Solana legt zweistellig zu und nimmt 90 Dollar ins Visier

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Solana gehört am Donnerstag zu den auffälligsten großen Kryptowährungen. Am Donnerstagabend, 20. August 2026, lag der SOL-Kurs nach Daten von CoinMarketCap zeitweise bei rund 87,50 Dollar. Eine aktuelle Marktanalyse von Coin Edition bezifferte den Kurs auf 87,94 Dollar und das Plus auf 24-Stunden-Sicht auf 13,45 Prozent. CoinMarketCap wies bei einem seiner aktuellen Datenstände ein Plus von rund 13,2 Prozent aus. Unterschiede dieser Größenordnung entstehen bei Kryptokursdiensten unter anderem durch unterschiedliche Börsenquellen und rollierende 24-Stunden-Zeiträume.

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Damit hat sich Solana deutlich aus der Handelsspanne gelöst, in der der Token zuvor über längere Zeit zwischen etwa 74 und 77 Dollar festhing. Das Solana Tagesplus am 20. August 2026 lenkt den Blick nun auf die psychologisch und technisch relevante Zone um 90 Dollar. Der starke Anstieg fällt zugleich mit hoher Handelsaktivität zusammen. CoinMarketCap bezifferte das 24-Stunden-Handelsvolumen am Donnerstag zeitweise auf rund 4,8 Milliarden Euro.

SOL durchbricht mehrere technische Widerstände

Charttechnisch hat sich das kurzfristige Bild durch den Sprung aus der bisherigen Seitwärtszone deutlich verändert. Noch vor wenigen Tagen lagen wichtige Widerstände bei etwa 78 bis 80 Dollar sowie bei rund 84 Dollar. Diese Marken wurden im Zuge des aktuellen Anstiegs überwunden.

Eine am Donnerstag veröffentlichte technische Auswertung verortete den 20-Tage-Durchschnitt bei etwa 79,48 Dollar, den 50-Tage-Durchschnitt bei 77,41 Dollar, den 100-Tage-Durchschnitt bei 76,37 Dollar und den 200-Tage-Durchschnitt bei rund 75,85 Dollar. SOL lag damit oberhalb aller vier Linien.

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Als erste kurzfristige Unterstützungsbereiche gelten nach dem starken Anstieg die Zonen um 84,50 Dollar und 82,25 Dollar. Darunter folgen Bereiche um 80,70 Dollar sowie 79 bis 79,50 Dollar. Auf der Oberseite ist die runde Marke von 90 Dollar besonders auffällig. Sie hatte bereits in früheren technischen Analysen als längerfristiger Widerstandsbereich gegolten. Ein Überschreiten dieser Zone wäre allerdings keine Garantie für eine Fortsetzung des Anstiegs. Kryptowährungen können sich auch nach technischen Ausbrüchen innerhalb kurzer Zeit deutlich in beide Richtungen bewegen.

Solana verarbeitet täglich Dutzende Millionen Transaktionen

Anders als bei einer rein marktgetriebenen Kursbewegung lässt sich Solanas aktuelle Bewertung auch mit messbarer Netzwerkaktivität vergleichen. Daten von DeFiLlama zeigten zuletzt rund 95 Millionen Transaktionen innerhalb von 24 Stunden. Die Zahl aktiver Adressen lag bei mehr als zwei Millionen.

Solana zählt damit weiterhin zu den besonders stark genutzten Smart-Contract-Netzwerken. Die Blockchain ist auf hohe Transaktionskapazität und kurze Blockzeiten ausgelegt. Davon profitieren insbesondere Anwendungen für dezentralen Handel, Zahlungsverkehr und digitale Vermögenswerte.

Auch die Solana Foundation weist für das Netzwerk Milliarden von Transaktionen pro Monat aus. Solche Rohzahlen sind allerdings nicht unmittelbar mit Kennzahlen anderer Blockchains vergleichbar, weil Solana beispielsweise unterschiedliche Arten von Netzwerktransaktionen verarbeitet. Für die Entwicklung innerhalb des Solana-Ökosystems zeigen sie dennoch, dass die Nutzung weit über reine SOL-Transfers hinausgeht.

DEX-Handel und DeFi bleiben wichtiger Faktor

Besonders groß ist Solanas Bedeutung im dezentralen Handel. DeFiLlama bezifferte das Spot-Handelsvolumen dezentraler Börsen auf Solana zuletzt auf rund 1,6 Milliarden Dollar innerhalb von 24 Stunden. Zu den wichtigsten Handelsplätzen und Protokollen gehören unter anderem Pump, Orca, Meteora, Raydium und verschiedene Aggregatoren.

Das in Solana-DeFi-Anwendungen gebundene Kapital, der sogenannte Total Value Locked, lag bei rund 4,8 Milliarden Dollar. Diese Kennzahl bleibt damit deutlich unter den historischen Spitzenständen des gesamten Kryptomarkts, zeigt aber weiterhin ein umfangreiches DeFi-Ökosystem.

