Niedersachsen stimmt erneut ab: Diese Stichwahlen entscheiden heute

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In Niedersachsen sind die Wählerinnen und Wähler am Sonntag erneut zur Stimmabgabe aufgerufen. Zwei Wochen nach den Kommunalwahlen vom 13. September fallen am 27. September in zahlreichen Städten, Gemeinden und Landkreisen die Entscheidungen über Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte. Auch die Spitze der Region Hannover wird in einer Stichwahl bestimmt. Insgesamt finden nach Angaben des NDR in 123 niedersächsischen Kommunen Stichwahlen statt. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Eine Stichwahl ist erforderlich, wenn bei einer Direktwahl im ersten Wahlgang niemand mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhält. Dann treten grundsätzlich die beiden Bewerberinnen oder Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen gegeneinander an. Das Niedersächsische Kommunalwahlgesetz sieht für die Stichwahl eine einfache Entscheidung vor: Gewählt ist, wer die meisten gültigen Stimmen erhält.

Hannover entscheidet über Oberbürgermeister und Regionsspitze

Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf die Landeshauptstadt Hannover. Dort tritt der amtierende Oberbürgermeister Belit Onay von den Grünen gegen Axel von der Ohe von der SPD an. Onay erreichte im ersten Wahlgang 45,6 Prozent, von der Ohe 21,5 Prozent. Der Wahlausschuss bestätigte anschließend die Stichwahl der beiden Bewerber.

Parallel wird in der gesamten Region Hannover über die künftige Regionspräsidentschaft abgestimmt. Dort stehen Eva Bender von der SPD und Oliver Junk von der CDU auf dem Stimmzettel. Im ersten Wahlgang kam Bender nach den veröffentlichten Ergebnissen auf 30,6 Prozent, Junk auf 22,0 Prozent.

Für die Oberbürgermeister-Stichwahl in Hannover sind 397.371 Menschen wahlberechtigt. Bis zum Ende der Antragsfrist waren nach Angaben der Stadt 90.019 Briefwahlunterlagen ausgegeben worden.

Seit 8 Uhr sind die Wahllokale geöffnet. Die Stadt will im Tagesverlauf Angaben zur Wahlbeteiligung veröffentlichen. Nach der Schließung der Wahllokale um 18 Uhr beginnt unmittelbar die Auszählung. Eingehende Ergebnisse aus den einzelnen Wahlbezirken sollen anschließend fortlaufend veröffentlicht werden.

Stichwahlen auch in Braunschweig, Oldenburg und Osnabrück

Auch in mehreren anderen Großstädten ist die Besetzung des Rathauses noch offen. In Braunschweig tritt der amtierende Oberbürgermeister Thorsten Kornblum von der SPD gegen Maximilian Pohler von der CDU an. Kornblum hatte im ersten Wahlgang 43,3 Prozent erreicht, Pohler 17,2 Prozent. Die Stadt bestätigte beide Kandidaten für die Stichwahl.

In Oldenburg treffen Ulf Prange von der SPD und der parteilose Jascha Rohr aufeinander. Beim ersten Wahlgang lagen die beiden mit 33,2 beziehungsweise 30,5 Prozent vergleichsweise dicht zusammen.

In Osnabrück bewirbt sich die amtierende Oberbürgermeisterin Katharina Pötter von der CDU um eine weitere Amtszeit. Sie erhielt am 13. September 42,2 Prozent. Ihr Gegenkandidat in der Stichwahl ist Volker Bajus von den Grünen, der auf 22,3 Prozent kam. Gleichzeitig wird im Landkreis Osnabrück über das Landratsamt entschieden. Dort treten die parteilose Amtsinhaberin Anna Kebschull und Thomas Spieker von der CDU gegeneinander an. Kebschull erreichte im ersten Wahlgang 33,8 Prozent, Spieker 25,0 Prozent.

Göttingen, Salzgitter und weitere Städte wählen ebenfalls

Auch in Göttingen steht die Entscheidung über die Stadtspitze aus. Onyeka Oshionwu von den Grünen kam im ersten Wahlgang auf 41,4 Prozent und tritt nun gegen Ehsan Kangarani an, der 27,9 Prozent erhielt. Gleichzeitig findet im Landkreis Göttingen eine Landratsstichwahl zwischen Ulrike Witt von der SPD und Harm Adam von der CDU statt. Sie erreichten im ersten Wahlgang 25,3 beziehungsweise 23,4 Prozent.

