Škoda steigert Gewinne, während VW die Löhne bremsen will

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Volkswagen-Tochter Škoda hat in den ersten neun Monaten 2026 deutlich mehr verdient als im Vorjahreszeitraum. Dennoch sollen die Beschäftigten nach den Vorstellungen der Konzernführung offenbar bis 2030 auf Lohnerhöhungen verzichten. Die tschechische Gewerkschaft KOVO lehnt diese Pläne ab. Damit wächst der Konflikt zwischen den Sparzielen des Volkswagen-Konzerns und den Interessen der Belegschaft einer seiner profitabelsten Marken.

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Škoda steigert operativen Gewinn auf 1,9 Milliarden Euro

Der tschechische Automobilhersteller Škoda hat am Freitag, 30. Oktober 2026, seine Geschäftszahlen für die ersten neun Monate vorgelegt. Demnach erhöhte sich das operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,4 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 3,5 Prozent auf 23,1 Milliarden Euro.

Auch bei den Fahrzeugauslieferungen verzeichnete Škoda Wachstum. Weltweit wurden zwischen Januar und September 812.400 Fahrzeuge an Kunden übergeben. Das entspricht einem Plus von 6,1 Prozent. Die operative Umsatzrendite erreichte 8,3 Prozent nach 8,0 Prozent im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Damit gehört Škoda weiterhin zu den ertragsstärksten Volumenmarken des Volkswagen-Konzerns. Die Kernmarke Volkswagen Pkw erreichte im selben Zeitraum lediglich eine operative Umsatzrendite von 1,3 Prozent.

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VW strebt offenbar Lohnstopps bis 2030 an

Trotz dieser Entwicklung sorgen die Sparpläne bei Škoda für Unruhe. Nach Angaben des Europäischen und des Weltkonzernbetriebsrats von Volkswagen sieht eine interne Konzernvorgabe vor, die Gehälter der weltweit rund 660.000 Beschäftigten bis 2030 auf dem bisherigen Niveau zu halten.

Die Arbeitnehmervertretung hatte die Pläne am 19. Oktober öffentlich gemacht. Demnach sollen die Personalverantwortlichen im Konzern angewiesen worden sein, keine weiteren Entgelterhöhungen einzuplanen. Auch variable Vergütungen und Sonderzahlungen könnten von Einsparungen betroffen sein.

Volkswagen hat die entsprechenden Angaben bislang nicht offiziell bestätigt und verwies auf die anstehenden Tarifverhandlungen. Eine konzernweite Vorgabe bedeutet zudem nicht, dass bestehende Tarifvereinbarungen automatisch außer Kraft gesetzt werden.

Gewerkschaft KOVO lehnt Einsparungen bei Beschäftigten ab

Bei Škoda stößt der geplante Sparkurs auf Widerstand. Die tschechische Gewerkschaft KOVO erklärte, sie werde weder einen mehrjährigen Lohnstopp noch einen pauschalen Verzicht auf Prämien und andere Vergütungsbestandteile akzeptieren.

Der Gewerkschaftsvorsitzende Jaroslav Povšík kritisierte nach Angaben der Gewerkschaftszeitung Škodovácký odborář, dass Volkswagen weitere Einsparungen verlange, während die Beschäftigten gleichzeitig zusätzliche Aufgaben im Bereich der Elektromobilität übernehmen müssten.

Povšík warnte außerdem vor möglichen Arbeitskämpfen, falls es bei Škoda zu Entlassungen kommen sollte. Für diesen Fall stellte er einen Produktionsstillstand an den drei tschechischen Standorten Mladá Boleslav, Kvasiny und Vrchlabí in Aussicht.

Škoda beschäftigt in seinen tschechischen Werken rund 36.500 Menschen einschließlich Leiharbeitskräften. Konkrete Entlassungen an diesen Standorten waren im Zusammenhang mit den aktuellen Lohnforderungen zunächst nicht bestätigt.

Bestehender Tarifvertrag gilt noch bis März 2027

Für die Beschäftigten ist entscheidend, dass die derzeitige Vergütungsvereinbarung bei Škoda weiterhin gültig ist. Sie läuft nach Angaben des Unternehmens bis zum 31. März 2027.

Škoda verwies gegenüber der tschechischen Nachrichtenagentur ČTK auf diesen bestehenden Vertrag. Zu möglichen Ergebnissen künftiger Tarifverhandlungen wollte sich der Automobilhersteller zunächst nicht äußern. Auch die Forderung nach einem Lohnstopp bis 2030 bestätigte das Unternehmen nicht ausdrücklich.

Die nächste Verhandlungsrunde dürfte deshalb maßgeblich dafür werden, in welchem Umfang die konzernweiten Sparvorstellungen tatsächlich bei den tschechischen Beschäftigten umgesetzt werden können.

Volkswagen steht trotz Škoda-Erfolg unter Kostendruck

Hinter den Einsparungsplänen steht die schwierige wirtschaftliche Lage des Volkswagen-Konzerns. Nach den am 29. Oktober veröffentlichten Zahlen erwirtschaftete der Konzern in den ersten neun Monaten 2026 einen Umsatz von 233,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis lag unter Berücksichtigung erheblicher Sondereffekte bei nur noch rund 100 Millionen Euro.

Volkswagen verwies insbesondere auf den intensiven Wettbewerb, die Belastungen durch US-Zölle, das schwächere Geschäft in China und geringere Gewinnmargen bei Elektrofahrzeugen.

Finanzvorstand Arno Antlitz kündigte an, die Kostenstruktur weiter verbessern zu wollen. Das umfassende Kostenprogramm des Konzerns umfasst nach Unternehmensangaben Maßnahmen im Umfang von rund 31 Milliarden Euro. Dazu gehören einfachere Unternehmensstrukturen, geringere Gemeinkosten und eine effizientere Produktion.

Elektroautos bringen Wachstum und neue Herausforderungen

Škoda profitiert derzeit besonders von der steigenden Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen. Die weltweiten Auslieferungen von reinen Elektroautos und Plug-in-Hybriden stiegen in den ersten neun Monaten um 34,7 Prozent auf 203.100 Fahrzeuge.

Deutschland bleibt dabei der wichtigste Einzelmarkt des Herstellers. Dort stiegen die Auslieferungen um 15,9 Prozent auf 178.300 Fahrzeuge.

Der kommissarische Škoda-Vorstandsvorsitzende Holger Peters verwies bei der Vorstellung der Geschäftszahlen allerdings auf schwierigere Bedingungen im kommenden Jahr. Er rechnet insbesondere mit stärkerem Wettbewerb und zunehmendem Druck auf die Gewinnmargen durch die Elektrifizierung.

Für Škoda treffen damit zwei Entwicklungen aufeinander: Die Marke wächst und erwirtschaftet hohe operative Gewinne. Gleichzeitig verlangt der Volkswagen-Konzern zusätzliche Kostendisziplin. Wie sich diese Anforderungen mit den Vergütungsforderungen der Beschäftigten vereinbaren lassen, wird zu einem zentralen Thema der kommenden Tarifverhandlungen.

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