erfolgt die Aktivierung über eine digitale SIM-Karte, und für den Abschluss ist ein Bankkonto bei N26 erforderlich. Beide Unternehmen arbeiten bei ihren Mobilfunkangeboten mit dem Telekommunikationsdienstleister 1GLOBAL zusammen.
Die Entwicklung zeigt, wie digitale Finanzplattformen ihr Angebot über klassische Bankdienstleistungen hinaus erweitern. Für Kunden entsteht dadurch eine zusätzliche Möglichkeit, Mobilfunkverträge ohne separate Anbieter-App oder Besuch eines Geschäfts abzuschließen. Die Tarife unterscheiden sich jedoch bei Netz, Datenvolumen und Preisgestaltung. Zudem setzen beide Neobanken auf eSIM-fähige Smartphones. Verbraucher mit Geräten ohne diese Technik können die Angebote nicht nutzen.
Für den deutschen Mobilfunkmarkt bedeutet der Einstieg von Revolut vor allem zusätzliche Konkurrenz beim Vertrieb von Handytarifen. Unternehmen wie Telefónica und Vodafone können ihre Netze über weitere Partner vermarkten, während die Neobanken ihre bereits bestehenden Kundenbeziehungen für zusätzliche Dienstleistungen nutzen. Telefónica bezeichnet diese Entwicklung als zunehmende Integration von Mobilfunkangeboten in digitale Plattformen.
Auch international verfolgt Revolut diesen Ansatz. Das Unternehmen hatte bereits zuvor eSIM-Datenpakete für Reisen angeboten und sein reguläres Mobilfunkgeschäft in weiteren europäischen Märkten aufgebaut. Der Deutschlandstart erweitert dieses Modell um einen vollständigen Tarif für die alltägliche Smartphone-Nutzung. Ob Revolut damit größere Marktanteile gewinnen oder die Preise etablierter Anbieter beeinflussen kann, ist bislang offen. Konkrete Kundenzahlen für den neuen deutschen Mobilfunktarif wurden zum Start nicht veröffentlicht.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu