Eintracht Frankfurt: Christoph Spycher rückt als Krösche-Nachfolger in den Fokus

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Eintracht Frankfurt muss seine sportliche Führung neu aufstellen. Nach der sofortigen Freistellung von Sportvorstand Markus Krösche gilt der frühere Eintracht-Spieler Christoph Spycher als aussichtsreicher Nachfolgekandidat. Der 48-jährige Schweizer trägt derzeit die sportliche Gesamtverantwortung bei den Young Boys Bern. Nach Informationen von Sky Sport sollen bereits Gespräche zwischen Frankfurt und Spycher laufen. Eine Einigung ist bislang nicht bestätigt. Gleichzeitig wird Krösche erneut mit dem italienischen Spitzenklub AC Mailand in Verbindung gebracht.

Anzeige

Eintracht Frankfurt überträgt Axel Hellmann die Verantwortung

Der Aufsichtsrat der Eintracht Frankfurt Fußball AG hat am Sonntag, 18. Oktober 2026, einstimmig beschlossen, Markus Krösche auf dessen eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben freizustellen. Der 46-Jährige hatte den Sportvorstandsposten seit 2021 bekleidet. Sein ursprünglich bis zum 30. Juni 2028 laufender Vertrag wird nicht aufgelöst, sondern besteht zu angepassten Bedingungen fort. Einzelheiten zu den finanziellen Vereinbarungen veröffentlichte der Bundesligist nicht.

Parallel dazu wurde der bisherige Vorstandssprecher Axel Hellmann zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Der langjährige Funktionär übernimmt vorübergehend auch die Aufgaben des Sportvorstands. Nach Vereinsangaben soll die dauerhafte personelle und strukturelle Besetzung des Sportressorts innerhalb der kommenden Wochen entschieden werden. Hellmann gehört dem Vorstand seit 2012 an und steht bei der Eintracht bis 2031 unter Vertrag. Präsident Mathias Beck begründete die Neuordnung unter anderem damit, Entscheidungswege verkürzen und Verantwortlichkeiten klarer ordnen zu wollen.

Krösche selbst erklärte seinen Abschied mit dem Wunsch nach einer beruflichen Veränderung. In den vergangenen Monaten habe er sich intensiv mit seiner Zukunft beschäftigt und zunehmend das Gefühl entwickelt, dass er eine Veränderung brauche. Gleichzeitig könne dem Verein ein neuer Impuls helfen. Während seiner Amtszeit gewann Frankfurt 2022 die Europa League und qualifizierte sich zweimal für die Champions League. Die Entwicklung des Kaders und die wirtschaftlichen Ergebnisse auf dem Transfermarkt gehörten ebenfalls zu den prägenden Aspekten seiner Tätigkeit.

Anzeige

Christoph Spycher gilt als Wunschkandidat für die Nachfolge

Bei der Krösche-Nachfolge bei Eintracht Frankfurt richtet sich der Blick besonders auf Christoph Spycher. Sky Sport bezeichnet den Schweizer unter Berufung auf eigene Informationen als Wunschkandidaten der Verantwortlichen. Der Hessische Rundfunk sieht ihn ebenfalls in einer aussichtsreichen Position. Nach Angaben von Sky sollen zwischen beiden Seiten bereits Gespräche stattfinden. Ob diese zu konkreten Verhandlungen über einen Wechsel führen, war zunächst offen. Eine offizielle Bestätigung durch Frankfurt oder die Young Boys lag am Montag zunächst nicht vor.

Spycher kennt den Bundesligisten aus seiner aktiven Laufbahn. Zwischen 2005 und 2010 spielte der frühere Schweizer Nationalspieler für Eintracht Frankfurt und führte die Mannschaft zeitweise als Kapitän an. Nach Daten des Deutschen Fußball-Bundes absolvierte der Linksverteidiger 129 Bundesligaspiele und insgesamt 149 Pflichtpartien für die Hessen. Anschließend wechselte er zu den Young Boys Bern, wo er 2014 seine Spielerkarriere beendete und zunächst Aufgaben in der Talentförderung übernahm.

Seit 2016 arbeitet Spycher in leitenden sportlichen Funktionen bei YB. Zunächst war er Sportchef, 2022 übernahm er als Delegierter Sport des Verwaltungsrats die übergeordnete Verantwortung. Inzwischen führt ihn der Schweizer Klub als Chief Sports. In seine Amtszeit fallen sechs Schweizer Meistertitel seit 2018 und zwei nationale Pokalsiege. Seit 2024 besitzt Spycher außerdem eine Minderheitsbeteiligung an der BSC Young Boys AG. Diese enge organisatorische und wirtschaftliche Bindung gehört zu den Besonderheiten einer möglichen Verpflichtung. Über Spychers aktuelle Vertragslaufzeit und mögliche Bedingungen eines Abschieds aus Bern gab es zunächst keine gesicherten Angaben. Sky zufolge enthält sein laufender Vertrag keine Ausstiegsklausel.

Ein weiterer Verbindungspunkt ist Frankfurts Trainer Adi Hütter. Beide arbeiteten bereits bei den Young Boys zusammen und gewannen 2018 die Schweizer Meisterschaft. Hütter wechselte anschließend nach Frankfurt. Auch Spycher wurde in der Vergangenheit bereits mit einer Funktion bei der Eintracht in Verbindung gebracht. Nach Sky-Informationen hatte sich der Klub schon 2021 mit einer möglichen Verpflichtung beschäftigt.

Auch Chatzialexiou, Neppe und Weber werden genannt

Neben Spycher kommen laut Hessischem Rundfunk mehrere weitere Funktionäre für die Nachfolge infrage. Dazu gehört Joti Chatzialexiou, der seit 2024 Sportvorstand beim 1. FC Nürnberg ist. Der frühere Funktionär des Deutschen Fußball-Bundes arbeitete in seiner Karriere unter anderem in der Talentförderung und war zuvor bereits als Jugendtrainer für Eintracht Frankfurt tätig. Wegen seines bestehenden Vertrags in Nürnberg wäre eine Verpflichtung mit zusätzlichen Verhandlungen verbunden.

Der Hessische Rundfunk nennt außerdem Marco Neppe, derzeit Sportdirektor beim Paris FC, und Benjamin Weber, der seit 2025 für den FC Augsburg tätig ist. Neppe war zuvor viele Jahre in der sportlichen Organisation des FC Bayern München beschäftigt. Weber arbeitete unter anderem mit Trainer Thomas Tuchel zusammen und war später Geschäftsführer Sport beim SC Paderborn. Auch die früheren Frankfurter Funktionäre Fredi Bobic und Pirmin Schwegler werden als mögliche Außenseiter eingeordnet.

Eine offizielle Kandidatenliste hat die Eintracht bislang nicht veröffentlicht. Ebenso wenig steht fest, welchen konkreten Zuschnitt der künftige Sportvorstand erhalten soll. Sportdirektor Timmo Hardung ist weiterhin für den Verein tätig. Welche Aufgabenverteilung sich aus der neuen Führungsstruktur ergeben wird, ist noch nicht abschließend geklärt.

Krösche und AC Mailand: Gespräche und Ablöseklausel im Gespräch

Auch die berufliche Zukunft von Markus Krösche beschäftigt den europäischen Fußball. Die italienische Sportzeitung Gazzetta dello Sport sieht ihn als aussichtsreichen Kandidaten für die Position des Head of Football beim AC Mailand. Eine solche Funktion würde mit weitreichender Verantwortung für die sportliche Ausrichtung des italienischen Traditionsklubs verbunden sein. Bereits im vergangenen Sommer war Krösche mit Milan in Verbindung gebracht worden. Sky Sport zufolge besteht erneut Kontakt zwischen beiden Seiten, konkrete Verhandlungen gebe es derzeit jedoch noch nicht. Eine Verpflichtung ist nicht bestätigt.

Für Frankfurt könnte ein künftiger Wechsel auch finanziell relevant werden. Sky Sport berichtet über eine besondere Klausel in Krösches Freistellungsvereinbarung, die bei einem Wechsel zu einem anderen Verein bis zum Sommer 2027 eine Ablöse vorsehen soll. Der Hessische Rundfunk verweist ebenfalls auf die Möglichkeit einer Zahlung an die Eintracht. Dass Krösches Vertrag formal bis 2028 fortbesteht, hat der Bundesligist ausdrücklich bestätigt. Eine konkrete Ablösevereinbarung oder einen festgelegten Betrag hat der Verein dagegen nicht öffentlich bestätigt.

Damit stehen bei Eintracht Frankfurt zwei Personalfragen im Mittelpunkt. Die sportliche Führung soll nach dem Ende der Amtszeit Krösches dauerhaft neu besetzt werden, während sich für den bisherigen Vorstand eine internationale Anschlussmöglichkeit ergeben könnte. Bis zur Entscheidung über die Nachfolge liegt die Verantwortung für das Sportressort bei Axel Hellmann. Eintracht Frankfurt hat angekündigt, über weitere personelle und strukturelle Beschlüsse zu informieren.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu