
Die RWE Aktie im Dax gehört am Mittwoch zu den stärksten Werten des deutschen Leitindex. Gegen 10.48 Uhr wurde die Aktie auf Basis der von der ARD für den Xetra-Handel ausgewiesenen Marktdaten mit 60,24 Euro geführt. Das entsprach einem Plus von 1,65 Prozent gegenüber dem dort zugrunde gelegten Vortageswert. Zeitweise hatte der Kurs am Vormittag bereits 60,28 Euro erreicht. Damit entwickelte sich RWE deutlich besser als der Gesamtmarkt.
Der Dax stand am Mittwoch gegen 10.48 Uhr bei rund 25.777 Punkten und damit etwa 0,9 Prozent unter seinem Vortagesschluss. Nur wenige Indexmitglieder lagen zu diesem Zeitpunkt im Plus. Neben RWE gehörten unter anderem SAP und E.ON zu den stärkeren Aktien. Besonders auffällig war damit die relative Stärke der Versorger in einem insgesamt schwachen Marktumfeld.
Die Aussage, die RWE-Aktie steige bereits den zweiten Handelstag in Folge deutlich, lässt sich auf Basis der Xetra-Schlusskurse allerdings nicht bestätigen. Am Dienstag, 8. September, hatte das Papier den Handel bei 59,26 Euro beendet und damit 0,50 Prozent verloren. Am Montag hatte RWE dagegen kräftig zugelegt. Der Kursanstieg vom Mittwoch folgt somit auf einen leichten Rückgang am Vortag.
Ein klarer einzelner Unternehmensauslöser für den Kursanstieg am Mittwoch war zunächst nicht erkennbar. Das Marktumfeld spricht jedoch für ein verstärktes Interesse an Energieaktien. Die europäischen Energiewerte gehörten am Vormittag zu den wenigen Sektoren mit Kursgewinnen. Gleichzeitig hatten sich die Energiepreise infolge der weiter verschärften geopolitischen Lage im Nahen Osten deutlich erhöht.
Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl überschritt am Mittwoch zeitweise die Marke von 100 US-Dollar. Die Entwicklung belastete den breiten europäischen Aktienmarkt, weil höhere Energiepreise neue Inflationssorgen auslösen können. Für Energiekonzerne ist der Zusammenhang dagegen komplexer. RWE ist kein klassischer Ölkonzern, sondern verdient unter anderem mit erneuerbaren Energien, flexibler Stromerzeugung, Energiehandel und Beteiligungen an Netzinfrastruktur. Höhere Commodity-Preise können sich deshalb je nach Absicherung und Geschäftsbereich unterschiedlich auf das Ergebnis auswirken. RWE selbst hatte bereits Ende Juli höhere Commodity-Preise als einen erwarteten positiven Ergebnisfaktor für die zweite Jahreshälfte genannt.
Unterstützung erhält die Aktie zudem von mehreren vergleichsweise positiven Analysteneinschätzungen der vergangenen Wochen. Goldman Sachs und Jefferies hatten Anfang September ihre jeweiligen Kursziele für RWE auf 75 Euro angehoben und ihre positiven Bewertungen bestätigt. Ende August erhöhte Berenberg sein Kursziel auf 72 Euro. Diese Kursziele sind Einschätzungen der jeweiligen Analysehäuser und keine Prognose für die tatsächliche weitere Kursentwicklung.
Die Analysten verweisen unter anderem auf die längerfristigen Wachstumsperspektiven des Konzerns, den Ausbau der Erzeugungskapazitäten sowie die gestiegene Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion. Ein unmittelbar am Mittwoch veröffentlichtes neues Analystenvotum, das den Kursanstieg allein erklären würde, war zunächst nicht ersichtlich.
Fundamental hatte RWE zuletzt mit einer verbesserten Geschäftsentwicklung für Unterstützung gesorgt. Im ersten Halbjahr 2026 lag das bereinigte EBITDA bei 3,0 Milliarden Euro nach 2,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte Nettoergebnis erhöhte sich auf 1,3 Milliarden Euro. Ende Juli hatte der Konzern deshalb seine Prognose für 2026 angehoben. RWE erwartet für das Gesamtjahr ein bereinigtes EBITDA zwischen 5,75 und 6,35 Milliarden Euro und ein bereinigtes Nettoergebnis zwischen 1,95 und 2,45 Milliarden Euro.
Am Mittwoch traf diese vergleichsweise robuste Unternehmenslage auf einen schwachen Gesamtmarkt und steigende Energiepreise. Damit lässt sich die relative Stärke der RWE-Aktie in ein günstigeres Umfeld für Energiewerte einordnen. Ein einzelner bestätigter Auslöser für das Kursplus ließ sich zunächst jedoch nicht feststellen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu