
Siemens Energy setzt sein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm fort. Der Energietechnikkonzern hat eine dritte Tranche mit einem Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro beschlossen. Die Käufe haben am Donnerstag, 24. September 2026, begonnen und können bis spätestens Ende März 2027 laufen. Gleichzeitig steht ein Wechsel im Aufsichtsrat bevor: Matthias Rebellius scheidet zum Monatsende aus dem Kontrollgremium aus. Am Freitag legte die Siemens-Energy-Aktie im Xetra-Handel zu.
Siemens Energy hatte den Beschluss zur dritten Tranche am Mittwoch, 23. September, veröffentlicht. Das Unternehmen darf bis zum 31. März 2027 eigene Aktien im Wert von maximal zwei Milliarden Euro zurückkaufen. Zusätzlich gilt eine Obergrenze von 50 Millionen Aktien.
Die Aktien sollen ausschließlich für zwei Zwecke verwendet werden. Ein Teil kann im Rahmen aktienbasierter Vergütungsprogramme und Mitarbeiterbeteiligungen eingesetzt werden. Außerdem können zurückgekaufte Aktien eingezogen werden. Grundlage ist eine Ermächtigung der Hauptversammlung vom 26. Februar 2024.
Mit der Durchführung wurde ein Finanzinstitut beauftragt, das über den Zeitpunkt der einzelnen Käufe unabhängig entscheiden soll. Die Transaktionen können über Xetra sowie mehrere europäische multilaterale Handelssysteme abgewickelt werden. Siemens Energy kann das Programm im gesetzlichen Rahmen unterbrechen, wieder aufnehmen oder vorzeitig beenden.
Die neue Tranche gehört zu einem größeren Rückkaufprogramm. Siemens Energy hatte im November 2025 angekündigt, bis zum Geschäftsjahr 2028 eigene Aktien im Umfang von bis zu sechs Milliarden Euro zurückzukaufen. Die erste Tranche über bis zu zwei Milliarden Euro war im Frühjahr 2026 weitgehend abgeschlossen. Im laufenden Geschäftsjahr kam eine zweite Tranche über bis zu eine Milliarde Euro hinzu.
Parallel verändert Siemens Energy die Zusammensetzung seines Aufsichtsrats. Matthias Rebellius scheidet mit Ablauf des 30. September 2026 vorzeitig aus dem Gremium aus. Rebellius gehörte dem Aufsichtsrat seit der Abspaltung von Siemens Energy im Jahr 2020 an und war dort Vertreter der Siemens AG. Auch seine Tätigkeit im Vorstand der Siemens AG endet im September.
Der Schritt fällt in eine Phase, in der sich die frühere Muttergesellschaft Siemens AG weiter von Siemens Energy zurückgezogen hat. Ihr Anteil an Siemens Energy ist inzwischen auf weniger als fünf Prozent gesunken. Damit besteht nach Angaben des Unternehmens kein Anspruch von Siemens mehr auf einen eigenen Sitz im Aufsichtsrat. Joe Kaeser bleibt ungeachtet dessen Vorsitzender des Kontrollgremiums.
Nachfolger von Rebellius wird Pekka Lundmark. Das Amtsgericht München hat den früheren Nokia-Chef auf Vorschlag von Siemens Energy mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 zum Aufsichtsratsmitglied bestellt. Lundmark war von 2020 bis 2025 Vorstandschef des finnischen Telekommunikationskonzerns Nokia. Auf der Siemens-Energy-Hauptversammlung am 25. Februar 2027 soll anschließend über seine reguläre Wahl abgestimmt werden.
An der Börse wurde die Siemens Energy Aktie am Freitag höher gehandelt. Für den Xetra-Handel weist MarketScreener am 25. September einen Kurs von rund 145,70 Euro und damit ein Plus von etwa 2,5 Prozent gegenüber dem Vortag aus. Die Kursangabe stammt vom 25. September 2026 und bezieht sich auf den dort ausgewiesenen Xetra-Stand.
Am Donnerstag hatte die Aktie den Xetra-Handel noch bei 142,10 Euro beendet. Damit bewegte sich das Papier am Freitag wieder deutlich oberhalb des Vortagesschlusses.
Aus der zeitlichen Nähe zum Aktienrückkauf lässt sich allerdings nicht ableiten, dass allein diese Nachricht für den Kursanstieg verantwortlich war. Aktienkurse reagieren gleichzeitig auf Unternehmensmeldungen, Branchenentwicklungen, Erwartungen an die Geschäftsentwicklung und die allgemeine Börsenlage.
Siemens Energy hatte seine Kapitalrückführungen bereits im Frühjahr ausgeweitet. Nach starken Mittelzuflüssen erhöhte das Unternehmen im Mai das für das Geschäftsjahr 2026 vorgesehene Rückkaufvolumen und stellte einschließlich der bereits gezahlten Dividende Ausschüttungen beziehungsweise Kapitalrückführungen von insgesamt rund 3,6 Milliarden Euro in Aussicht.
Im dritten Geschäftsquartal meldete Siemens Energy zudem einen Auftragseingang von 17,9 Milliarden Euro und einen vergleichbaren Umsatzanstieg von 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand erreichte nach Unternehmensangaben 162 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern Anfang August seine zuvor angehobene Prognose.
Das Aktienrückkaufprogramm ändert nichts daran, dass die weitere Kursentwicklung offen ist. Analystenschätzungen, Kursziele und Erwartungen über die künftige Entwicklung der Siemens Energy Aktie sind Prognosen und keine gesicherten Tatsachen.






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