Trump macht Ernst gegen Windkraft: RWE gibt US-Projekte für 1,22 Milliarden Dollar au

Trump-Regierung zahlt RWE 1,22 Milliarden Dollar für Wind-Ausstieg
Symbolfoto: Inga Huerkamp

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Donald Trump macht aus seiner Abneigung gegen Windkraft keinen Hehl. Nun hat seine Energiepolitik konkrete Milliardenfolgen für einen deutschen Konzern. RWE gibt drei Offshore-Windpachten in den USA auf und erhält im Rahmen einer Vereinbarung mit der Trump-Regierung 1,22 Milliarden US-Dollar. Der RWE Trump-Deal USA betrifft Flächen vor New York, Kalifornien und Louisiana. Die geplanten Anlagen waren noch nicht gebaut. RWE hatte die Projekte bereits gestoppt und sieht unter den derzeitigen politischen Bedingungen auf absehbare Zeit keinen realistischen Weg zu einer Genehmigung.

RWE Offshore-Wind USA endet mit drei Pachtgebieten

RWE gehörte bislang zu den großen Entwicklern von Offshore-Windprojekten in den Vereinigten Staaten. Die nun aufgegebenen Rechte betreffen Gebiete vor New York, Louisiana und Kalifornien. Die damit verbundenen Projekte befanden sich laut Reuters noch in einem frühen Entwicklungsstadium und wären frühestens in den 2030er-Jahren in Betrieb gegangen.

Besonders teuer war die Fläche vor New York. RWE zahlte bei einer Auktion der Biden-Regierung im Jahr 2022 rund 1,1 Milliarden Dollar für die dortigen Pachtrechte. Für die beiden weiteren Gebiete wurden zusammen rund 163 Millionen Dollar gezahlt. Insgesamt hätten die Flächen nach Angaben der Associated Press ein Potenzial von etwa sieben Gigawatt gehabt.

Trump gegen Windkraft: „Wir machen das nicht“

Dass ausgerechnet Windprojekte betroffen sind, ist kein Zufall. Trump äußert sich seit Langem ausgesprochen ablehnend über Windenergie. Bereits am 20. Januar 2025 sagte er nach Angaben von Reuters: „We’re not going to do the wind thing.“ Zugleich bezeichnete er Windräder als groß und hässlich und behauptete, sie seien besonders teuer und schadeten Tieren. Für seine Behauptung, Offshore-Windkraft sei für vermehrte Walsterben verantwortlich, legte er Reuters zufolge keine Belege vor.

Noch deutlicher wurde Trump im März 2026. Bei einer Diskussionsrunde zur Energiepolitik erklärte er mit Blick auf Windkraft: „Forget it. It’s worthless.“ Wenig später bezeichnete er Windenergie als „a loser“. Stattdessen stellte er Erdgas und Kohle als bevorzugte Energiequellen seiner Regierung heraus. Die Äußerungen sind im Transkript des American Presidency Project dokumentiert.

Trump stoppte neue Offshore-Windpachten direkt nach Amtsantritt

Bei Worten blieb es nicht. Bereits zu Beginn seiner zweiten Amtszeit änderte Trump die politischen Rahmenbedingungen für die Branche grundlegend. Am 20. Januar 2025 ordnete er an, sämtliche Gebiete des äußeren US-Festlandsockels zunächst nicht mehr für neue oder erneuerte Windenergie-Pachtverträge zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig sollten bestehende Genehmigungs- und Vergabeverfahren umfassend überprüft werden.

Die Verfügung sah zudem eine Überprüfung bestehender Windpachten vor. Trumps Regierung begründete den Kurs unter anderem mit Kosten, Versorgungssicherheit sowie möglichen Auswirkungen auf Tiere und andere Interessen. Für Unternehmen wie RWE erhöhte das die Unsicherheit erheblich. Der Essener Konzern hatte die Arbeit an seinen US-Offshore-Projekten bereits 2025 gestoppt.

RWE sieht keinen Weg mehr zu Genehmigungen

RWE erklärte zu der neuen Vereinbarung, dass nach sorgfältiger Prüfung auf absehbare Zeit kein Weg erkennbar sei, die betroffenen Offshore-Projekte in den Vereinigten Staaten genehmigt zu bekommen. Die Einigung ermögliche es dem Konzern stattdessen, Kapital in Projekte zu stecken, die unter den aktuellen Bedingungen mit größerer Planungssicherheit umgesetzt werden könnten.

Der RWE Trump-Deal USA ist nach Reuters bereits die fünfte entsprechende Vereinbarung der US-Regierung in diesem Jahr und zugleich die bislang größte. Zuvor hatte die Trump-Regierung bereits mit TotalEnergies, Ocean Winds, Invenergy und Duke Energy Vereinbarungen über die Rückgabe von Windpachten getroffen. Zusammen mit RWE summiert sich das Volumen dieser Deals laut Associated Press inzwischen auf rund 3,9 Milliarden Dollar.

Aus RWE Windkraft USA werden Investitionen in Gas

RWE zieht das Kapital nicht aus den Vereinigten Staaten ab. Stattdessen verschiebt der Konzern seine Investitionen. Nach Reuters will RWE 900 Millionen Dollar einsetzen, um einen Anteil von 16 Prozent an einem LNG-Projekt in Louisiana zu erwerben. Weitere 300 Millionen Dollar fließen demnach in Gasturbinen für eine Pipeline von 15 geplanten Gaskraftwerksprojekten in den USA.

Damit führt die Einigung genau in jene Richtung, die Trump energiepolitisch bevorzugt. Seine Regierung setzt stärker auf Öl, Erdgas und Kohle und drängt Offshore-Windkraft zurück. US-Innenminister Doug Burgum begrüßte die RWE-Vereinbarung ausdrücklich und erklärte, die USA benötigten ein Energiesystem, das auf zuverlässige und bezahlbare Energiequellen setze.

Milliarden für den Abschied von Offshore-Wind

Politisch ist der Kurs umstritten. Die Trump-Regierung stellt die Vereinbarungen als Teil ihrer Strategie für eine zuverlässigere und kostengünstigere Energieversorgung dar. Kritiker sehen dagegen den Versuch, Offshore-Windprojekte mit staatlichem Geld aus dem Markt zu drängen. Mehrere Bundesstaaten gehen bereits juristisch gegen ähnliche Vereinbarungen vor.

Für RWE ist die wirtschaftliche Konsequenz zunächst eindeutig: Der Konzern erhält 1,22 Milliarden Dollar und verabschiedet sich von seinen verbliebenen US-Offshore-Windpachten. Der RWE Trump-Deal USA zeigt damit besonders deutlich, wie stark die Energiepolitik des Präsidenten inzwischen konkrete Investitionsentscheidungen beeinflusst. Trump hatte Windkraft wiederholt als teuer, hässlich und ineffizient kritisiert. Jetzt zieht einer der größten europäischen Energiekonzerne daraus Konsequenzen.

Quellen: RWE, US-Regierung/White House, Reuters, Associated Press, American Presidency Project.

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