
Der Softwarekonzern SAP hat im dritten Quartal 2026 deutlich mehr Umsatz und Gewinn erzielt. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit Cloudsoftware. Der aktuelle Cloud-Auftragsbestand stieg auf mehr als 24 Milliarden Euro und übertraf die Erwartungen von Analysten. Für das Gesamtjahr rechnet SAP beim Cloudumsatz nun mit einem Ergebnis am oberen Ende seiner bisherigen Prognosespanne.
Die SAP Quartalszahlen für das dritte Quartal 2026 zeigen eine weiterhin hohe Nachfrage nach cloudbasierten Unternehmensanwendungen. Der aktuelle Cloud-Auftragsbestand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 28 Prozent auf 24,14 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte lag das Wachstum bei 26 Prozent.
Die Kennzahl umfasst vertraglich vereinbarte Cloudumsätze, die SAP innerhalb der kommenden zwölf Monate erwartet. Sie gilt deshalb als wichtiger Indikator für die künftige Geschäftsentwicklung. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters hatte die Schweizer Großbank UBS lediglich mit einem währungsbereinigten Wachstum von 24 bis 25 Prozent gerechnet.
Auch der tatsächlich erzielte Cloudumsatz legte kräftig zu. Er stieg um 26 Prozent auf 6,67 Milliarden Euro. Besonders dynamisch entwickelte sich die Cloud ERP Suite, zu der zentrale Unternehmensanwendungen für Finanzen, Personal und andere Geschäftsprozesse gehören. Hier erreichte das Umsatzwachstum 29 Prozent.
Insgesamt erwirtschaftete SAP zwischen Juli und September einen Umsatz von 10,27 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Erstmals überschritt der Konzern damit innerhalb von drei Monaten die Umsatzmarke von zehn Milliarden Euro.
Auch die Profitabilität verbesserte sich. Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis stieg um 18 Prozent auf 3,03 Milliarden Euro. Nach internationalen Rechnungslegungsstandards erreichte der operative Gewinn 2,93 Milliarden Euro, ebenfalls ein Plus von 18 Prozent.
Unter dem Strich verdiente SAP 2,27 Milliarden Euro und damit elf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der freie Cashflow erhöhte sich um 36 Prozent auf 1,72 Milliarden Euro.
Allerdings profitierte das Cloudgeschäft nach Unternehmensangaben auch von Nachholeffekten bei Umsätzen aus mehreren Quartalen. Zugleich gingen die Einnahmen aus klassischen Softwarelizenzen um neun Prozent zurück. Damit setzt sich die Verschiebung des Geschäftsmodells von herkömmlichen Softwareverkäufen zu laufenden Cloudabonnements fort.
Nach dem dritten Quartal konkretisiert SAP seine Erwartungen für das Gesamtjahr 2026. Beim Cloudumsatz peilt der Konzern nun den oberen Bereich seiner bisherigen Prognosespanne von 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro an. Diese Angaben gelten auf Basis konstanter Wechselkurse.
Auch bei den gesamten Cloud- und Softwareerlösen erwartet SAP ein Ergebnis am oberen Ende der bisherigen Spanne von 36,3 bis 36,8 Milliarden Euro.
Unverändert bleibt dagegen die Prognose für das bereinigte Betriebsergebnis. Hier rechnet der Konzern weiterhin mit 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro. Für den freien Cashflow werden nach wie vor rund zehn Milliarden Euro erwartet.
Konzernchef Christian Klein führt die Entwicklung auf die Nachfrage nach Cloudanwendungen und KI-Technologien zurück. SAP setzt darauf, künstliche Intelligenz zunehmend in seine Unternehmenssoftware zu integrieren. Die Technologie soll Kunden unter anderem bei der Automatisierung von Geschäftsabläufen unterstützen.
An der Börse hatte die SAP-Aktie bereits vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen deutlich zugelegt. Auf Xetra notierte das Papier am Mittwoch, 21. Oktober 2026, um 17:35 Uhr bei 208,65 Euro. Das entsprach nach den Kursdaten von FinanzNachrichten.de einem Plus von 3,52 Prozent gegenüber dem Vortag.
SAP veröffentlichte seine Geschäftszahlen allerdings erst um 22:05 Uhr deutscher Zeit und damit nach dem regulären Börsenhandel. Das zuvor verzeichnete Kursplus war somit noch keine Reaktion auf den Quartalsbericht.
Eine zeitlich eindeutig belegte nachbörsliche Kursreaktion auf die neuen Geschäftszahlen lag zunächst nicht vor. Für den weiteren Börsenverlauf dürfte insbesondere die Entwicklung des Cloudgeschäfts von Bedeutung sein, da die wachsenden Vertragserlöse eine zentrale Rolle für die langfristige Umsatzplanung des Softwarekonzerns spielen.
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