Verletzungssorgen beim Hamburger SV wachsen: Sechs Stammspieler fehlen Trainer Merlin Polzin

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Der Hamburger SV kämpft in der Fußball-Bundesliga mit erheblichen Personalproblemen. Gleich sechs potenzielle Stammspieler standen Trainer Merlin Polzin beim Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag, 1. November 2026, nicht zur Verfügung. Besonders schwer wiegt der langfristige Ausfall von Kapitän Nicolai Remberg. Hinzu kommen mehrere Muskelverletzungen und angeschlagene Leistungsträger in der Defensive. Die HSV Verletztenmisere erschwert damit zunehmend die Vorbereitung auf die kommenden Bundesligaspiele.

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Nach dem 1:3 im DFB-Pokal am vergangenen Dienstag unterlagen die Hamburger auch in der Bundesliga fünf Tage später mit 1:3 gegen Frankfurt. Für den HSV war es die dritte Pflichtspielniederlage in Folge. Die Mannschaft rutschte auf Tabellenplatz 15 ab. Polzin sieht in den zahlreichen Ausfällen keine Entschuldigung für die Ergebnisse, verweist aber auf die Schwierigkeiten bei der Abstimmung innerhalb einer immer wieder veränderten Mannschaft.

Kreuzbandriss bei Kapitän Nicolai Remberg trifft den HSV besonders schwer

Der schwerwiegendste Ausfall betrifft Nicolai Remberg. Der 26 Jahre alte defensive Mittelfeldspieler hatte sich am 10. Oktober beim Bundesligaspiel gegen die TSG Hoffenheim das vordere Kreuzband im rechten Knie gerissen. Die Diagnose wurde nach Angaben des HSV durch eine MRT-Untersuchung bestätigt. Der Kapitän muss operiert werden und fällt mehrere Monate aus. Einen konkreten Rückkehrtermin nannte der Verein nicht.

Remberg gehört seit seinem Wechsel von Holstein Kiel im Sommer 2025 zu den prägenden Spielern im zentralen Mittelfeld. Vor der laufenden Saison übernahm er zudem das Kapitänsamt. Sein Ausfall betrifft deshalb sowohl die defensive Absicherung als auch die Führungsstruktur der Mannschaft. Trainer Polzin muss die Aufgaben des Mittelfeldspielers auf andere Profis verteilen.

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Eine Lösung ist die veränderte Rolle von Miro Muheim. Der Schweizer, der ursprünglich als Linksverteidiger eingesetzt wurde, übernimmt inzwischen verstärkt Aufgaben im zentralen Mittelfeld. Auch Albert Sambi Lokonga und Kofi Amoako stehen als Alternativen zur Verfügung. Allerdings schränken weitere Verletzungen die personellen Möglichkeiten zusätzlich ein.

Fabio Vieira und Bilal Nadir fehlen nach Verletzungen im Oberschenkel

Besonders angespannt ist die Situation im Mittelfeld. Der 26-jährige Spielmacher Fabio Vieira und der 22 Jahre alte Bilal Nadir verletzten sich am 24. Oktober bei der Niederlage gegen den SC Paderborn. Wie der Hamburger SV am 26. Oktober offiziell bestätigte, erlitten beide Muskelverletzungen im Oberschenkel. Die Diagnosen ergaben sich aus Untersuchungen im Athleticum am Volkspark.

Bei Vieira handelt es sich nach übereinstimmenden Angaben des NDR und der Deutschen Presse-Agentur um einen Muskelfaserriss. Der portugiesische Offensivspieler wird mehrere Wochen fehlen. Ein verbindlicher Termin für seine Rückkehr wurde nicht veröffentlicht. Der HSV hatte Vieira erst im Sommer nach einer vorherigen Leihe fest vom englischen Premier-League-Club FC Arsenal verpflichtet. In der vergangenen Bundesligasaison gehörte er mit sieben Toren und fünf Vorlagen zu den wichtigsten Offensivspielern der Hamburger.

Bei Nadir ist die Verletzung nach Einschätzung des Vereins komplizierter. Zusätzlich zur Muskelverletzung wurde eine Beteiligung einer Sehne festgestellt. Deshalb rechnet der HSV mit einer längeren Ausfallzeit als bei Vieira. Eine genaue medizinische Einordnung als Sehnenriss geht aus der offiziellen Vereinsmitteilung nicht hervor. Ebenso wenig gibt es einen bestätigten Rückkehrtermin für den im Sommer von Olympique Marseille verpflichteten Mittelfeldspieler.

Capaldo, Poulsen und Bornauw verschärfen die Personalprobleme

Auch in der Abwehr fehlen wichtige Spieler. Der 28-jährige Nicolás Capaldo konnte zuletzt wegen muskulärer Beschwerden nicht eingesetzt werden. Die Deutsche Presse-Agentur bezeichnete seine Verletzung als Zerrung. Der argentinische Defensivspieler ist besonders für die rechte Seite der Dreierabwehr eine wichtige Option. Nach dem Bundesligaspiel in Frankfurt äußerte Polzin die Hoffnung, Capaldo könne möglicherweise bereits gegen Borussia Mönchengladbach zurückkehren. Eine Einsatzgarantie gab es zunächst nicht.

Im Angriff fehlt weiterhin Yussuf Poulsen. Der 32-jährige dänische Stürmer leidet unter Hüftproblemen und verpasste deshalb beide Begegnungen mit Eintracht Frankfurt. Polzin hatte bereits vor dem Pokalspiel erklärt, dass ein Einsatz während der englischen Woche nicht möglich sei. Wie lange Poulsen darüber hinaus pausieren muss, war zunächst offen.

Eine zusätzliche Veränderung ergab sich durch den Ausfall von Sebastiaan Bornauw. Der 27 Jahre alte belgische Innenverteidiger hatte im Pokalspiel gegen Frankfurt einen Schlag gegen den Kieferbereich abbekommen und zur Halbzeit ausgewechselt werden müssen. Obwohl er anschließend wieder Teile des Mannschaftstrainings absolvierte, reichte es am Sonntag nicht für einen Einsatz. Nach Angaben der Hamburger Morgenpost bestanden weiterhin Beschwerden im Kopf- und Kieferbereich. Eine längere Ausfalldauer wurde nicht bestätigt.

Torunarigha kehrt zurück, doch Polzin muss die Abwehr weiter verändern

Zumindest bei Jordan Torunarigha gab es eine Entlastung. Der 29-jährige Innenverteidiger hatte zuvor wegen muskulärer Probleme gefehlt, stand am Sonntag in Frankfurt aber wieder in der Startelf. Er übernahm eine Position in der Dreierabwehr, während Bornauw nicht zur Verfügung stand.

Die Veränderungen betreffen nicht nur einzelne Positionen. Wenn mehrere Verteidiger gleichzeitig ausfallen, müssen auch die verbliebenen Spieler ihre Aufgaben innerhalb der Formation neu abstimmen. Polzin beschrieb die Situation nach dem Frankfurter Bundesligaspiel mit den Worten: „Aber es hilft natürlich nicht, wenn du permanent umbauen musst.“ Besonders die eingespielten Abläufe innerhalb der Defensive werden dadurch erschwert.

Der Trainer betonte zugleich, dass seine Mannschaft keine Ausreden suchen wolle. Auch Mittelfeldspieler Miro Muheim verwies nach der Niederlage auf die Qualität der verbliebenen Spieler und zeigte sich überzeugt, dass das Team die Ausfälle auffangen könne. Neben erfahrenen Profis erhalten damit auch jüngere Spieler zusätzliche Einsatzmöglichkeiten.

Wintertransfers bleiben eine Option für die HSV-Kaderplanung

Die zahlreichen Ausfälle haben auch die Überlegungen der sportlichen Führung beeinflusst. Bereits nach Rembergs Kreuzbandriss hatte sich HSV-Sportdirektor Claus Costa mit möglichen personellen Lösungen für das zentrale Mittelfeld beschäftigt. Gegenüber der Hamburger Morgenpost erklärte er Mitte Oktober, dass sich der Verein auf die Wintertransferperiode vorbereite, derzeit aber kein zwingender Bedarf für eine Verpflichtung bestehe.

Gemeinsam mit der Scouting-Abteilung wurden demnach mögliche Alternativen geprüft. Zunächst setzt der HSV jedoch auf Spieler aus dem vorhandenen Kader. Dazu gehört insbesondere Kofi Amoako, der im Sommer von Dynamo Dresden nach Hamburg wechselte. Eine konkrete Neuverpflichtung als Ersatz für Remberg wurde bislang nicht angekündigt.

Die weiteren Verletzungen von Vieira, Nadir und den Defensivspielern verändern die Ausgangslage zusätzlich. Ob der Hamburger SV deshalb seine Transferplanungen für Januar erweitert, war Anfang November noch nicht entschieden. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass Remberg langfristig ausfällt, während bei mehreren anderen Spielern eine frühere Rückkehr möglich erscheint.

Gegen Borussia Mönchengladbach hofft der HSV auf erste Rückkehrer

Die nächste Gelegenheit zur sportlichen Stabilisierung bietet sich am Freitag, 6. November. Dann empfängt der Hamburger SV um 20.30 Uhr Borussia Mönchengladbach im Volksparkstadion. Nach drei Pflichtspielniederlagen hintereinander steht die Mannschaft auch in der Bundesliga unter Ergebnisdruck.

Für Trainer Merlin Polzin wird vor allem die Entwicklung von Sebastiaan Bornauw und Nicolás Capaldo entscheidend sein. Beide könnten nach den zuletzt veröffentlichten Einschätzungen vergleichsweise zeitnah wieder zur Verfügung stehen. Bei Remberg ist dagegen mit einer mehrmonatigen Pause zu rechnen. Auch Vieira und Nadir werden aufgrund ihrer Verletzungen nicht kurzfristig vollständig zurückerwartet.

Nach der Begegnung mit Mönchengladbach folgt eine Länderspielpause, die mehreren angeschlagenen Spielern zusätzliche Zeit zur Regeneration bietet. Bis dahin muss Polzin mit einem weiterhin eingeschränkten Kader arbeiten. Der HSV steht damit vor der Aufgabe, seine defensive Stabilität wiederzufinden und zugleich die Ausfälle im zentralen Mittelfeld und im Angriff auszugleichen.

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