
Wegen möglicher Kraftstofflecks müssen Tausende Transporter des Automobilkonzerns Stellantis in die Werkstatt. Betroffen sind bestimmte Fahrzeuge der Modelle Fiat Ducato, Citroën Jumper, Peugeot Boxer und Opel Movano. Der Rückruf wegen Brandgefahr umfasst nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) insgesamt 2.120 Fahrzeuge in Deutschland. Weltweit sind 6.525 Fahrzeuge betroffen. Ursache ist ein möglicherweise undichter Kraftstoffdruckdämpfer. Auch Besitzer von Wohnmobilen sollten prüfen, ob ihr Fahrzeug zu den betroffenen Produktionschargen gehört.
Im Mittelpunkt der Rückrufaktionen steht ein Bauteil des Niederdruck-Kraftstoffsystems. Der sogenannte Kraftstoffdruckdämpfer dient dazu, Druckschwankungen innerhalb der Kraftstoffversorgung auszugleichen. Bei den betroffenen Fahrzeugen kann an diesem Bauteil eine Undichtigkeit auftreten.
Dadurch besteht die Möglichkeit, dass Dieselkraftstoff austritt und mit heißen Fahrzeugteilen in Kontakt kommt. Unter ungünstigen Umständen kann dadurch ein Fahrzeugbrand entstehen. Das KBA weist außerdem auf eine weitere Gefahr hin: Austretender Dieselkraftstoff kann auf die Fahrbahn gelangen und dort die Haftung zwischen Reifen und Straßenoberfläche beeinträchtigen.
Die Behörde führt die Rückrufaktionen seit dem 14. Oktober 2026. Die Durchführung wird vom KBA überwacht. Die Rückrufe betreffen ausschließlich bestimmte Fahrzeuge der vier Modellreihen, nicht deren gesamte Produktion.
Den größten Anteil an den aktuellen Rückrufaktionen hat der Fiat Ducato. Nach den veröffentlichten Zahlen sind weltweit 2.783 Fahrzeuge betroffen, davon 1.271 in Deutschland. Der angegebene Produktionszeitraum reicht vom 14. bis zum 31. Juli 2026. Es handelt sich somit um Fahrzeuge aus einem vergleichsweise kurzen Fertigungszeitraum.
Beim Citroën Jumper umfasst die Rückrufaktion weltweit 1.486 Fahrzeuge. In Deutschland sind 451 Exemplare betroffen. Für den Peugeot Boxer nennt das KBA 1.601 Fahrzeuge weltweit und 172 in Deutschland. Der betreffende Produktionszeitraum beim Boxer reicht vom 2. Dezember 2025 bis zum 17. August 2026.
Auch der Opel Movano gehört zu den betroffenen Modellen. Hier sind weltweit 655 Fahrzeuge erfasst, darunter 226 in Deutschland. Die entsprechenden Fahrzeuge wurden zwischen dem 3. Februar und dem 29. Juli 2026 produziert.
Die Zahlen beziehen sich jeweils auf potenziell betroffene Fahrzeuge. Allein aus Modellbezeichnung, Baujahr oder Erstzulassung lässt sich deshalb nicht zuverlässig ableiten, ob ein bestimmter Transporter tatsächlich unter den Rückruf fällt.
Für alle vier Modelle ist grundsätzlich dieselbe Reparaturmaßnahme vorgesehen. In einer autorisierten Werkstatt wird der untere Abschnitt der Kraftstoffleitung einschließlich des Kraftstoffdruckdämpfers ersetzt. Damit soll die mögliche Undichtigkeit im Niederdruck-Kraftstoffsystem beseitigt werden.
Die Arbeiten sind für betroffene Fahrzeughalter kostenlos. Das gilt grundsätzlich auch dann, wenn die reguläre Herstellergarantie nicht mehr besteht. Fiat, Peugeot, Citroën und Opel verweisen bei Rückrufaktionen auf ihre autorisierten Werkstattnetze.
