Tesla plant riesige zweite Fabrikhalle in Grünheide

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Der US-Elektroautobauer Tesla konkretisiert den Ausbau seines einzigen europäischen Autowerks in Grünheide bei Berlin. Das Unternehmen bereitet weitere Genehmigungsunterlagen für eine zusätzliche Produktionshalle vor. Langfristig soll die Fabrik auf eine Kapazität von bis zu einer Million Elektroautos jährlich wachsen. Auch die Batteriefertigung soll erweitert werden. Bis zur Umsetzung sind allerdings noch mehrere Genehmigungs- und Ausbauschritte notwendig.

Anzeige

Tesla will neue Produktionshalle in Grünheide errichten

Der geplante Ausbau des Tesla-Werks in Grünheide soll mit einer weiteren Produktionshalle vorangetrieben werden. Das Gebäude ist nördlich der bestehenden Fabrik vorgesehen. Nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg könnte die neue Halle eine Fläche von rund 536.000 Quadratmetern erreichen. Damit wäre sie mehr als doppelt so groß wie das bisherige Produktionsgebäude mit etwa 219.000 Quadratmetern.

Die genaue Größe ist allerdings noch nicht abschließend bestätigt. Tesla bereitet nach eigenen Angaben die nächste Stufe des Genehmigungsverfahrens vor. Die erforderlichen Unterlagen sollen nach bisheriger Planung noch Ende 2026 eingereicht werden.

Ein Baubeginn im Jahr 2027 ist im Gespräch. Einen verbindlichen Termin hat das Unternehmen bislang nicht bekannt gegeben. Die Erweiterung ist als langfristiges Vorhaben angelegt und soll in mehreren Schritten erfolgen.

Anzeige

Eine Million Elektroautos pro Jahr bleibt das Ausbauziel

Das langfristige Ziel der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg ist eine jährliche Produktionskapazität von einer Million Fahrzeugen. Damit würde sich die ursprünglich genehmigte Kapazität von bis zu 500.000 Elektroautos verdoppeln.

Von diesen Größenordnungen ist die tatsächliche Fertigung derzeit noch entfernt. Das Werk produziert seit März 2022 Fahrzeuge des Modells Y. Im Laufe des Jahres 2026 kündigte Tesla an, die wöchentliche Produktion schrittweise von rund 5.000 auf 7.500 Fahrzeuge erhöhen zu wollen.

Die höhere Stückzahl sollte ab Oktober erreicht werden. Eine abschließend bestätigte aktuelle Wochenproduktion lag zunächst nicht vor. Auch die ursprünglich vorgesehene Jahreskapazität von 500.000 Fahrzeugen wurde bislang nicht ausgeschöpft.

Die Millionengrenze beschreibt somit die langfristig geplante Kapazität des Standorts und keine bereits erreichte Produktionsmenge.

Erste Teilgenehmigung liegt seit Oktober 2024 vor

Die rechtlichen Voraussetzungen für den vollständigen Ausbau werden schrittweise geschaffen. Bereits am 15. Oktober 2024 erteilte das Landesamt für Umwelt Brandenburg eine erste Teilgenehmigung. Diese umfasste unter anderem Änderungen an bestehenden Produktionsgebäuden, zusätzliche Nebenanlagen sowie neue Lager- und Logistikflächen.

Für die zweite große Produktionshalle ist ein weiterer Genehmigungsschritt erforderlich. Anschließend sollen zusätzliche Produktionsanlagen und Maschinen installiert werden können. Auch die weitere Verkehrsinfrastruktur auf dem Werksgelände gehört zur längerfristigen Planung.

Tesla hatte das übergeordnete Erweiterungsvorhaben bereits 2023 bei den zuständigen Behörden eingereicht. Für die geplante Kapazitätserhöhung sollen ausschließlich Flächen genutzt werden, die sich bereits im Eigentum des Unternehmens befinden. Nach Angaben der Brandenburger Umweltverwaltung sind dafür keine weiteren Waldrodungen erforderlich.

Rund 12.600 Beschäftigte arbeiten bei Tesla

Der Ausbau ist auch mit zusätzlichen Arbeitsplätzen verbunden. Nach aktuellen Unternehmensangaben beschäftigt Tesla in Grünheide rund 12.600 Menschen. Zwischenzeitlich war die Beschäftigtenzahl auf weniger als 11.000 gesunken.

Für die schrittweise Steigerung der Fahrzeugproduktion hatte Tesla insgesamt rund 2.000 Neueinstellungen vorgesehen. Nach Angaben des Unternehmens wurden in den vergangenen Monaten bereits etwa 2.000 zusätzliche Beschäftigte eingestellt.

Darüber hinaus sind mehr als 1.500 neue Stellen für die Batteriezellfertigung vorgesehen. Wie viele Arbeitsplätze durch die spätere zweite Produktionshalle zusätzlich entstehen könnten, ist noch nicht konkret festgelegt.

Mit dem weiteren Ausbau würde die Bedeutung des Standorts für die industrielle Beschäftigung in Brandenburg wachsen. Zugleich ist Grünheide für Tesla der zentrale Produktionsstandort für Elektroautos in Europa.

Batteriefertigung und Wasserversorgung werden ausgebaut

Neben der Fahrzeugproduktion soll auch die Herstellung von Batteriezellen wachsen. Die langfristige Planung sieht eine Erhöhung der jährlichen Batteriezellkapazität von ursprünglich 50 auf 100 Gigawattstunden vor. Auch dieses Ziel gehört zum mehrstufigen Ausbau und beschreibt nicht die derzeitige tatsächliche Produktion.

Weitere Investitionen sind für die technische Infrastruktur vorgesehen. Dazu zählen nach bisherigen Planungen ein eigenes Umspannwerk und zusätzliche Anlagen zur Wasseraufbereitung.

Nach Informationen des rbb arbeitet Tesla an einem erweiterten Wasserkreislauf, mit dem künftig auch Sanitärabwasser aufbereitet werden soll. Dadurch könnte das Unternehmen einen größeren Teil des benötigten Wassers auf dem eigenen Gelände behandeln. Ob die vorgesehenen Maßnahmen ausreichen, um die geplante Erweiterung innerhalb der bestehenden vertraglichen Wassermengen umzusetzen, muss sich im weiteren Verfahren zeigen.

Die Wasserversorgung gehört seit der Ansiedlung zu den umstrittenen Punkten des Projekts. Umweltverbände und Anwohner haben wiederholt Bedenken geäußert, insbesondere wegen der Lage von Teilen des Werks in einem Wasserschutzgebiet.

Für Tesla ist der nächste entscheidende Schritt nun die zweite Teilgenehmigung. Erst mit weiteren behördlichen Entscheidungen kann der geplante Neubau umgesetzt werden. Ein konkreter Termin für die vollständige Erweiterung auf eine Million Fahrzeuge pro Jahr steht bislang nicht fest.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu