Spritpreise bleiben trotz Tankrabatt hoch: Diesel besonders teuer

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Spritpreise in Deutschland liegen auch am Montag, 19. Oktober 2026, deutlich über dem Niveau vor Beginn des Iran-Kriegs. Obwohl seit Anfang Oktober eine befristete Steuersenkung gilt, müssen Autofahrer für Benzin und Diesel weiterhin mehr als zwei Euro pro Liter bezahlen. Besonders Diesel bleibt teuer. Die Unsicherheit über die Ölversorgung aus dem Nahen Osten und Schäden an wichtiger Energieinfrastruktur halten den internationalen Ölmarkt unter Druck.

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Aktuelle Spritpreise und die bisherigen Rekorde

Am Montagabend, 19. Oktober 2026, um 22.03 Uhr kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt der geöffneten Tankstellen 2,091 Euro. Für Diesel wurden durchschnittlich 2,228 Euro verlangt. Die Angaben stammen vom bei der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe zugelassenen Verbraucherinformationsdienst kraftstoffbilliger.de. Grundlage sind die an das Bundeskartellamt gemeldeten Tankstellenpreise. Bereits die jüngste wöchentliche ADAC-Auswertung vom 14. Oktober hatte ein hohes Preisniveau bestätigt. Damals lagen die bundesweiten Durchschnittspreise bei 2,151 Euro für Super E10 und 2,247 Euro für Diesel.

Die historischen Rekordwerte wurden allerdings bereits im September erreicht. Nach Angaben des ADAC kostete Super E10 in diesem Monat durchschnittlich 2,266 Euro je Liter. Diesel erreichte einen Monatsdurchschnitt von 2,386 Euro. Der höchste bundesweite Tagesmittelwert für E10 wurde am 16. September mit 2,314 Euro registriert. Diesel erreichte am 17. September 2,471 Euro. Damit wurden die früheren nominalen Tagesrekorde aus dem März 2022 übertroffen. Damals hatten die Höchstwerte bei 2,203 Euro für E10 und 2,321 Euro für Diesel gelegen. Die aktuellen Preise liegen unter den Septemberrekorden, bleiben aber im langfristigen Vergleich außergewöhnlich hoch.

Iran-Krieg, Pipeline-Schäden und Huthi-Drohungen belasten den Ölmarkt

Ein wesentlicher Auslöser der hohen Kraftstoffpreise ist der seit Ende Februar andauernde Iran-Krieg. Die militärischen Auseinandersetzungen haben wichtige Transportverbindungen für Rohöl beeinträchtigt. Besonders die Straße von Hormus am Persischen Golf spielt für den weltweiten Energiehandel eine zentrale Rolle. Vor Kriegsausbruch wurde durch diese Meerenge etwa ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert. Auch Saudi-Arabien ist von Angriffen auf seine Energieinfrastruktur betroffen. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur wurde am 11. September die saudi-arabische Ost-West-Pipeline angegriffen. Sie ermöglicht Öltransporte zum Roten Meer und ist insbesondere dann wichtig, wenn die Schifffahrt durch die Straße von Hormus eingeschränkt ist.

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Zusätzliche Risiken entstehen durch die Huthi-Miliz im Jemen. Ihre Drohungen und Angriffe betreffen unter anderem Saudi-Arabien sowie Transportwege in der Nähe der Meerenge Bab al-Mandab. Diese verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Die Huthi beanspruchten zuletzt Angriffe auf weitere saudi-arabische Einrichtungen für sich. Nicht sämtliche Angaben über getroffene Ziele und mögliche Schäden ließen sich unabhängig bestätigen. Die Unsicherheit belastet dennoch den Ölhandel, weil Förderanlagen, Pipelines und Tankerrouten für die weltweite Versorgung entscheidend sind. Zugleich verteuern hohe Transport- und Versicherungskosten die Lieferung von Rohöl und Mineralölprodukten.

Die Entwicklung zeigt sich auch am Preis für die Nordseesorte Brent, die als internationaler Referenzwert dient. Am 14. Oktober lag der Schlusskurs bei 106,06 US-Dollar je Barrel. Am Freitag, 16. Oktober, erreichte er rund 109,86 US-Dollar. Am Montag, 19. Oktober, notierte Brent nach Angaben von finanzen.at um 19.45 Uhr bei 110,10 US-Dollar je Barrel. Der Handel verlief allerdings nicht ausschließlich aufwärts. Zwischenzeitliche Rückgänge standen im Zusammenhang mit der Lockerung bestimmter amerikanischer Sanktionen gegen Russland, die zusätzliche Öllieferungen ermöglichen könnte. Neben der Rohölnotierung beeinflussen Raffineriekapazitäten, Transportkosten, Wechselkurse und Steuern den Preis an deutschen Tankstellen.

Bundesregierung entlastet Autofahrer: ADAC sieht weiter hohe Preise

Seit dem 1. Oktober gilt in Deutschland eine befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent pro Liter. Einschließlich der geringeren Umsatzsteuer ergibt sich nach Angaben der Bundesregierung eine rechnerische Entlastung von rund 17 Cent je Liter. Die Maßnahme ist bis zum 31. Dezember 2026 befristet. Insgesamt haben Bund und Länder dafür ein Entlastungsvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro vorgesehen. Eine zusätzliche staatliche Begrenzung der Kraftstoffpreise ist geplant, der genaue Einführungstermin war am 19. Oktober jedoch noch offen.

Der ADAC hatte bereits am 7. Oktober kritisiert, dass die steuerliche Entlastung bei Super E10 nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben worden sei. Auch die Auswertung vom 14. Oktober bezeichnete das Preisniveau als weiterhin zu hoch. Das Bundeskartellamt beobachtet die Preisentwicklung ebenfalls. Behördenpräsident Andreas Mundt erklärte, dass die Wettbewerbsbehörde bei Anhaltspunkten für kartellrechtswidriges Verhalten einschreiten könne. Geopolitisch verursachte Preissteigerungen ließen sich durch das Kartellrecht jedoch nicht unmittelbar verhindern.

International bemühen sich Regierungen zugleich um eine Stabilisierung des Ölmarktes. Die Internationale Energieagentur teilte am 15. Oktober mit, dass ihre Mitgliedstaaten die Freigabe weiterer Ölreserven beschleunigen wollen. Von den im März vereinbarten Reserven waren bis dahin etwa 330 Millionen Barrel freigegeben worden. Rund 100 Millionen Barrel weiterer Freigaben waren vorgesehen, darunter mehr als 20 Millionen Barrel Diesel. Die Agentur bezeichnete insbesondere die Versorgungslage beim Diesel als angespannt.

Autofahrer können die hohen Kosten zumindest teilweise durch die Wahl der Tankstelle und des Tankzeitpunkts begrenzen. Seit April dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Senkungen sind jederzeit möglich. Nach Auswertungen des ADAC ist Tanken kurz vor Mittag deshalb häufig am günstigsten. Wer vor dem Tankstopp die Preise in einer Vergleichs-App kontrolliert, kann zusätzliche Unterschiede zwischen benachbarten Tankstellen nutzen. Auch eine vorausschauende Fahrweise, angemessener Reifendruck und die Verwendung von Super E10 bei dafür freigegebenen Fahrzeugen können helfen, die laufenden Kraftstoffkosten zu reduzieren.

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