Nach Informationen des Fachmagazins promobil beträgt die voraussichtliche Arbeitszeit für den Austausch abhängig vom Fahrzeugtyp etwa 30 bis 90 Minuten. Die tatsächliche Dauer kann die jeweilige Vertragswerkstatt bei der Terminvereinbarung erläutern.
Obwohl bei allen vier Transportermodellen derselbe technische Mangel vorliegt, werden die Rückrufaktionen beim Kraftfahrt-Bundesamt getrennt geführt. Für jede Marke existieren eine eigene KBA-Referenznummer und ein herstellerinterner Aktionscode.
Beim Fiat Ducato lautet die KBA-Referenznummer 17165R, der Herstellercode F637. Der Citroën Jumper wird unter 17167R und G4A geführt. Für den Peugeot Boxer gelten 17168R und M5X. Beim Opel Movano sind es 17166R und KXS.
Diese Kennzeichnungen ermöglichen eine eindeutige Zuordnung der Rückrufaktion bei Anfragen an den Hersteller oder eine Vertragswerkstatt. Eine Prüfung ist über die Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes möglich.
Für die Prüfung des eigenen Fahrzeugs ist die Fahrzeugidentifikationsnummer entscheidend. Diese 17-stellige Kennung befindet sich unter anderem in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Mit ihr können autorisierte Werkstätten feststellen, ob ein bestimmtes Fahrzeug betroffen ist und ob die vorgesehene Maßnahme bereits durchgeführt wurde.
Der Rückruf betrifft nicht ausschließlich klassische Lieferwagen oder gewerblich genutzte Transporter. Der Fiat Ducato wird ebenso wie der Citroën Jumper und der Peugeot Boxer als Basis für Wohnmobile und Campingfahrzeuge verwendet. Deshalb können auch entsprechend ausgebaute Reisemobile unter die Rückrufaktionen fallen.
Bei Wohnmobilen ist zwischen der Produktion des Basisfahrzeugs und der späteren Fertigstellung des Wohnmobils zu unterscheiden. Die Fahrgestelle werden zunächst beim Fahrzeughersteller produziert und anschließend an Wohnmobilhersteller geliefert. Dort können sie vor dem weiteren Ausbau mehrere Wochen oder Monate stehen.
Das bedeutet, dass das Zulassungsdatum eines Wohnmobils deutlich nach dem Produktionsdatum seines Basisfahrzeugs liegen kann. Für die Zuordnung zum aktuellen Rückruf ist deshalb die Fahrzeugidentifikationsnummer des Basisfahrzeugs ausschlaggebend.
Fiat bietet für Reisemobilbesitzer auf Ducato-Basis außerdem eigene Serviceinformationen an. Nach Angaben des Herstellers lassen sich über die Fahrgestellnummer sicherheitsrelevante Rückrufaktionen überprüfen. Betroffene Fahrzeuge sollen vor einer Reise in einer autorisierten Werkstatt vorgestellt werden.
Fahrzeughalter, deren Transporter zu den genannten Modellen und Produktionszeiträumen gehören, können die mögliche Betroffenheit direkt bei ihrem Hersteller überprüfen lassen. Opel und Peugeot bieten dafür auf ihren deutschen Internetseiten eine Abfrage anhand der Fahrzeugidentifikationsnummer an. Auch Fiat und Citroën verweisen bei Rückrufaktionen auf ihre Vertragswerkstätten und Servicestellen.
Wer bereits eine Rückrufbenachrichtigung erhalten hat, sollte sich zeitnah um einen Werkstatttermin kümmern. Die betroffenen Fahrzeuge werden dort durch den Austausch des entsprechenden Leitungsabschnitts instand gesetzt.
Für die aktuelle Maßnahme ist kein Austausch des gesamten Motors vorgesehen. Die Reparatur konzentriert sich auf die Kraftstoffleitung und den darin enthaltenen Druckdämpfer.
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