Nach der Insolvenz von Sanicare übernimmt eine neue Apothekengruppe den Onlineshop

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Symbolbild: Evan Wise

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Für die insolvente Versandapotheke Sanicare gibt es eine neue Perspektive. Das Versandgeschäft soll mit einem neuen Betreiber fortgeführt werden. Auf der am Montag, 2. November 2026, wieder erreichbaren Internetseite wird bereits die Apothekengruppe wir leben aus dem niedersächsischen Marschacht als neuer Betreiber genannt. Der Markenname Sanicare bleibt bestehen. Allerdings ist das Insolvenzverfahren noch nicht abgeschlossen.

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Sanicare-Onlineshop wird von wir leben-Apotheken betrieben

Die neue Betreiberstruktur ist auf der Sanicare-Webseite bereits sichtbar. Im Impressum steht ein Apothekenbetrieb der wir leben-Gruppe aus Marschacht im Landkreis Harburg. Der Verbund betreibt mehrere stationäre Apotheken und verfügt bereits über eigene Strukturen im Arzneimittelhandel. Auch die Geschäftsbedingungen des Sanicare-Onlineshops nennen den Betrieb aus Marschacht als Vertragspartner.

Für den Verkauf des Versandgeschäfts wurde nach Angaben eines mit der Sanierung befassten Rechtsanwalts ein Investor gefunden. An dem Verfahren hatten sich rund zehn Interessenten beteiligt. Der Name des Investors wurde zunächst nicht offiziell bekannt gegeben, weil die Zustimmung des Gläubigerausschusses noch ausstand. Ob die nun im Impressum genannte Betreibergesellschaft mit dem Investor identisch ist oder welche weiteren Unternehmen an der Übernahme beteiligt sind, blieb zunächst offen.

Sanicare-Webshop wieder erreichbar und Kundenkonten können übernommen werden

Der Internetshop war im Zusammenhang mit dem Betreiberwechsel mehrere Tage nicht erreichbar. Hintergrund war die Umstellung auf eine neue technische Infrastruktur. Seit dem 2. November präsentiert die Webseite wieder Arzneimittel, Gesundheitsprodukte und Bestellmöglichkeiten. Auch die Einlösung elektronischer Rezepte wird angeboten.

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Für bisherige Kunden gibt es eine wichtige Änderung. Wer sein bestehendes Sanicare-Konto weiterverwenden möchte, kann die Übernahme seiner Stammdaten beim neuen Betreiber beantragen. Dazu muss die bisher registrierte E-Mail-Adresse angegeben werden. Ist ein entsprechendes Konto vorhanden, soll ein Bestätigungslink per E-Mail verschickt werden. Zu den Auswirkungen auf bereits aufgegebene, aber noch nicht abgeschlossene Bestellungen lagen zunächst keine konkreten Angaben vor.

Zwei stationäre Apotheken bleiben mit rund 30 Beschäftigten erhalten

Während der Versandhandel unter neuer Führung fortgesetzt wird, bleiben die beiden stationären Sanicare-Apotheken in Bad Laer bei den bisherigen Gesellschaftern. Dort sollen rund 30 Beschäftigte weiterhin arbeiten. Eine Schließung dieser Apotheken ist nach den Angaben aus dem Sanierungsverfahren nicht vorgesehen.

Offen ist dagegen, wie viele weitere Arbeitsplätze durch die Übernahme des Versandgeschäfts erhalten bleiben. Zur gesamten Unternehmensgruppe gehörten zuletzt rund 225 Beschäftigte, darunter etwa 70 pharmazeutische Fachkräfte. Eine verbindliche Zahl der vom neuen Betreiber übernommenen Mitarbeiter wurde zunächst nicht genannt.

Hohe Investitionen und sinkende Umsätze führten zur Insolvenz

Die Insolvenz von Sanicare war im Juli 2026 bekannt geworden. Die bisherige Betreibergesellschaft BS-Apotheken OHG hatte am 15. Juli beim Amtsgericht Osnabrück die vorläufige Eigenverwaltung beantragt. Als Ursachen nannte das Unternehmen rückläufige Umsätze und hohe Investitionen in seine Infrastruktur. Im Geschäftsjahr 2025 hatte die Gesellschaft nach eigenen Angaben noch rund 80 Millionen Euro Umsatz erzielt.

Hinzu kamen wirtschaftliche Belastungen durch eine komplexe Unternehmensstruktur. Verschiedene Gesellschaften waren unter anderem für Einkauf, Versandabwicklung, Buchhaltung und den Betrieb des Onlineshops zuständig. Nach Angaben aus dem Sanierungsverfahren beliefen sich die Verbindlichkeiten auf rund 14 Millionen Euro. Auch Teile der technischen Infrastruktur galten als veraltet.

Insolvenzverfahren ist noch nicht abgeschlossen

Mit der gefundenen Lösung soll das bundesweite Versandgeschäft unter der bekannten Marke Sanicare weitergeführt werden. Die bisherigen Betreiber konzentrieren sich auf ihre stationären Apotheken. Parallel soll ein Insolvenzplan erarbeitet werden, um das Verfahren für die bisherige Betreibergesellschaft abzuschließen.

Die Trennung zwischen Versandhandel und stationären Apotheken markiert damit einen wesentlichen Schritt bei der Neuordnung des Unternehmens. Welche weiteren Folgen die Übernahme für Beschäftigte und bestehende Geschäftsbeziehungen hat, war am 2. November noch nicht abschließend geklärt.

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