
Der europäische Halbleiterhersteller STMicroelectronics hat im dritten Quartal 2026 deutlich mehr Umsatz erzielt und seinen operativen Gewinn gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Das bereinigte Betriebsergebnis übertraf die Erwartungen der Analysten. Für das Schlussquartal rechnet der Konzern mit einem weiteren Umsatzanstieg auf mehr als vier Milliarden US-Dollar.
Die STMicroelectronics Quartalszahlen 2026 zeigen eine deutliche Erholung des Geschäfts. Im dritten Quartal, das am 26. September endete, lag der Umsatz bei 3,757 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg um 17,9 Prozent. Im Vergleich zum zweiten Quartal wuchsen die Erlöse um 7,7 Prozent.
Auch die Profitabilität verbesserte sich. Die Bruttomarge erreichte 37,3 Prozent nach 33,2 Prozent im Vorjahresquartal. Dazu trugen nach Unternehmensangaben eine günstigere Zusammensetzung der verkauften Produkte sowie geringere Belastungen durch ungenutzte Produktionskapazitäten bei.
Das nach US-Rechnungslegungsstandards ausgewiesene operative Ergebnis lag bei 367 Millionen US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es 180 Millionen Dollar gewesen. Die operative Marge verbesserte sich von 5,6 auf 9,8 Prozent.
Bereinigt um bestimmte Sonderbelastungen erreichte STMicroelectronics einen operativen Gewinn von 429 Millionen Dollar. Das entspricht einem Anstieg um 98 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Analysten hatten nach einer von Reuters genannten LSEG-Erhebung durchschnittlich mit 400,5 Millionen Dollar gerechnet.
Die bereinigte operative Marge lag bei 11,4 Prozent. Im ausgewiesenen Ergebnis waren unter anderem 55 Millionen Dollar für Wertminderungen, Restrukturierungsmaßnahmen und damit verbundene Kosten enthalten.
Unter dem Strich erzielte STMicroelectronics einen Nettogewinn von 291 Millionen Dollar nach 237 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der verwässerte Gewinn je Aktie stieg von 0,26 auf 0,31 Dollar.
Die stärkere Nachfrage erstreckt sich auf mehrere Geschäftsbereiche. Besonders deutlich entwickelte sich das Segment für Funk- und optische Kommunikation. Dort stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 46,2 Prozent auf 504 Millionen Dollar. Im Bereich Embedded Processing, zu dem unter anderem Mikrocontroller gehören, legten die Erlöse um 24,1 Prozent auf 1,212 Milliarden Dollar zu.
Vorstandschef Jean-Marc Chery verwies auf eine breitere Erholung der Nachfrage. Als zusätzliche Wachstumstreiber nannte das Unternehmen Anwendungen in KI-Rechenzentren sowie die Satellitenkommunikation mit Satelliten in niedrigen Erdumlaufbahnen.
Im dritten Quartal entwickelten sich außerdem die Verkäufe für Kommunikationsgeräte, Computerperipherie und persönliche Elektronik besser als erwartet.
STMicroelectronics ist zugleich ein wichtiger Anbieter von Halbleitern für die Automobilindustrie und industrielle Anwendungen. Dazu gehören Leistungsbauteile, Sensoren und Steuerungselektronik. Diese Märkte bleiben wichtige Absatzfelder, während die aktuelle Wachstumsdynamik auch von Rechenzentren und Kommunikationsanwendungen getragen wird.
Für das vierte Quartal 2026 stellt STMicroelectronics einen Umsatz von rund 4,15 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Dieser Wert bildet die Mitte der Unternehmensprognose und liegt etwa 10,5 Prozent über dem Umsatz des dritten Quartals.
Der Konzern nennt eine mögliche Abweichung von 3,5 Prozent nach oben oder unten. Analysten hatten laut Reuters im Durchschnitt einen Quartalsumsatz von 4,10 Milliarden Dollar erwartet.
Die Bruttomarge soll nach Unternehmensplanung im Schlussquartal bei rund 39 Prozent liegen, mit einer möglichen Abweichung von zwei Prozentpunkten.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management auf Grundlage des mittleren Prognosewerts einen Umsatz von etwa 14,5 Milliarden Dollar. Das entspräche einem Wachstum von 22,8 Prozent gegenüber 2025. Die erwartete Bruttomarge für das Gesamtjahr liegt bei rund 36,4 Prozent.
Chery erklärte zudem, dass die Nachfrage weiterhin über dem Angebot liege. STMicroelectronics wolle seine Fertigungskapazitäten entsprechend der Unternehmensstrategie ausbauen und gleichzeitig an einer Verbesserung der Profitabilität arbeiten.
Eine abschließende Reaktion der STMicroelectronics-Aktie auf die Quartalszahlen war am Donnerstagmorgen, 29. Oktober 2026, um 7:54 Uhr MEZ noch nicht aus dem regulären Börsenhandel in Paris abzulesen.
Eine bei finanzen.net ausgewiesene nachbörsliche Minusnotierung für die in den USA gehandelte Aktie war dem 28. Oktober zugeordnet. Sie lag damit zeitlich vor der Veröffentlichung der neuen Geschäftszahlen und lässt keine Aussage über die anschließende Marktreaktion zu.
Für die weitere Geschäftsentwicklung kommt es insbesondere darauf an, ob sich die steigende Nachfrage in den kommenden Quartalen fortsetzt und der Hersteller seine geplanten Verbesserungen bei der Marge erreicht.
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