
Beim VfL Bochum wird die Zukunft von Trainer Uwe Rösler zunehmend diskutiert. Nach drei Niederlagen in Folge und dem Absturz auf den Relegationsplatz der 2. Bundesliga ist die ursprünglich ins Auge gefasste Vertragsverlängerung offenbar vorerst kein Thema mehr. Der kicker berichtet am Montag, 19. Oktober 2026, von einer grundsätzlich kritischeren Bewertung der Trainerposition. Auch innerhalb der Vereinsführung soll es unterschiedliche Einschätzungen geben. Eine offizielle Entscheidung über Röslers Zukunft wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Die sportliche Ausgangslage hat sich innerhalb weniger Wochen deutlich verändert. Nach der 0:2-Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern am Samstag steht der VfL mit sieben Punkten aus acht Spielen auf Tabellenplatz 16. Besonders die schwache Torausbeute bereitet Probleme. Gleichzeitig steht die Vereinsführung vor der Frage, ob der eingeschlagene Weg mit Rösler langfristig fortgesetzt werden soll.
Noch Ende September hatte Geschäftsführer Ilja Kaenzig die Arbeit von Uwe Rösler ausdrücklich gelobt. Gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) erklärte er am 25. September: „Er begeistert uns nach wie vor tagtäglich mit seiner Expertise und seiner Autorität.“ Kaenzig verwies dabei auch auf die aus seiner Sicht positive Entwicklung der Mannschaft, die sich nicht ausschließlich an den Ergebnissen ablesen lasse. Damals wurde darüber diskutiert, den bestehenden Vertrag möglicherweise noch vor Weihnachten zu verlängern. Die WAZ berichtete von entsprechenden Überlegungen. Eine verbindliche Zusage des Vereins war damit allerdings nicht verbunden.
Am 19. Oktober stellt sich die Situation anders dar. Nach Darstellung des kicker wird eine Verlängerung gegenwärtig nicht mehr vorangetrieben. Stattdessen soll innerhalb des Vereins grundsätzlich über die weitere Zusammenarbeit gesprochen werden. Liga-Zwei.de berichtet unter Berufung auf die WAZ ebenfalls von unterschiedlichen Einschätzungen in der Klubführung. Rösler werde aufgrund seiner Persönlichkeit und Arbeitsweise weiterhin geschätzt. Die Ergebnisse und die sportliche Entwicklung hätten jedoch Zweifel ausgelöst. Eine offizielle Bestätigung dieser internen Diskussionen liegt bislang nicht vor.
Auch Rösler selbst hatte sich bereits mit seiner Vertragssituation beschäftigt. In einem Gespräch mit der WAZ und Radio Bochum vom 12. Oktober äußerte sich der 57-Jährige zur sportlichen Lage und seiner persönlichen Zukunft. Der Trainer bezeichnete die Situation als Ergebniskrise, insbesondere bei Heimspielen. Zugleich betonte er: „Aber bei uns ist keine Panik.“ Nach früheren WAZ-Informationen konnte sich Rösler eine Fortsetzung seiner Arbeit über die laufende Saison hinaus vorstellen. Ob bereits konkrete Vertragsverhandlungen geführt wurden, blieb öffentlich offen.
Uwe Rösler übernahm das Traineramt beim VfL Bochum am 6. Oktober 2025. Der frühere Bundesliga-Profi und international erfahrene Trainer wurde am 2. Oktober als Nachfolger der damaligen Übergangslösung mit David Siebers verpflichtet. Sein Vertrag läuft nach den offiziellen Angaben bis zum 30. Juni 2027. Zuvor hatte Rösler unter anderem Fortuna Düsseldorf, Leeds United, den FC Brentford, Malmö FF und Aarhus GF trainiert. Bei seiner Verpflichtung hob Kaenzig insbesondere die Erfahrung und Führungsqualität des neuen Trainers hervor.
Der VfL befand sich damals in einer schwierigen Situation. Nach dem Abstieg aus der Bundesliga war die Mannschaft schlecht in die Zweitligasaison 2025/26 gestartet und hatte nach acht Spieltagen lediglich drei Punkte gesammelt. Unter Rösler verbesserte sich die sportliche Bilanz. Am Ende erreichte Bochum den neunten Tabellenplatz. Der Trainer bezeichnete dieses Ergebnis im Mai 2026 als großen Erfolg angesichts der schwierigen Ausgangslage. Gleichzeitig verwies er bereits damals auf die Herausforderungen eines weiteren personellen Umbruchs im Sommer.
