
Die Neuauflage des Strategiespielklassikers Total War: Shogun 2 ist kurz nach ihrer Veröffentlichung vorerst gescheitert. Nach massiver Kritik an technischen Problemen und der grafischen Umsetzung haben Sega und Creative Assembly angekündigt, die Complete Edition aus dem Verkauf zu nehmen. Stattdessen soll die ursprüngliche Fassung von 2011 wieder einzeln erhältlich sein. Für Käufer der Neuauflage werden zusätzliche Rückerstattungsmöglichkeiten geprüft.
Die am 13. Oktober 2026 veröffentlichte Total War: Shogun 2 Complete Edition sollte den Strategiespielklassiker für moderne Computer überarbeiten. Zum Preis von 39,99 Euro bot Sega das Hauptspiel einschließlich seiner Erweiterungen an. Hinzu kamen überarbeitete Beleuchtung und Texturen, eine an hohe Bildschirmauflösungen angepasste Benutzeroberfläche, modernisierte Steuerungsmöglichkeiten und mehr als 50 zusätzlich spielbare kleinere Fraktionen.
Die Reaktionen fielen überwiegend negativ aus. Auf der Vertriebsplattform Steam erreichte die Neuauflage die Bewertungskategorie „Äußerst negativ“. Spieler kritisierten unter anderem Leistungseinbrüche, Abstürze, Grafikfehler und weiterhin vorhandene technische Probleme. Auch die fehlende Kompatibilität bisheriger Modifikationen mit der neuen Version sorgte für Unzufriedenheit.
Besondere Kritik richtete sich gegen die grafische Überarbeitung einzelner Illustrationen. Nutzer bemängelten auffällige Veränderungen an Gesichtern, Händen und anderen Bilddetails. In der Spielergemeinschaft entstand deshalb der Verdacht, dass bestehende Grafiken mit Verfahren künstlicher Intelligenz bearbeitet oder hochskaliert worden sein könnten.
Eine Bestätigung für den Einsatz generativer KI bei diesen Bildern lag zunächst nicht vor. Sega und Creative Assembly äußerten sich in ihrer offiziellen Stellungnahme nicht konkret zu diesem Verdacht. Die Unternehmen räumten allerdings ein, dass die aktuelle Spielerfahrung weder den Erwartungen der Kunden noch den eigenen Qualitätsansprüchen entspreche.
Am 15. Oktober kündigten Sega und Creative Assembly an, gemeinsam mit den Vertriebsplattformen den Verkauf der Complete Edition zu beenden und die Originalfassung wieder anzubieten. Bereits am 28. September war das ursprüngliche Shogun 2 auf Steam aus dem Einzelverkauf genommen worden. Neue Käufer sollten stattdessen die überarbeitete Komplettausgabe erwerben.
Mit dieser Entscheidung ändern die Unternehmen ihren ursprünglichen Vertriebsplan. Gleichzeitig wollen sie zusammen mit Entwicklungspartner Mataboo die Ursachen der Probleme untersuchen und Verbesserungen erarbeiten. Einen verbindlichen Termin für eine überarbeitete Veröffentlichung nannten sie zunächst nicht.
Wer die Complete Edition bereits erworben hat, soll das Spiel weiterhin nutzen können. Ein automatischer Entzug bereits gekaufter Lizenzen ist nicht vorgesehen.
Darüber hinaus erklärte Creative Assembly in der offiziellen Diskussion auf Reddit, mit den Verkaufsplattformen über verlängerte Rückerstattungsfristen zu sprechen. Ziel sei es, Käufern, die ihr Geld zurückverlangen möchten, eine entsprechende Möglichkeit zu eröffnen. Eine verbindliche Sonderregelung für sämtliche Plattformen wurde zunächst nicht bekannt gegeben.
Bei Steam gelten regulär Rückerstattungsmöglichkeiten innerhalb von 14 Tagen nach dem Kauf und bei weniger als zwei Stunden Spielzeit. Anträge außerhalb dieser Grenzen können ebenfalls überprüft werden. Für Käufer anderer Plattformen gelten deren jeweilige Bedingungen.
Das ursprüngliche Total War: Shogun 2 erschien 2011 und gehört zu den bekannten historischen Strategiespielen von Creative Assembly. Die Spieler übernehmen darin die Kontrolle über japanische Clans und verbinden rundenbasierte Strategie mit Echtzeitschlachten.
Die Neuauflage sollte diesen Titel technisch modernisieren und seine Inhalte in einem Gesamtpaket zusammenführen. Stattdessen musste Sega unmittelbar nach dem Verkaufsstart auf die negative Resonanz reagieren. Bemerkenswert ist dabei nicht allein der Verkaufsstopp, sondern auch die Entscheidung, die zuvor aus dem Einzelverkauf genommene Originalfassung zurückzubringen.
Für Sega und Creative Assembly stehen damit die technische Überarbeitung, die Klärung der Rückerstattungen und der weitere Umgang mit der Complete Edition im Mittelpunkt. Welche wirtschaftlichen Folgen der Verkaufsstopp hat und wann die Neuauflage erneut angeboten werden kann, war zunächst nicht bekannt.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu