Salesforce plant Milliardenübernahme von Braze für mehr KI im Marketing

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der US-Softwarekonzern Salesforce will den Marketingtechnologie-Anbieter Braze übernehmen. Beide Unternehmen haben sich auf eine Transaktion mit einem Unternehmenswert von rund 5,66 Milliarden US-Dollar verständigt. Mit dem Zukauf will Salesforce seine Angebote für personalisierte Kundenansprache und künstliche Intelligenz erweitern. Der Abschluss steht allerdings noch unter dem Vorbehalt mehrerer Genehmigungen.

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Salesforce bietet 47,50 Dollar je Braze-Aktie

Die geplante Salesforce-Übernahme von Braze wurde am 20. Oktober 2026 offiziell bekannt gegeben. Grundlage ist eine verbindliche Vereinbarung, die bereits am 19. Oktober unterzeichnet wurde. Nach den veröffentlichten Bedingungen sollen die Aktionäre von Braze für jede Stammaktie der Klasse A 47,50 US-Dollar in bar erhalten. Der vereinbarte Unternehmenswert beträgt etwa 5,66 Milliarden Dollar.

Der Kaufpreis entspricht nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters einem Aufschlag von rund 58,1 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Braze-Aktie vom 19. Oktober. Damit bietet Salesforce den Anteilseignern eine erhebliche Prämie auf den unmittelbar vor der Ankündigung geltenden Börsenwert.

Braze soll die Marketingplattform von Salesforce stärken

Der strategische Hintergrund liegt im Ausbau automatisierter und individuell zugeschnittener Kundenkommunikation. Braze entwickelt Software, mit der Unternehmen das Verhalten ihrer Kunden in Echtzeit auswerten und darauf abgestimmte Nachrichten verschicken können. Die Plattform unterstützt unter anderem E-Mails, mobile Anwendungen, Webseiten, SMS und WhatsApp.

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Salesforce möchte diese Funktionen mit seiner bestehenden Marketing Cloud und weiteren Anwendungen für Kundenmanagement, Vertrieb und Service verbinden. Dabei sollen auch KI-Anwendungen wie Agentforce und die Datenplattform Data 360 eine zentrale Rolle spielen.

Die Technologie von Braze ermöglicht es beispielsweise, Angebote und Mitteilungen an das aktuelle Verhalten eines Kunden anzupassen. KI-Funktionen helfen dabei, Inhalte, Kommunikationskanäle und Versandzeitpunkte zu optimieren.

Braze betreut nach Unternehmensangaben rund 2.770 Kunden. Dazu zählen Canva, Instacart, Venmo, Dairy Queen und Urban Outfitters. Salesforce würde mit der Übernahme insbesondere seine Möglichkeiten zur direkten Ansprache von Verbrauchern über verschiedene digitale Kanäle ausbauen.

Übernahme soll erst im Geschäftsjahr 2028 abgeschlossen werden

Trotz der unterzeichneten Vereinbarung ist die Transaktion noch nicht vollzogen. Salesforce rechnet mit dem Abschluss im Geschäftsjahr 2028, das am 1. Februar 2027 beginnt.

Zuvor müssen unter anderem die Aktionäre von Braze zustimmen. Außerdem sind regulatorische Freigaben erforderlich. Der Verwaltungsrat von Braze hat die Vereinbarung bereits einstimmig gebilligt.

Für das laufende Geschäftsjahr 2027 erwartet Salesforce durch die geplante Transaktion keine Änderung seiner bisherigen Finanzprognose. Eine Prognose für das Geschäftsjahr 2028 hatte der Konzern zum Zeitpunkt der Ankündigung noch nicht veröffentlicht.

Hohe Vertragsstrafen bei einem möglichen Scheitern

Der Übernahmevertrag enthält auch Regelungen für den Fall, dass die Transaktion nicht zustande kommt. Unter bestimmten Voraussetzungen müsste Salesforce eine Ausgleichszahlung von 300 Millionen US-Dollar an Braze leisten. Das betrifft insbesondere festgelegte Fälle, in denen regulatorische Hindernisse den Abschluss verhindern.

Für Braze sieht die Vereinbarung unter bestimmten Bedingungen eine Zahlung von 191,39 Millionen Dollar vor. Dazu gehören beispielsweise ein Wechsel der Empfehlung des Verwaltungsrats oder die Entscheidung für ein besseres Übernahmeangebot.

Die Zahlungen werden nicht automatisch bei jedem Scheitern fällig. Welche Partei zahlen müsste, hängt von den vertraglich festgelegten Umständen ab.

Salesforce setzt auf künstliche Intelligenz und Zukäufe

Die geplante Übernahme ist Teil der Strategie von Salesforce, seine Unternehmenssoftware stärker mit künstlicher Intelligenz zu verbinden. Während das Unternehmen traditionell vor allem Anwendungen für Kundenmanagement und Vertrieb anbietet, soll Braze zusätzliche Möglichkeiten für die unmittelbare Kommunikation mit Verbrauchern liefern.

Besonders relevant ist dabei die Verarbeitung aktueller Kundendaten. Unternehmen sollen künftig nicht nur Informationen über ihre Kunden verwalten, sondern auf dieser Grundlage automatisiert passende Angebote und Mitteilungen erstellen können.

Salesforce stärkt damit sein Geschäft im Wettbewerb um KI-gestützte Unternehmenssoftware. Ob die Zusammenführung der beiden Plattformen die erwarteten Vorteile bringt, hängt allerdings auch von der technischen Integration nach dem geplanten Abschluss ab.

Bis dahin bleiben Salesforce und Braze eigenständige Unternehmen. Ein verbindlicher Termin für den endgültigen Vollzug der Übernahme wurde zunächst nicht genannt.

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