Die aktuelle Saison verlief bislang deutlich weniger erfolgreich. Aus den ersten acht Begegnungen holte Bochum zwei Siege und ein Unentschieden bei fünf Niederlagen. Mit lediglich fünf erzielten Treffern stellt der Verein die schwächste Offensive der Liga. Dem stehen neun Gegentore gegenüber. Nach dem 1:2 gegen Hannover 96 folgten Heimniederlagen gegen Arminia Bielefeld und die jüngste Auswärtsniederlage in Kaiserslautern. Auch die Heimbilanz bleibt problematisch. Nach vier Heimspielen wartet Bochum weiterhin auf den ersten Sieg im eigenen Stadion.
Nach der Niederlage in Kaiserslautern sprach Rösler offen über die Schwierigkeiten seiner Mannschaft. In der vom Verein veröffentlichten Stellungnahme bezeichnete er die Partie als „Spiegelbild der letzten Wochen“. Bochum erreiche zwar wiederholt das Angriffsdrittel, schaffe es dort aber nicht, ausreichend gefährlich zu werden. Der Trainer kritisierte fehlende Zielstrebigkeit bei Flanken, direkten Duellen und Standardsituationen. Auch die Umstellungen in der zweiten Halbzeit hätten nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Vielmehr sei die Ordnung verloren gegangen, wodurch Kaiserslautern zusätzliche Möglichkeiten erhalten habe.
Die Schwierigkeiten im Angriff hatte Rösler bereits vor der Partie gegen Arminia Bielefeld angesprochen. Während der Länderspielpause arbeitete das Trainerteam nach seinen Angaben besonders an der Chancenverwertung und an der Besetzung des gegnerischen Strafraums. Gleichzeitig verwies der Bochumer Coach auf die personellen Veränderungen innerhalb der Mannschaft. Der Kader war im Sommer erneut umgebaut worden. Hinzu kamen verletzungsbedingte Ausfälle, die den Handlungsspielraum einschränkten. Rösler hatte erklärt, dass der Verein den Profikader bewusst kleiner gehalten habe, um jungen Spielern bessere Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen.
Auch innerhalb der Mannschaft werden die sportlichen Probleme deutlich angesprochen. Kapitän Timo Horn erklärte nach dem Kaiserslautern-Spiel, dass Bochum zwar häufig bis in die Nähe des gegnerischen Strafraums komme, dort aber die notwendige Durchschlagskraft vermissen lasse. Stürmer Philipp Hofmann sprach ebenfalls von fehlender Entschlossenheit in den entscheidenden Aktionen. Die Aussagen verdeutlichen, dass die Mannschaft ihre offensiven Schwierigkeiten erkannt hat. Eine öffentliche Forderung der Spieler nach einem Trainerwechsel ist damit nicht verbunden.
Nach Informationen der WAZ soll Rösler beim nächsten Ligaspiel gegen den VfL Wolfsburg am Freitag, 23. Oktober, weiterhin als Cheftrainer auf der Bank sitzen. Anschließend folgt eine anspruchsvolle Serie mit drei weiteren Pflichtspielen bis Anfang November. Am Dienstag, 27. Oktober, empfängt Bochum den Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Drei Tage später steht das Auswärtsspiel bei Energie Cottbus an. Am 8. November folgt die Heimpartie gegen den Karlsruher SC. Die Termine sind vom Verein offiziell bestätigt.
Die WAZ berichtet, dass die Verantwortlichen bis zur nächsten Länderspielpause Mitte November eine deutliche sportliche Verbesserung erwarten. Ob einzelne Begegnungen dabei ausschlaggebend für eine personelle Entscheidung sein könnten, wurde vom Verein nicht offiziell erklärt. Ein verbindliches Ultimatum an Rösler ist bislang ebenso wenig bestätigt wie eine beschlossene Trennung. Auch konkrete Nachfolgekandidaten wurden nicht offiziell benannt.
Für den VfL Bochum steht damit zunächst die sportliche Stabilisierung im Vordergrund. Nach dem neunten Platz der Vorsaison befindet sich die Mannschaft inzwischen im unteren Tabellenbereich. Zugleich läuft Röslers Vertrag noch bis zum Sommer 2027. Während eine vorzeitige Verlängerung Ende September als mögliche Perspektive galt, hat sich die Diskussion innerhalb weniger Wochen grundlegend verändert. Die bevorstehenden Begegnungen bieten Rösler und seiner Mannschaft die Gelegenheit, den Negativtrend zu beenden und die sportliche Entwicklung wieder zu verbessern.
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