Hinzu kommt ein Stablecoin-Angebot von ungefähr 16 Milliarden Dollar auf der Solana-Blockchain. USDC stellt davon den größten Einzelanteil. Stablecoins sind für Solana besonders relevant, weil sie unter anderem als Handelsliquidität auf dezentralen Börsen, für Zahlungsanwendungen und für internationale Transfers eingesetzt werden.

Firedancer soll Abhängigkeit von einzelnen Clients reduzieren

Parallel zur Kursentwicklung arbeitet das Netzwerk weiter an seiner technischen Infrastruktur. Die Solana Foundation veröffentlichte im August neue Versionen der Validator-Software Agave, Firedancer und Frankendancer. Firedancer ist ein unabhängig entwickelter Validator-Client von Jump Crypto und soll die technische Vielfalt des Netzwerks erhöhen.

Am 13. August wurde Firedancer Mainnet 1.1.4 als aktuelle Version genannt. Gleichzeitig laufen Arbeiten an zusätzlichen Funktionen wie Snapshot-Erstellung und effizienterer Ressourcennutzung. Die Bedeutung des Projekts liegt nicht allein in höherer Geschwindigkeit. Mehrere voneinander unabhängige Validator-Clients sollen das Risiko reduzieren, dass ein Fehler in einer einzelnen Software-Implementierung große Teile des Netzwerks gleichzeitig betrifft.

Solana hatte in früheren Jahren wiederholt mit Netzwerkausfällen zu kämpfen. Die offizielle Statusseite wies bei ihrem jüngsten verfügbaren Stand dagegen für Mainnet und zentrale RPC-Komponenten eine Verfügbarkeit von 100 Prozent über die vorangegangenen 90 Tage aus.

Kürzere Slot-Zeiten sollen das Netzwerk beschleunigen

Zusätzlich arbeitet Solana an kürzeren Slot-Zeiten. Auf Testnet und Devnet wurden im August bereits Schritte von ursprünglich rund 400 Millisekunden über 350 und 300 Millisekunden bis hin zu 250 Millisekunden getestet. Für das Mainnet war zunächst eine Verringerung auf 350 Millisekunden vorgesehen.

Bereits Ende Juli wurde mit SIMD-0286 außerdem das Blocklimit im Mainnet auf 100 Millionen Compute Units angehoben. Damit erhält das Netzwerk mehr Verarbeitungskapazität pro Block. Solche technischen Änderungen können die Leistungsfähigkeit erhöhen, bedeuten aber nicht automatisch, dass Nutzung, Gebühreneinnahmen oder der SOL-Kurs im gleichen Verhältnis steigen.

Für Validatoren und Staker bleibt SOL zugleich ein zentraler Bestandteil des Proof-of-Stake-Systems. Token können an Validatoren delegiert werden, um an der Netzwerksicherung mitzuwirken. Wie stark einzelne Validatoren gewichtet sind, verändert sich laufend mit der Verteilung des delegierten Stakes.

Institutionelle Solana-Produkte sind bereits Realität

Beim institutionellen Zugang hat sich die Lage gegenüber 2025 deutlich verändert. Am 28. Juli 2026 startete Morgan Stanley Investment Management den Morgan Stanley Solana Trust mit dem Börsenkürzel MSOL an der NYSE Arca. Das börsengehandelte Produkt hält SOL und soll dessen Preisentwicklung nachvollziehen. Nach Angaben von Morgan Stanley kann das Produkt zudem Staking-Erträge erhalten.

Die SEC-Unterlagen dokumentieren die Registrierung der Anteile und die Zulassung zur Notierung an der NYSE Arca. Damit ist die Debatte um mögliche Solana-Spot-Produkte in den USA nicht mehr ausschließlich auf Anträge und regulatorische Verfahren beschränkt. Anleger können inzwischen über regulierte börsengehandelte Strukturen ein indirektes Solana-Engagement eingehen.

Das Produkt ist dennoch nicht mit dem direkten Besitz von SOL gleichzusetzen. Morgan Stanley weist ausdrücklich auf die hohe Volatilität digitaler Vermögenswerte und das Risiko erheblicher Verluste hin.

90 Dollar werden zum nächsten sichtbaren Test

Der aktuelle SOL-Anstieg unterscheidet sich damit von einer Bewegung, die ausschließlich mit Bitcoin oder dem allgemeinen Kryptomarkt erklärt werden könnte. Bitcoin und Ethereum legten am Donnerstag ebenfalls deutlich zu, Solana verzeichnete jedoch zugleich eigene technische und fundamentale Entwicklungen.

Hohe Transaktionszahlen, milliardenschwerer dezentraler Handel, ein Stablecoin-Bestand von rund 16 Milliarden Dollar, laufende Validator-Client-Upgrades und neue institutionelle Produkte bilden einen eigenständigen Solana-Hintergrund.

Kurzfristig konzentriert sich der Markt dennoch vor allem auf den Kursbereich um 90 Dollar. Nach einem Tagesanstieg im zweistelligen Prozentbereich bleibt die Schwankungsanfälligkeit hoch. Ob aus dem Ausbruch über die bisherigen Widerstände eine länger anhaltende Bewegung wird, entscheidet sich nicht an einer einzelnen Handelssitzung.

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