In Salzgitter tritt der amtierende Oberbürgermeister Frank Klingebiel von der CDU gegen Patricia Mair von der AfD an. Klingebiel erreichte im ersten Wahlgang 45,6 Prozent, Mair 25,7 Prozent.

Weitere größere Stichwahlen gibt es unter anderem in Delmenhorst und Lüneburg. In Delmenhorst treten Petra Gerlach von der CDU und Alexander Mittag von der SPD gegeneinander an. Gerlach erhielt im ersten Wahlgang 44,6 Prozent, Mittag 30,1 Prozent. In Lüneburg stehen Claudia Kalisch als Einzelbewerberin und Heiko Meyer von Die Unabhängigen Lüneburg zur Wahl. Kalisch kam auf 36,1 Prozent, Meyer auf 28,2 Prozent.

Im Landkreis Hildesheim fällt ebenfalls erst an diesem Sonntag die Entscheidung. Amtsinhaber Bernd Lynack von der SPD erreichte im ersten Wahlgang 46,2 Prozent. Sein CDU-Herausforderer Christopher Gedeon kam auf 34,7 Prozent.

Insgesamt waren 395 Direktwahlen angesetzt

Am 13. September wurden in Niedersachsen neben den kommunalen Vertretungen insgesamt 395 Hauptverwaltungsämter direkt gewählt. Dazu gehörten die Regionsspitze in Hannover, 32 Landratsämter, die Spitzen von acht kreisfreien Städten sowie zahlreiche Bürgermeister- und Samtgemeindebürgermeisterämter. Insgesamt waren dafür 1.123 Bewerbungen zugelassen.

Nicht überall ist ein zweiter Wahlgang notwendig. Eine Stichwahl findet nur dort statt, wo beim ersten Wahlgang niemand mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhielt. In den betroffenen Kommunen beschränkt sich die Abstimmung nun auf die Direktwahl. Stadt- und Gemeinderäte, Kreistage, Ortsräte und andere kommunale Vertretungen wurden bereits am 13. September gewählt.

Die Wahlbeteiligung bei den allgemeinen Kommunalwahlen am 13. September lag landesweit bei rund 64,6 Prozent. Rund 6,3 Millionen Menschen waren damals wahlberechtigt.

Bei exakt gleicher Stimmenzahl entscheidet das Los

Eine Besonderheit des niedersächsischen Kommunalwahlrechts betrifft einen möglichen Gleichstand. Erhalten beide Bewerber in der Stichwahl exakt gleich viele gültige Stimmen, entscheidet nicht ein weiterer Wahlgang. Nach dem Niedersächsischen Kommunalwahlgesetz zieht die zuständige Wahlleitung in diesem Fall das Los.

Auch schon beim Übergang vom ersten Wahlgang zur Stichwahl kann ein Losentscheid eine Rolle spielen. Haben mehrere Bewerber dieselbe Stimmenzahl und hängt davon ab, wer den zweiten Platz und damit die Teilnahme an der Stichwahl erhält, entscheidet ebenfalls das von der Wahlleitung gezogene Los.

Die Wählerinnen und Wähler haben bei jeder Direktwahl eine Stimme. Eine neue Wahlbenachrichtigung ist grundsätzlich nicht erforderlich. Wer im Wählerverzeichnis steht, kann nach Angaben des NDR auch dann wählen, wenn die ursprüngliche Benachrichtigung nicht mehr vorhanden ist. In diesem Fall kann im zuständigen Wahllokal ein Personalausweis oder Reisepass vorgelegt werden.

Auszählung beginnt nach Schließung der Wahllokale

Bis 18 Uhr kann in den betroffenen Kommunen abgestimmt werden. Auch Wahlbriefe müssen rechtzeitig bei der zuständigen Wahlleitung eingehen. Anschließend werden die Stimmen in den Wahlbezirken ausgezählt. In Hannover kündigte die Stadt an, die eintreffenden Ergebnisse unmittelbar nach Beginn der Auszählung fortlaufend zu veröffentlichen. Auch andere Städte stellen ihre Ergebnisse nach 18 Uhr über eigene Wahlportale bereit.

Die Stichwahlen schließen damit den zweiten Teil der Direktwahlen der niedersächsischen Kommunalwahl 2026 ab. Die neu gewählten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Landrätinnen und Landräte werden aufgrund einer Änderung des niedersächsischen Kommunalrechts wieder für acht Jahre gewählt.

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