
Rot-Weiss Essen hat einen festen Zeitplan für die Gespräche über die Zukunft von Trainer Uwe Koschinat. Wie Direktor Profifußball Marcus Steegmann am Sonntag beim Drittligaspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach erklärte, wollen Verein und Trainer im Januar 2027 über die weitere Zusammenarbeit sprechen. Die Vertragsgespräche mit Uwe Koschinat sollen damit erst nach dem Jahreswechsel beginnen. Der Termin sei gemeinsam vereinbart worden. Damit gibt es ein klares Signal für eine mögliche Fortsetzung, aber noch keinen neuen Vertrag. Die Gespräche stehen vor dem Hintergrund einer sportlich erfolgreichen Entwicklung, die Essen erneut in die Spitzengruppe der 3. Liga geführt hat.
Steegmann äußerte sich bei MagentaSport in der Halbzeitpause des Auswärtsspiels am 1. November. Zwischen dem Klub und Koschinat bestehe ein vertrauensvolles Verhältnis, sagte der für den Profifußball zuständige Direktor. Zum Zeitpunkt der Verhandlungen stellte er klar: „Wir haben uns ganz klar auf den Januar verständigt. Das ist der verabredete Zeitplan.“ Damit legte er sich ausdrücklich auf den Jahresbeginn fest und stellte zugleich heraus, dass die Entscheidung über den Zeitpunkt gemeinsam getroffen worden sei.
Koschinat bestätigte die Absprache ebenfalls gegenüber MagentaSport. Nach Darstellung von liga3-online.de bezeichnete er die Verständigung als von beiden Seiten vollständig mitgetragen. Öffentliche Aussagen zu konkreten Vertragskonditionen, einer angebotenen neuen Laufzeit oder einem Termin für die Unterschrift liegen bislang nicht vor. Der Januar ist somit als Beginn der Verhandlungen angekündigt, nicht als Zeitpunkt einer bereits feststehenden Einigung. Auch eine Zusage, dass die Gespräche bereits zum Monatsende abgeschlossen sein werden, gab es nicht.
Die anstehenden Gespräche wären nicht die erste Verlängerung seit Koschinats Amtsantritt. Der 55-Jährige übernahm Rot-Weiss Essen am 12. Dezember 2024. Zunächst war sein Arbeitsvertrag bis Sommer 2026 befristet. Am 9. Dezember 2025 gab der Verein während seiner Mitgliederversammlung bekannt, die Zusammenarbeit über diesen Zeitpunkt hinaus fortzusetzen. Auch Co-Trainer Dominik Ernst erhielt damals einen neuen Vertrag.
Ein genaues Enddatum nannte Rot-Weiss Essen in seiner damaligen Mitteilung nicht. Nach Angaben des Fachportals liga3-online.de und einschlägiger Trainerdatenbanken endet Koschinats aktueller Vertrag am 30. Juni 2027. Die jetzt vereinbarten Gespräche betreffen demnach eine mögliche Zusammenarbeit über die Saison 2026/27 hinaus. Weder über die mögliche Dauer eines neuen Vertrages noch über finanzielle Einzelheiten ist bislang etwas bestätigt.
Bei seinem Amtsantritt im Dezember 2024 übernahm Koschinat eine Mannschaft auf Rang 18 der 3. Liga. Unter seiner Leitung sicherte Essen den Klassenerhalt und beendete die Saison 2024/25 auf Tabellenplatz acht. Hinzu kam der Gewinn des Niederrheinpokals. In der darauffolgenden Spielzeit erreichte der Klub die Relegation zur 2. Bundesliga. Gegen die SpVgg Greuther Fürth scheiterte RWE trotz eines 1:0 im Hinspiel nach einer 0:2-Niederlage im Rückspiel.
Auch die laufende Saison liefert Argumente für Kontinuität. Nach zwölf Spieltagen steht Essen mit 24 Punkten auf Rang drei. Der Rückstand auf Tabellenführer Viktoria Köln und den punktgleichen MSV Duisburg beträgt zwei Zähler. Zuletzt gewann die Mannschaft am Sonntag mit 1:0 in Großaspach. Den Treffer erzielte Dickson Abiama in der 35. Minute. Die Tabellenposition verdeutlicht, weshalb die Trainerfrage im Verein über die laufende Spielzeit hinaus Bedeutung hat.
Zeitgleich mit dem Fahrplan für die Trainerverhandlungen sprach Steegmann über die angespannte Personalsituation. Mehrere Ausfälle schränken die Auswahl ein. Der Direktor verteidigte den vergleichsweise kleinen Kader und verwies darauf, dass nicht allein die Zahl der Spieler, sondern vor allem die gleichzeitigen Verletzungen problematisch seien. Man beobachte den Transfermarkt, für eine Festlegung auf mögliche Winterverstärkungen sei es aber noch zu früh.
Eine bereits umgesetzte Personalentscheidung ist die Verpflichtung von Paul Pöpperl am 20. Oktober. Der Mittelfeldspieler befindet sich nach einem Kreuzbandriss im Aufbautraining und soll spätestens während der Wintervorbereitung vollständig ins Mannschaftstraining integriert werden. Seine Verpflichtung ist unabhängig von den für Januar vereinbarten Vertragsgesprächen mit Koschinat bereits abgeschlossen. Konkrete weitere Neuzugänge kündigte Steegmann nicht an.
Der Verein hatte schon bei der Verlängerung im Dezember 2025 betont, dass die längerfristige Zusammenarbeit mit dem Trainerteam Teil seines sportlichen Kurses sei. Vorstandsvorsitzender Marc-Nicolai Pfeifer verwies damals auf die Bedeutung von Kontinuität. Der neue Gesprächsfahrplan knüpft an diese Linie an, ohne das Ergebnis vorwegzunehmen. Bis zum Jahreswechsel soll Koschinat die Mannschaft weiter durch den Ligaalltag führen. Ob und zu welchen Bedingungen er danach über den Sommer 2027 hinaus an der Hafenstraße bleibt, ist Gegenstand der angekündigten Verhandlungen.
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