
Marcel Sabitzer hat Borussia Dortmund mit seinem entscheidenden Treffer im DFB-Pokal gegen Werder Bremen ins Achtelfinale geschossen. Doch der sportliche Erfolg des österreichischen Mittelfeldspielers hat bislang keine erkennbare Veränderung seiner Vertragssituation bewirkt. Der Vertrag von Marcel Sabitzer beim BVB läuft am 30. Juni 2027 aus. Eine Verlängerung wurde bisher nicht angekündigt. Nach Informationen der Sport Bild plant der Bundesligist derzeit nicht mit einer Fortsetzung der Zusammenarbeit über die laufende Saison hinaus. Eine offizielle Bestätigung für eine endgültige Trennung gibt es allerdings nicht.
Bereits Anfang September hatte die Sport Bild über die Zukunft des 32-Jährigen berichtet. Demnach sei eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrags innerhalb des Vereins derzeit ausgeschlossen. Auch nach Sabitzers jüngstem Erfolg deutet sich offenbar keine grundlegende Änderung dieser Haltung an. Wie Bild am 28. Oktober berichtete, hätten bislang keine Gespräche über einen neuen Vertrag stattgefunden. Eine unabhängige Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor.
Sportdirektor Ole Book äußerte sich nach dem Pokalerfolg zurückhaltend. Er erklärte, dass der Verein die Leistungen, die tägliche Arbeit und die Persönlichkeit Sabitzers kenne. Ein einzelner erfolgreicher Moment ändere nichts an dieser Bewertung. Eine konkrete Entscheidung über die Zukunft des Österreichers gab Book nicht bekannt.
Damit bleibt die Situation vorerst offen. Offiziell bestätigt ist lediglich die bestehende Vertragslaufzeit. Eine vorzeitige Trennung, ein unterschriftsreifer neuer Vertrag oder ein verbindlicher Beschluss gegen eine Verlängerung wurden vom Verein nicht bekannt gegeben.
Die Zukunft von Marcel Sabitzer hängt auch mit der veränderten Kaderplanung von Borussia Dortmund zusammen. Im Sommer 2026 verpflichtete der Bundesligist den niederländischen Nationalspieler Joey Veerman von der PSV Eindhoven. Der 27-Jährige erhielt einen langfristigen Vertrag bis zum 30. Juni 2031.
Geschäftsführer Sport Lars Ricken erläuterte bei der Verpflichtung, dass Dortmund seine Transferaktivitäten bewusst auf das zentrale Mittelfeld konzentriert habe. Hintergrund seien unter anderem die Abgänge von Pascal Groß und Salih Özcan. Zudem plane der Verein mit Emre Can nach dessen Rückkehr in der Innenverteidigung.
Neben Veerman gehören Felix Nmecha und Jobe Bellingham zu den wichtigen Optionen für die zentralen Positionen. Auch Carney Chukwuemeka kann im Mittelfeld eingesetzt werden. Sabitzer muss sich deshalb in einer Mannschaft behaupten, die auf mehreren Positionen über internationale Erfahrung und jüngere Alternativen verfügt.
Der langfristige Vertrag mit Veerman verdeutlicht die Ausrichtung der Dortmunder Personalplanung. Eine unmittelbare Entscheidung über Sabitzers Zukunft lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Trainer Niko Kovac hat seinem erfahrenen Mittelfeldspieler trotz der zunehmenden Konkurrenz zuletzt ausdrücklich den Rücken gestärkt. Gegenüber Sport1 erklärte der BVB-Coach am 24. Oktober, dass Sabitzer fleißig arbeite und seine Aufgaben ordentlich erfülle.
Gleichzeitig verwies Kovac auf die starke Konkurrenz innerhalb der Mannschaft. Auch die jeweilige taktische Aufstellung beeinflusse, wie viele Mittelfeldspieler eingesetzt werden könnten. Sabitzer werde weiterhin Möglichkeiten erhalten, sich zu zeigen. Der Trainer bezeichnete ihn ausdrücklich als wichtigen Bestandteil des Kaders.
Dieses Vertrauen zeigte sich am Dienstagabend im DFB-Pokal. Beim 3:2 gegen Werder Bremen wurde Sabitzer in der 71. Minute eingewechselt. In der dritten Minute der Nachspielzeit erzielte er mit einem direkt verwandelten Freistoß den entscheidenden Treffer.
Kovac bestätigte anschließend im ZDF, dass er seinen Spieler selbst zum direkten Abschluss aufgefordert habe. Der Trainer begründete dies mit Sabitzers Schussqualität. Der BVB veröffentlichte die Aussagen am 28. Oktober ebenfalls auf seiner Internetseite.
