
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die Romy Kokosschokolade des Herstellers Hosta zur „Mogelpackung des Monats“ September 2026 erklärt. Im Mittelpunkt der Kritik steht eine deutliche Verringerung der Füllmenge. Zugleich ist zwar der Verkaufspreis gesunken, bezogen auf die enthaltene Schokoladenmenge wird das Produkt nach Berechnung der Verbraucherzentrale jedoch teurer.
Die bisherige Tafel enthielt 200 Gramm Romy Original, die neue Variante enthält 150 Gramm. Das entspricht einer Reduzierung um 25 Prozent. Nach Angaben der Verbraucherzentrale lag der Verkaufspreis zuvor meist bei 2,99 Euro und nun bei 2,49 Euro. Der Preis sinkt damit absolut um 50 Cent, allerdings deutlich weniger stark als die Füllmenge.
Umgerechnet auf ein Kilogramm lag der Grundpreis bei den von der Verbraucherzentrale genannten Werten zuvor bei 14,95 Euro. Bei 2,49 Euro für 150 Gramm liegt er nun bei 16,60 Euro. Daraus ergibt sich eine Verteuerung von rund elf Prozent. Genau dieses Verhältnis zwischen niedrigerem Verkaufspreis und zugleich höherem Grundpreis ist der zentrale Kritikpunkt der Verbraucherzentrale Hamburg.
Hosta hat sich auf Anfrage der Verbraucherzentrale Hamburg mit einer Stellungnahme vom 14. Juli 2026 zu der Umstellung geäußert. Das Unternehmen nennt dafür zwei wesentliche Gründe. Zum einen entspreche eine kleinere Tafel stärker heutigen Konsumgewohnheiten und solle insbesondere jüngeren Käufern den Einstieg in die Marke erleichtern. Zum anderen verweist Hosta auf erheblich gestiegene Rohstoffkosten, vor allem für Kakao.
Nach Darstellung des Herstellers wirkten sich frühere hohe Einkaufspreise weiterhin auf die Produktion aus, weil Kakao langfristig im Voraus beschafft werde. Die Weltmarktpreise hätten 2024 und 2025 zeitweise Rekordstände erreicht. Sollten sich die Rohstoffkosten mittelfristig nachhaltig stabilisieren, wolle das Unternehmen prüfen, wie eine solche Entwicklung an Verbraucher weitergegeben werden könne.
Die Umstellung erfolgt laut Hosta seit Mai 2026 schrittweise. Auch die unverbindliche Preisempfehlung wurde verändert. Für die frühere 200-Gramm-Tafel lag sie nach Unternehmensangaben bei 2,99 Euro, für die neue 150-Gramm-Version bei 2,49 Euro.
Hosta verweist zudem darauf, die Mengenänderung auf verschiedenen Wegen kommuniziert zu haben. Auf der Rückseite der Verpackung werde auf die neue 150-Gramm-Tafel hingewiesen. Ein QR-Code führe zu weiteren Informationen auf der Markenwebsite. Zudem habe das Unternehmen den Relaunch bereits im April angekündigt und über soziale Netzwerke begleitet.
Die Verbraucherzentrale Hamburg hält die Kennzeichnung dennoch nicht für ausreichend transparent. Nach ihrer Darstellung bleibt das Format der quadratischen Verpackung weitgehend unverändert, während die enthaltene Menge um ein Viertel sinkt.
Neben der Füllmenge kritisiert die Verbraucherzentrale Hamburg Angaben zur Rezeptur auf der neuen Verpackung. Hosta wirbt dort unter anderem mit einer unveränderten Rezeptur und gleichem Genuss.
Die Verbraucherschützer verweisen jedoch darauf, dass sich Angaben auf den Zutatenlisten und bei den Nährwerten unterscheiden. Nach ihrem Vergleich sank der ausgewiesene Mindestkakaoanteil im Milchschokoladenanteil von 35 auf 31 Prozent. Auch einzelne Nährwertangaben haben sich verändert. Der Kohlenhydratgehalt wird demnach inzwischen mit 51 statt zuvor 47 Gramm je 100 Gramm angegeben.
Außerdem wurde die Bezeichnung einer Zutat von Molkenerzeugnis in Süßmolkenpulver geändert. Die Verbraucherzentrale räumt dabei ein, dass beide Bezeichnungen dieselbe Zutat meinen können. Ob sich die Zusammensetzung an dieser Stelle tatsächlich geändert hat, lasse sich anhand der Kennzeichnung allein nicht abschließend feststellen.
Hosta erklärte in seiner Stellungnahme dagegen, eine Veränderung der Rezeptur sei für das Unternehmen nicht infrage gekommen. Die gegensätzlichen Einschätzungen beziehen sich damit vor allem darauf, wie die Angaben auf den beiden Verpackungen zu bewerten sind.
Der Fall gehört zu einer Reihe von Produkten, bei denen Verbraucherorganisationen 2026 reduzierte Füllmengen kritisierten. Für diese Entwicklung hat sich der Begriff Shrinkflation etabliert. Gemeint ist eine Preissteigerung, die nicht oder nicht ausschließlich über einen höheren Verkaufspreis erfolgt, sondern durch eine kleinere Packung beziehungsweise eine geringere Menge je Verpackung.
Ein aktuelles Beispiel ist der Milky-Way-Multipack von Mars. Die Verbraucherzentrale Hamburg erklärte ihn im Juli zur „Mogelpackung des Monats“. Die Packung wurde nach ihren Angaben von neun Riegeln mit insgesamt 193,5 Gramm auf fünf Riegel mit zusammen 107,5 Gramm verkleinert. Der Verkaufspreis sank bei vielen Händlern zwar von 2,99 auf 2,29 Euro. Bezogen auf die Menge errechnete die Verbraucherzentrale dennoch eine Preissteigerung von rund 38 Prozent.
Auch bei anderen Süßwaren beschäftigen kleinere Packungsgrößen die Verbraucherschützer. Bei mehreren Milka-Tafeln reduzierte Mondelez die Füllmenge von 100 auf 90 Gramm. Im Mai 2026 entschied das Landgericht Bremen in einem Verfahren der Verbraucherzentrale Hamburg, dass Verbraucher bei gleichbleibender Verpackung nicht über einen geringeren Inhalt irregeführt werden dürfen. Das Verfahren ist noch nicht endgültig abgeschlossen.
Bei Ritter Sport wiederum kamen 2026 mehrere Sorten mit 75 statt der für viele Tafeln bekannten 100 Gramm auf den Markt. Die Verbraucherzentrale nahm auch diese Veränderung zum Anlass für eine öffentliche Auseinandersetzung mit Shrinkflation.
Für Verbraucher ist bei solchen Veränderungen vor allem der Grundpreis aussagekräftig. Er zeigt, wie viel ein Kilogramm oder ein Liter tatsächlich kostet und macht Produkte mit unterschiedlichen Packungsgrößen vergleichbarer.
Gerade der Romy-Fall zeigt, warum ein niedrigerer Preis an der Kasse nicht automatisch eine Preissenkung bedeutet. Nach den von der Verbraucherzentrale Hamburg zugrunde gelegten Werten kostet die neue Packung zwar 50 Cent weniger. Weil gleichzeitig ein Viertel des Inhalts entfällt, steigt jedoch der Preis je Kilogramm von 14,95 auf 16,60 Euro.
Damit richtet sich die Kritik der Verbraucherzentrale nicht gegen die bloße Einführung einer kleineren Tafel. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie deutlich eine solche Mengenänderung für Kunden erkennbar ist und wie sich der Preis im Verhältnis zur neuen Füllmenge entwickelt.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu