Tegut vor dem Umbau: 178 Filialen können an Edeka gehen

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Beim Verkauf der Supermarktkette Tegut ist eine der wichtigsten Entscheidungen gefallen. Edeka darf 178 reguläre Tegut-Supermärkte übernehmen. Das Bundeskartellamt hat das Vorhaben nach einer vertieften Prüfung freigegeben, allerdings in kleinerem Umfang als ursprünglich geplant. Edeka wollte zunächst 202 Märkte erwerben. Bei 24 Standorten sahen die Wettbewerbshüter jedoch Probleme für den regionalen Wettbewerb. Dort darf Edeka vorerst nicht zum Zuge kommen.

Damit nimmt der Tegut Verkauf konkrete Formen an. Die bisherige Eigentümerin, die Genossenschaft Migros Zürich, hatte bereits im März 2026 beschlossen, sich aus Deutschland zurückzuziehen. Eine Übernahme der gesamten Kette durch einen einzigen neuen Anbieter kam nach Angaben von Migros nicht zustande. Stattdessen werden die Standorte auf mehrere Lebensmittelhändler verteilt. Noch ist allerdings nicht für jede Filiale abschließend geklärt, wie es weitergeht.

Edeka erhält den mit Abstand größten Teil von Tegut

Das Edeka-Paket bildet den Kern des Verkaufs. Neben den 178 freigegebenen Supermärkten gehören auch weitere Teile der Tegut-Infrastruktur zum vereinbarten Geschäft. Dazu zählen das Logistikzentrum in Michelsrombach bei Hünfeld, die Herzberger-Bäckerei und die Smart-Retail-Aktivitäten mit den unbemannten Teo-Märkten. Bei den Teo-Standorten geht es um 41 Märkte.

Ursprünglich sollte Edeka zusätzlich 24 weitere Supermärkte übernehmen. Das Bundeskartellamt hatte jedoch bei einem Teil der regionalen Absatzmärkte Bedenken. Hintergrund ist die bereits hohe Konzentration im deutschen Lebensmittelhandel. Nach Angaben der Behörde erzielen Edeka, Rewe, Aldi sowie die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland gemeinsam mehr als 90 Prozent der bundesweiten Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel. Eine marktübergreifende gemeinsame Marktbeherrschung der großen Händler stellte das Kartellamt bei seiner Prüfung allerdings nicht fest.

Für die 24 aus dem Edeka-Paket herausgenommenen Standorte bedeutet die Entscheidung nicht automatisch eine Schließung. Edeka darf sie im Rahmen der Vereinbarung zunächst nicht übernehmen. Für nicht vergebene Tegut-Filialen sucht Migros Zürich weiterhin nach Lösungen mit anderen Käufern.

Tante Enso darf bereits 36 Tegut-Märkte übernehmen

Ein weiteres Filialpaket ist bereits seit Juni geklärt. Das Bundeskartellamt genehmigte dem Bremer Lebensmittelhändler Tante Enso die Übernahme von 36 Tegut-Märkten. Sie liegen überwiegend in Hessen, Thüringen und Nordbayern. Tante Enso ist bislang vor allem mit kleineren, teilweise automatisierten Nahversorgungsmärkten in ländlichen Regionen vertreten.

Die betroffenen Tegut-Standorte sollen schrittweise auf das Tante-Enso-Konzept umgestellt werden. Das Unternehmen hat angekündigt, die Beschäftigten der übernommenen Filialen weiterzubeschäftigen. Mit den 36 zusätzlichen Märkten vergrößert Tante Enso sein bisheriges Netz deutlich. Vor der Transaktion betrieb das Unternehmen knapp 90 Märkte.

Damit steht bereits für 214 klassische Tegut-Supermärkte ein kartellrechtlich genehmigter Käufer fest: 178 können an Edeka und 36 an Tante Enso gehen. Die tatsächliche Übergabe und Umstellung der einzelnen Standorte erfolgt jedoch nicht zwangsläufig zeitgleich.

Rewe will bis zu 40 weitere Filialen

Noch nicht abgeschlossen ist das Vorhaben der Rewe Group. Rewe und Migros Zürich unterzeichneten bereits im April einen Vertrag über die mögliche Übernahme von bis zu 40 Tegut-Märkten. Der Großteil soll nach dem bisherigen Plan künftig als Rewe betrieben werden, weitere Standorte sollen an Penny gehen. Allen Beschäftigten der betroffenen Märkte wurde nach Angaben von Rewe ein Arbeitsplatzangebot in Aussicht gestellt.

Zum Stand am 1. Oktober war dieses Filialpaket noch nicht endgültig freigegeben. Eine abschließende Entscheidung des Bundeskartellamts lag zunächst nicht vor. Damit bleibt offen, wie viele der vereinbarten bis zu 40 Standorte tatsächlich zu Rewe oder Penny wechseln können.

Auch für weitere Tegut-Märkte, die bislang keinem der bekannten Pakete zugeordnet sind oder die Edeka aus Wettbewerbsgründen nicht übernehmen darf, sind weitere Lösungen möglich. Eine vollständige Übersicht über die endgültige Zukunft sämtlicher Standorte liegt damit Anfang Oktober noch nicht vor.

Die Marke Tegut steht vor dem Ende

Der Verkauf verändert nicht nur die Eigentümerstruktur. Auch die Marke Tegut soll in ihrer bisherigen Form verschwinden. Die übernommenen Filialen werden nach den bisherigen Plänen in die jeweiligen Vertriebssysteme der neuen Betreiber integriert. Bei Edeka können dazu neben klassischen Edeka-Märkten auch Standorte anderer Vertriebslinien des Verbunds gehören. Tante Enso plant ebenfalls eine Umstellung auf die eigene Marke.

Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet und gehört seit 2013 zur Genossenschaft Migros Zürich. Das Unternehmen ist besonders in Hessen präsent, betreibt aber auch Märkte in mehreren weiteren Bundesländern. Einschließlich der kleineren Teo-Standorte umfasst das Netz rund 340 Geschäfte. Knapp 7.500 Menschen arbeiten für Tegut.

Migros Zürich hatte den Rückzug mit der wirtschaftlichen Entwicklung der deutschen Tochter begründet. Zwar seien die operativen Verluste durch Sanierungsmaßnahmen deutlich gesunken, zugleich hätten sich das Marktumfeld verschärft und die Umsätze rückläufig entwickelt. Der Schweizer Eigentümer kam deshalb zu dem Ergebnis, dass Tegut in seiner bisherigen Größe und Positionierung langfristig nicht eigenständig weitergeführt werden soll.

Für Kundinnen und Kunden läuft der Geschäftsbetrieb während des Übergangs weiter. Auch Anfang Oktober veröffentlicht Tegut weiterhin reguläre Wochenangebote. Wann einzelne Märkte ihre Schilder wechseln und unter welcher Vertriebslinie sie künftig öffnen, hängt von den jeweiligen Übernahmeverfahren und der anschließenden Umsetzung vor Ort ab.

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