
Am Montagabend setzt das ZDF mit „Der Seelenfänger“ auf einen französisch-belgischen Mystery-Thriller, in dem sechs vermisste Kinder, ein weißer Lieferwagen und ein rätselhafter Doppelmord die Ermittler beschäftigen. Der Film aus dem Jahr 2024 wird am 2. November 2026 um 22:15 Uhr im Rahmen des Montagskinos erstmals im deutschen Free-TV gezeigt. In den Hauptrollen sind Virginie Ledoyen, Paul Hamy und Sandrine Bonnaire zu sehen.
Im Mittelpunkt des Films steht der Gendarmerieoffizier Franck de Rolan, gespielt von Paul Hamy. Seit Monaten beschäftigt ihn das Verschwinden mehrerer Kinder. Insgesamt sechs junge Menschen werden vermisst, doch die Ermittlungen liefern zunächst kaum Anhaltspunkte. Eine entscheidende Gemeinsamkeit gibt es allerdings: In Verbindung mit den Vermisstenfällen wurde wiederholt ein weißer Lieferwagen beobachtet.
Die Suche führt den Polizisten in eine abgelegene Ortschaft in den französischen Vogesen. Das Dorf liegt in einer von Bergen und dichten Wäldern geprägten Landschaft. Die schwer zugängliche Umgebung erschwert die Nachforschungen und bietet zugleich den Schauplatz für eine Geschichte, die zwischen klassischem Polizeithriller und übernatürlichem Horror angesiedelt ist.
Parallel reist die erfahrene Polizeikommandantin Élisabeth Guardiano an. Sie soll einen gewaltsamen Doppelmord untersuchen, der die kleine Gemeinde erschüttert hat. Die Ermittlerin und der Gendarmerieoffizier verfolgen zunächst unterschiedliche Fälle, müssen aber bald enger zusammenarbeiten.
Während Guardiano versucht, die Umstände des Doppelmordes aufzuklären, konzentriert sich de Rolan auf das Schicksal der verschwundenen Kinder. Beide treffen auf eine Dorfgemeinschaft, deren Umgang mit den Ermittlern die Suche nach Antworten zusätzlich erschwert.
Eine besondere Rolle spielt eine alte Erzählung über den sogenannten Seelenfänger. Der Legende zufolge existiert eine unheimliche Gestalt, vor der sich vor allem Kinder in Acht nehmen sollen. Diese Überlieferung beeinflusst die Atmosphäre des Ortes und wird zunehmend Teil der Ermittlungen.
Der Film verbindet damit zwei unterschiedliche Erzählweisen. Einerseits geht es um Spuren, kriminalistische Zusammenhänge und die Aufklärung schwerer Verbrechen. Andererseits greift die Geschichte auf lokale Legenden, Angst und die Ungewissheit über mögliche übernatürliche Einflüsse zurück.
Ob die Ereignisse tatsächlich mit der überlieferten Gestalt zusammenhängen, gehört zu den zentralen Rätseln der Handlung. Die Inszenierung setzt dabei nicht allein auf die Ermittlungsarbeit, sondern auch auf die bedrohlich wirkende Landschaft und die zunehmende Verunsicherung der Figuren.
Für die beiden zentralen Ermittlerrollen konnten die Filmemacher bekannte Gesichter des französischen Kinos gewinnen. Virginie Ledoyen verkörpert die Polizeikommandantin Élisabeth Guardiano. Die französische Schauspielerin wurde international unter anderem durch den Abenteuerfilm „The Beach“ aus dem Jahr 2000 bekannt.
An ihrer Seite spielt Paul Hamy den Gendarmerieoffizier Franck de Rolan. Seine Figur ist unmittelbar mit den Vermisstenfällen befasst und bringt die Nachforschungen in der abgelegenen Region voran.
Sandrine Bonnaire übernimmt die Rolle der Ärztin Carole Marbas. Sie zählt seit Jahrzehnten zu den etablierten Darstellerinnen des französischen Films. Zum weiteren Ensemble gehören Francis Renaud als Brigadier-Chef Marcelin, Malik Zidi als Fabrice Gonnet sowie Cameron Bain und Lya Oussadit-Lessert.
Das Zusammenspiel der beiden Ermittler steht im Zentrum der Geschichte. Während Guardiano mit dem Auftrag zur Aufklärung eines Tötungsdelikts in die Gemeinde kommt, verfügt de Rolan bereits über Erfahrungen aus seiner Suche nach den vermissten Kindern. Ihre unterschiedlichen Ausgangspunkte bilden die Grundlage für die gemeinsame Untersuchung.
Hinter „Der Seelenfänger“ stehen die französischen Regisseure Alexandre Bustillo und Julien Maury. Beide haben bereits gemeinsam mehrere Horrorproduktionen inszeniert. Auch bei diesem Film verbinden sie Elemente des Kriminalfilms mit einer düsteren, teilweise verstörenden Bildsprache.
Die Vorlage lieferte der französische Schriftsteller Alexis Laipsker mit seinem Roman „Le Mangeur d’âmes“. Die Drehbuchadaption stammt von Annelyse Batrel und Ludovic Lefebvre. Der französische Originaltitel des Films lautet ebenfalls „Le Mangeur d’âmes“, international wird die Produktion unter dem englischen Titel „The Soul Eater“ vertrieben.
Für die Kameraarbeit war Simon Roca verantwortlich, die Filmmusik komponierte Raphaël Gesqua. An der französisch-belgischen Koproduktion waren unter anderem Phase 4 Productions, Place du Marché Productions und Umedia beteiligt.
Die Handlung ist in den Vogesen angesiedelt, einem Mittelgebirge im Osten Frankreichs. Die bewaldete Landschaft ist mehr als eine bloße Kulisse. Sie unterstützt die beklemmende Stimmung der Geschichte und verstärkt die räumliche Abgeschiedenheit des fiktiven Dorfes Roquenoir.
Bevor der Thriller nun im deutschen Fernsehen gezeigt wird, hatte er bereits eine internationale Auswertung hinter sich. 2024 gehörte die Produktion zum Programm des Internationalen Filmfestivals Rotterdam. Dort wurde sie in der Sektion Harbour präsentiert.
Auch beim französischen Festival des fantastischen Films in Gérardmer wurde die Produktion im Januar 2024 vorgestellt. Der reguläre französische Kinostart folgte am 24. April 2024.
In Deutschland erschien „Der Seelenfänger“ im Oktober 2024 zunächst für den Heimkinomarkt. Seit dem 17. Oktober 2024 ist der Film auf DVD und Blu-ray erhältlich. Damit liegt zwischen seiner deutschen Heimkinoveröffentlichung und der heutigen Fernsehpremiere ein Zeitraum von gut zwei Jahren.
Der Film ist in Deutschland ab 16 Jahren freigegeben. Neben der düsteren Grundstimmung enthält er auch explizite Gewaltdarstellungen. Die Laufzeit beträgt je nach zugrunde gelegter Filmfassung und Datenbank rund 106 bis 111 Minuten. Für die heutige Fernsehausstrahlung sieht das ZDF einen Programmplatz von 105 Minuten vor.
Der Mystery-Thriller läuft am Montag, 2. November 2026, um 22:15 Uhr im ZDF. Die Ausstrahlung ist bis Mitternacht vorgesehen und schließt unmittelbar an das „heute journal“ an.
Der heutige Fernsehabend steht allerdings auch im Zeichen einer kurzfristigen Programmänderung. Nach dem Tod der deutschen Filmproduzentin Regina Ziegler am 1. November hat das ZDF seinen ursprünglich geplanten Hauptabendfilm ausgetauscht.
Statt der neuen Folge „Der Geier – Blut und Zweifel“ zeigt der Sender um 20:15 Uhr die Komödie „Familie Bundschuh – Bundschuh gegen Bundschuh“. Damit erinnert das ZDF an die Produzentin, die über Jahrzehnte zahlreiche Filme und Fernsehserien verantwortete.
Die anschließende Nachrichtenstrecke und die geplante Ausstrahlung von „Der Seelenfänger“ bleiben unverändert. Nach dem Thriller folgt um 00:00 Uhr das Nachrichtenmagazin „heute journal update“. Um 00:15 Uhr zeigt das ZDF den Film „Fabian“, ebenfalls zur Erinnerung an Regina Ziegler.
Wer den Film nicht zur regulären Sendezeit verfolgen möchte, kann ihn auch über das Streamingangebot des ZDF ansehen. Nach Angaben des Senders steht „Der Seelenfänger“ vom 2. November bis zum 2. Dezember 2026 online zur Verfügung.
Das Angebot ermöglicht es, den Mystery-Thriller unabhängig vom linearen Fernsehprogramm abzurufen. Die Fernsehausstrahlung markiert zugleich die deutsche Free-TV-Premiere einer Produktion, die bereits seit 2024 international ausgewertet wird.
Mit seiner Mischung aus Vermisstenfall, Doppelmord und einer alten Dorflegende unterscheidet sich der Film von einem klassischen Fernsehkrimi. Der kriminalistische Ausgangspunkt bleibt zwar erhalten, doch die Geschichte entwickelt ihre Spannung zunehmend aus der Frage, welche Bedeutung die Erzählung vom Seelenfänger für die Ereignisse in der abgelegenen Gemeinde hat.
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