RTL+, Sky und WOW wachsen zusammen: Was sich bei den Abos ändert

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Grzegorz Walczak

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Knapp drei Monate nach dem Abschluss der Übernahme von Sky Deutschland konkretisiert RTL Deutschland die gemeinsame Plattformstrategie. RTL+, Sky und der Streamingdienst WOW sollen enger miteinander verzahnt werden, ohne die drei Marken kurzfristig zu einer einzigen Plattform zusammenzuführen. Für Neukunden führt Sky zugleich eine vereinfachte Angebotsstruktur mit neuen Laufzeit- und Preisregeln ein. Bestandskunden müssen dagegen zunächst nichts unternehmen. Ihre bestehenden Verträge laufen unverändert weiter.

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RTL+, Sky und WOW sollen enger zusammenrücken

Der nächste große Schritt betrifft die Streamingangebote. RTL Deutschland hat angekündigt, noch im Laufe des Jahres 2026 ein gemeinsames Bundle aus WOW und RTL+ in Deutschland und Österreich einzuführen. Einen konkreten Starttermin, einen Preis und die genaue Zusammenstellung dieses Angebots nannte das Unternehmen zunächst nicht. Damit bleibt auch offen, welche Tarifstufen von RTL+ und WOW kombiniert werden und ob mehrere Varianten vorgesehen sind.

Für 2027 ist bereits eine weitergehende Integration angekündigt. Dann soll RTL+ zu einem festen Bestandteil des Sky Angebots werden. Auch hierzu machte RTL zunächst keine Angaben zu Preisen, betroffenen Paketen oder technischen Voraussetzungen. Insbesondere ist damit nicht angekündigt, dass Sky, WOW oder RTL+ als eigenständige Marken verschwinden. RTL beschreibt für alle drei Angebote weiterhin unterschiedliche Funktionen: RTL+ soll vor allem für lokale Unterhaltung, Reality und Serien stehen, Sky für Filme, Serien und Premium-TV sowie WOW als flexibel buchbare Streamingvariante der Sky Inhalte.

Neue Sky Preislogik gilt zunächst für Neukunden

Parallel ordnet Sky seine Abostruktur neu. Neue Abonnements beginnen künftig grundsätzlich mit einer Mindestlaufzeit von zwölf Monaten. Nach deren Ende können Kunden ihren Vertrag monatlich kündbar weiterlaufen lassen oder sich erneut für eine Laufzeit von zwölf oder 24 Monaten entscheiden. Bei einer Verlängerung gelten die dann verfügbaren Aktionspreise.

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Wer nach den ersten zwölf Monaten ohne neue Laufzeit in einen monatlich kündbaren Vertrag wechselt, zahlt nach der aktuellen Preislogik einen festen Aufschlag. Bei einzelnen Film-, Serien- oder Sportpaketen beträgt dieser fünf Euro monatlich, bei Kombinationen aus Fiction und Sport zehn Euro. Sky stellt zugleich sogenannte Top Deals stärker in den Mittelpunkt. Sie sollen häufig nachgefragte Leistungen in übersichtlicheren Kombinationen bündeln, ersetzen die übrigen buchbaren Pakete aber nicht.

Als reguläre Beispiele nennt Sky derzeit 19,99 Euro monatlich für zwölf Monate für ein Film- und Serienangebot mit Netflix Standard und Paramount+, 34,99 Euro für das komplette Sky Sport Angebot und 49,99 Euro für ein umfassendes Paket mit zusätzlichen Leistungen wie UHD, Kids und Multiscreen. Für den Saisonstart hat RTL Deutschland daneben zeitlich begrenzte Neukundenaktionen angekündigt, darunter Sportangebote zu abweichenden Aktionspreisen. Diese Sonderkonditionen sind deshalb von der allgemeinen neuen Preisstruktur zu unterscheiden.

Für bestehende Sky Kunden ändert sich vorerst nichts

Von der neuen Angebotslogik werden bestehende Verträge nicht automatisch umgestellt. Sky erklärt ausdrücklich, dass Preis, Vertragslaufzeit und vereinbarte Konditionen bestehen bleiben, solange Kundinnen und Kunden ihren Tarif nicht aktiv verlängern oder verändern. Auch gebuchte Inhalte und bisherige Zugänge sollen weiter funktionieren. Eine automatische Überführung bestehender Kunden in die neuen Neukundenpakete wurde nicht angekündigt.

Das gilt auch für die technische Nutzung. Sky Stream, Sky Q, Sky Q Mini und Sky Go bleiben bestehen. Wer Sky klassisch über Kabel oder Satellit mit Sky Q empfängt, muss wegen der Neuordnung derzeit keine Empfangstechnik wechseln. Ebenso bleibt Sky Stream als internetbasierter Empfangsweg erhalten. Eine Abschaltung des Kabel- oder Satellitenempfangs im Zuge der RTL Sky Übernahme ist nicht angekündigt.

Technische Zusammenführung soll schrittweise erfolgen

Langfristig verfolgt RTL Deutschland allerdings eine stärkere technische Vernetzung seiner Plattformen. Die Infrastruktur hinter RTL+, Sky und WOW soll schrittweise enger zusammengeführt werden. Ziel des Unternehmens ist ein stärker verbundenes Nutzererlebnis zwischen den verschiedenen Diensten. Welche Apps, Benutzerkonten, Abrechnungssysteme oder Geräte davon konkret betroffen sein werden, teilte RTL zunächst nicht mit.

Schon jetzt werden einzelne Inhalte zwischen den Plattformen ausgetauscht. Produktionen aus der RTL Welt sind teilweise auch bei Sky und WOW verfügbar, während ausgewählte Sky Inhalte auf RTL Plattformen erscheinen können. Auch bei einzelnen Sportrechten nutzt der Konzern seine Plattformen inzwischen gemeinsam. Eine vollständige Zusammenlegung der Programmkataloge ist damit jedoch nicht verbunden.

Übernahme wurde Anfang Juni abgeschlossen

Die RTL Group hatte die Übernahme des Sky Geschäfts in Deutschland, Österreich und der Schweiz am 1. Juni 2026 abgeschlossen. Die Europäische Kommission hatte die Transaktion zuvor im April ohne Auflagen genehmigt. Zum Zeitpunkt des Vollzugs bezifferte RTL die gemeinsame Zahl zahlender Abonnenten von RTL+, Sky und WOW auf rund 12,3 Millionen.

Hinter der Übernahme steht vor allem eine strategische Verschiebung des Geschäftsmodells. RTL will sein Erlösmodell stärker auf Abonnements und Streaming stützen und zugleich Kosten sowie technische Strukturen innerhalb des Konzerns bündeln. Die RTL Group rechnet innerhalb von drei Jahren nach Abschluss der Transaktion mit jährlichen Synergien von rund 250 Millionen Euro, überwiegend durch Kosteneinsparungen. Für Kundinnen und Kunden wird diese Strategie nun erstmals deutlicher sichtbar: zunächst durch vereinfachte Sky Tarife, anschließend durch gemeinsame Bundles und ab 2027 durch eine direkte Einbindung von RTL+ in das Sky Angebot.

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