Für die Vertragsfrage hat dieser Treffer bislang keine öffentlich bestätigten Konsequenzen.
Ein Blick auf die Einsatzstatistik verdeutlicht Sabitzers sportliche Situation. In der vergangenen Bundesligasaison 2025/26 absolvierte der Österreicher 26 Partien. Dabei erzielte er ein Tor und bereitete zwei weitere Treffer vor. Seine Einsatzzeit lag bei rund 1.822 Minuten.
In der laufenden Spielzeit 2026/27 kam Sabitzer bis zum 29. Oktober auf sechs Bundesligaeinsätze. Dabei stand er insgesamt rund 212 Minuten auf dem Platz. Vier seiner sechs Einsätze erfolgten nach einer Einwechslung. In der Liga stehen bislang kein Treffer und eine Torvorlage zu Buche.
Die Zahlen zeigen, dass Sabitzer aktuell seltener zum Einsatz kommt als in der vergangenen Saison. Allerdings wird der erfahrene Mittelfeldspieler weiterhin in verschiedenen Wettbewerben berücksichtigt. Neben der Bundesliga kam er in dieser Spielzeit auch in der Champions League und im DFB-Pokal zum Einsatz.
Für Kovac bleibt Sabitzer damit eine verfügbare Alternative, auch wenn andere Spieler im zentralen Mittelfeld derzeit häufiger berücksichtigt werden.
Marcel Sabitzer wechselte im Juli 2023 vom FC Bayern München zu Borussia Dortmund. Die Ablöse wurde damals in Medienberichten auf rund 19 Millionen Euro beziffert. Der BVB selbst nannte in seiner offiziellen Verpflichtungsmitteilung keine konkrete Transfersumme.
Der am 17. März 1994 geborene Österreicher verfügt über umfangreiche internationale Erfahrung. Zu seinen bisherigen Stationen gehören unter anderem Rapid Wien, der FC Salzburg, RB Leipzig, Bayern München und Manchester United. Für den englischen Rekordmeister spielte er 2023 auf Leihbasis.
Bei seiner Verpflichtung in Dortmund hatte der damalige Sportdirektor Sebastian Kehl insbesondere Sabitzers Vielseitigkeit hervorgehoben. Der Mittelfeldspieler sollte sowohl defensiv als auch offensiv zur Stabilität beitragen und dem Team zusätzliche Erfahrung geben.
Kehl ist mittlerweile nicht mehr für die sportliche Planung verantwortlich. Im März 2026 übernahm Ole Book das Amt des Sportdirektors. Die übergeordnete Verantwortung für den sportlichen Bereich liegt weiterhin bei Geschäftsführer Lars Ricken.
Ein vorzeitiger Abschied Sabitzers stand bereits im vergangenen Sommer zur Diskussion. Sein Berater Roger Wittmann erklärte Anfang September gegenüber Sky Sport News, dass es zehn verschiedene Anfragen für den österreichischen Nationalspieler gegeben habe. Gleichzeitig stellte er klar, dass Sabitzer in Dortmund bleiben werde.
Welche Vereine Interesse gezeigt hatten und wie konkret die jeweiligen Anfragen waren, wurde nicht öffentlich erläutert. Eine unabhängige Bestätigung für zehn verbindliche Transferangebote lag nicht vor.
Bild berichtete später, Dortmund wäre bei einem passenden Angebot zu einem Verkauf bereit gewesen. Eine Einigung mit einem anderen Verein kam jedoch nicht zustande. Sabitzer blieb beim BVB und ging in seine vierte Saison.
Für Borussia Dortmund stellt sich damit die Frage, welche Rolle Sabitzer über die laufende Saison hinaus spielen soll. Einerseits verfügt der 32-Jährige über langjährige Bundesligaerfahrung und kann auf mehreren Mittelfeldpositionen eingesetzt werden. Andererseits hat der Verein mit der Verpflichtung jüngerer Spieler bereits wichtige Personalentscheidungen für die kommenden Jahre getroffen.
Sollte Sabitzers Vertrag nicht verlängert werden, könnte der Österreicher den BVB nach dem 30. Juni 2027 ablösefrei verlassen. Bis dahin bleibt er regulärer Bestandteil des Dortmunder Profikaders.
Eine endgültige Entscheidung über seine Zukunft hat Borussia Dortmund bislang nicht öffentlich bekannt gegeben. Sein jüngster Pokaltreffer unterstreicht seine sportlichen Möglichkeiten, bedeutet aber noch keine Veränderung der langfristigen Personalplanung.
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