Stena und Color Line einigen sich auf Übernahme

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der schwedische Industriekonzern Stena AB will die norwegische Fährreederei Color Line übernehmen. Beide Unternehmen haben am Montag, 26. Oktober 2026, eine entsprechende Vereinbarung bekannt gegeben. Damit steht ein bedeutender Eigentümerwechsel im nordeuropäischen Fährverkehr bevor. Betroffen ist auch die Verbindung zwischen Kiel und Oslo. Für Reisende soll sich vorerst nichts ändern.

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Übernahme soll 2027 abgeschlossen werden

Stena will Color Line übernehmen und damit sein Geschäft im europäischen Personen- und Güterverkehr ausbauen. Dafür soll die Konzerntochter Stena Rederi AB sämtliche Anteile an der norwegischen Color Group AS erwerben. Verkäufer ist die Gesellschaft ONS Invest II AS, die dem norwegischen Unternehmer Olav Nils Sunde und seiner Familie gehört.

Über den Kaufpreis haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion muss zunächst von den zuständigen Behörden genehmigt werden. Nach Angaben der Unternehmen wird mit einem Abschluss gegen Ende des ersten Quartals oder im zweiten Quartal 2027 gerechnet.

Fähren zwischen Kiel und Oslo fahren weiter

Für Deutschland ist die geplante Übernahme besonders wegen der Fährverbindungen ab Kiel relevant. Color Line betreibt dort die Strecke nach Oslo mit den Schiffen Color Fantasy und Color Magic. Stena Line verbindet Kiel bereits mit dem schwedischen Göteborg.

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Sollte der Kauf zustande kommen, würden damit zwei wichtige internationale Fährverbindungen ab Kiel zum selben Konzern gehören. Beide Reedereien sollen jedoch weiterhin unter ihren bisherigen Marken auftreten.

Bestehende Buchungen, Fahrpläne und Kundenbeziehungen bleiben laut den Unternehmen von der Vereinbarung unberührt. Änderungen am laufenden Fährbetrieb sind zunächst nicht angekündigt worden. Auch neue Regelungen für Ticketpreise oder die eingesetzten Schiffe wurden nicht bekannt gegeben.

Color Line soll als eigenständige Marke bestehen bleiben

Stena beabsichtigt, Color Line auch nach dem Eigentümerwechsel als eigenständiges Unternehmen weiterzuführen. Die Geschäftsführung soll weiterhin in Norwegen angesiedelt sein, die Schiffe sollen unter norwegischer Registrierung fahren.

Der schwedische Konzern möchte insbesondere bei der technischen Modernisierung, Digitalisierung und Verringerung von Emissionen mitwirken. Auch Kundenservice und Logistik gehören zu den genannten Entwicklungsfeldern.

Color-Line-Chef Trond Kleivdal begrüßte die Vereinbarung. Er sieht in der Zugehörigkeit zu Stena eine Grundlage für die weitere Entwicklung der Reederei. Konkrete Veränderungen an der Flotte oder den bestehenden Verbindungen wurden nicht angekündigt.

Zwei große Reedereien im europäischen Fährverkehr

Mit dem geplanten Zusammenschluss würde Stena seine Stellung im nordeuropäischen Fährmarkt weiter ausbauen. Stena Line betreibt nach eigenen Angaben 40 Schiffe auf 19 Routen in Nordeuropa und im Mittelmeer. Jährlich führt das Unternehmen rund 35.000 Abfahrten durch.

Color Line ist insbesondere auf Verbindungen zwischen Norwegen, Deutschland, Dänemark und Schweden aktiv. Die norwegische Reederei verfügt über fünf Schiffe und bedient vier internationale Strecken. Dazu gehören neben Kiel–Oslo die Verbindungen von Hirtshals nach Kristiansand und Larvik sowie die Route zwischen Sandefjord und Strömstad.

Im Geschäftsjahr 2025 beförderte Color Line nach Unternehmensangaben knapp 3,6 Millionen Passagiere und rund 150.000 Frachteinheiten. Der Umsatz lag bei mehr als 6,7 Milliarden norwegischen Kronen. Das Unternehmen beschäftigt umgerechnet rund 2.200 Vollzeitkräfte.

Bis zur behördlichen Entscheidung bleiben Color Line und Stena Line rechtlich und operativ getrennte Unternehmen.

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