
Der US-Raumfahrt- und Technologiekonzern SpaceX hat eine verbindliche Finanzierungszusage über rund 40 Milliarden US-Dollar für den Ausbau seiner Infrastruktur für künstliche Intelligenz erhalten. Das Unternehmen will leistungsstarke Grafikprozessoren von Nvidia über ein langfristiges Leasingmodell nutzen. Die Finanzierung wird von Apollo Global Management und weiteren großen Kapitalgebern unterstützt. Der endgültige Vertragsabschluss steht allerdings noch aus.
Wie SpaceX am Montag, 26. Oktober 2026, bekannt gab, wurde bereits am 24. Oktober eine verbindliche Verpflichtung zum Abschluss eines umfangreichen Leasingrahmenvertrags unterzeichnet. Partner ist eine von der US-Investmentgesellschaft Apollo Global Management verwaltete Gesellschaft.
Das Geschäftsmodell sieht vor, dass die Apollo-Gesellschaft Grafikprozessoren und zugehörige Rechenzentrumstechnik erwirbt und anschließend an SpaceX vermietet. Die Hardware soll in Rechenzentren eingesetzt werden, deren Standorte SpaceX selbst bestimmt.
Vorgesehen sind Chips aus Nvidias neuer Vera-Rubin-Generation. Diese Prozessoren wurden für besonders rechenintensive Anwendungen der künstlichen Intelligenz entwickelt. SpaceX möchte die zusätzliche Leistung unter anderem für seinen KI-Dienst Grok und für Kunden seiner Cloud-Angebote einsetzen.
Die geplante Vereinbarung sieht eine schrittweise Lieferung der Hardware vor. Für jede gelieferte Tranche soll ein eigener Leasingplan mit einer Laufzeit zwischen fünf und fünfeinviertel Jahren gelten.
Nach den bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen sollen die Leasingzahlungen vierteljährlich im Voraus erfolgen. Sie setzen sich grundsätzlich aus einem Zwanzigstel der finanzierten Anschaffungskosten je Tranche, einem festen Zinssatz auf den ausstehenden Leasingbetrag und weiteren Kosten zusammen.
Die erwarteten Tilgungszahlungen belaufen sich insgesamt auf etwa 40 Milliarden US-Dollar. Zinsen und zusätzliche Gebühren kommen hinzu. Der endgültige Zinssatz soll erst im Zuge der Preisfestsetzung vor Abschluss des Hauptvertrags bestimmt werden. Die tatsächlichen Gesamtkosten stehen deshalb noch nicht fest.
Bei der Finanzierung setzt SpaceX auf einen Kreis großer institutioneller Kapitalgeber. Neben Apollo ist Goldman Sachs an der Organisation beteiligt und übernimmt die alleinige Strukturierung der Transaktion.
Zu den maßgeblichen Kapitalgebern gehören außerdem Fonds und Konten unter Verwaltung von BlackRock und Goldman Sachs Asset Management sowie von KKR beratene Kapitalkonten.
Die SpaceX-Finanzierung verdeutlicht die wachsende Bedeutung sogenannter Private-Credit-Strukturen bei großen Technologieinvestitionen. Dabei stellen institutionelle Investoren Kapital außerhalb klassischer Bankkreditmodelle bereit.
Solche Finanzierungsformen ermöglichen es Unternehmen, besonders kostspielige Anlagen über längere Zeiträume zu nutzen und die Zahlungsverpflichtungen auf mehrere Jahre zu verteilen. Gleichzeitig entstehen langfristige finanzielle Verpflichtungen, deren Höhe von den vereinbarten Konditionen abhängt.
Trotz der verbindlichen Finanzierungszusage ist die Transaktion noch nicht vollständig abgeschlossen. SpaceX rechnet damit, den endgültigen Leasingrahmenvertrag bis Ende 2026 unterzeichnen zu können.
Dafür müssen zunächst die vereinbarten Abschlussbedingungen erfüllt werden. Die ersten Leasingperioden sollen nach bisherigen Planungen im ersten Halbjahr 2027 beginnen, sobald die entsprechenden Nvidia-Prozessoren geliefert werden.
SpaceX-Chef Elon Musk hatte bereits am Sonntag, 25. Oktober, öffentlich erklärt, sein Unternehmen habe eine Fremdfinanzierung über 40 Milliarden Dollar für Grafikprozessoren gesichert. Die anschließende SEC-Mitteilung konkretisierte die Vertragsstruktur und stellte klar, dass der endgültige Abschluss noch bevorsteht.
Mit der Vereinbarung erweitert SpaceX seine finanziellen Möglichkeiten beim Aufbau großer KI-Rechenzentren. Das Unternehmen ist neben seinem Raumfahrtgeschäft und dem Satelliteninternetdienst Starlink inzwischen auch im Geschäft mit künstlicher Intelligenz tätig.
Die geplante Anschaffung großer Mengen spezialisierter Nvidia-Hardware unterstreicht den Kapitalbedarf dieses Geschäftsbereichs. Besonders leistungsfähige KI-Systeme benötigen umfangreiche Rechenkapazitäten, deren Aufbau hohe Investitionen in Prozessoren, Server und technische Infrastruktur erfordert.
SpaceX bezeichnet die vereinbarte Finanzierung als bislang größte verbindlich zugesagte Finanzierung für Grafikprozessoren. Ob sich die geplanten Kapazitäten wie vorgesehen bereitstellen lassen und welche wirtschaftlichen Erträge daraus entstehen, hängt unter anderem von den weiteren Vertragsabschlüssen, den Hardwarelieferungen und der späteren Auslastung ab.
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