
Elon Musk bringt einen Zusammenschluss seiner beiden Unternehmen Tesla und SpaceX voran. Beide Konzerne haben unabhängige Sonderausschüsse eingerichtet, die eine mögliche Fusion prüfen. Gleichzeitig steht der Elektroautohersteller nach seinen jüngsten Quartalszahlen unter Druck. Während der Umsatz nahezu unverändert blieb, ging der Gewinn deutlich zurück. Auch an der Börse reagierten Anleger zurückhaltend.
Bei einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen von SpaceX am Dienstag, 20. Oktober 2026, bestätigte Musk erstmals offiziell die Prüfung eines Zusammenschlusses. Er bezeichnete die Idee als sinnvoll und verwies auf mögliche Vorteile einer engeren Zusammenarbeit in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Chipentwicklung, Robotik und Kommunikation.
Die Entscheidung liege allerdings nicht allein bei ihm. Wegen seiner Beteiligungen an beiden Unternehmen nimmt Musk nach eigenen Angaben nicht an den Verhandlungen der Sonderausschüsse teil.
In ihren bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Quartalsberichten bestätigen Tesla und SpaceX die Prüfung. SpaceX erklärte am 22. Oktober ausdrücklich, dass der zuständige Ausschuss noch keine Entscheidung getroffen habe. Für einen Zusammenschluss wären weitere Genehmigungen erforderlich, darunter die Zustimmung des Verwaltungsrats und des kontrollierenden Anteilseigners. Auch aufseiten von Tesla wäre eine entsprechende Zustimmung der Aktionäre notwendig.
Parallel zu den Fusionsüberlegungen hat Tesla seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht. Der Umsatz erreichte rund 28,05 Milliarden US-Dollar und lag damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.
Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn sank hingegen von 1,37 Milliarden auf 787 Millionen Dollar. Das entspricht einem Rückgang von rund 43 Prozent. Das operative Ergebnis verringerte sich sogar um etwa 56 Prozent auf 718 Millionen Dollar.
Auch die steigenden Ausgaben für Forschung und Entwicklung belasteten das Ergebnis. Sie erhöhten sich im Jahresvergleich um 69 Prozent. Tesla investiert insbesondere in autonome Fahrtechnologien, eigene Halbleiter und den humanoiden Roboter Optimus.
Positiv entwickelte sich dagegen der freie Cashflow. Er erreichte rund 1,53 Milliarden Dollar. Gleichzeitig senkte Tesla seine Prognose für die Investitionsausgaben im Gesamtjahr 2026 von zuvor mehr als 25 Milliarden auf ungefähr 20 Milliarden Dollar.
An der Börse sorgte die Kombination aus rückläufigem Gewinn und offenen Fragen zur Unternehmensentwicklung für eine wechselhafte Reaktion. Nach zunächst positiven Kursbewegungen verlor die Tesla-Aktie im nachbörslichen Handel am Mittwoch, 21. Oktober, wieder an Wert.
Die Nachrichtenagentur AP bezifferte den zwischenzeitlichen nachbörslichen Rückgang nach Veröffentlichung der Quartalszahlen auf rund 3,2 Prozent. Am Donnerstag folgte im regulären Handel ein Kursverlust von 3,08 Prozent.
Am Freitag, 23. Oktober 2026, schloss die Tesla-Aktie nach Daten von Yahoo Finance um 16 Uhr US-Ostküstenzeit bei 372,22 US-Dollar. Gegenüber dem Vortag entsprach dies einem weiteren Rückgang von 0,63 Prozent.
Während der Tesla-Quartalskonferenz am Mittwoch äußerte sich Musk nicht ausführlicher zu den Fusionsüberlegungen. Konkrete Bedingungen eines möglichen Zusammenschlusses wurden nicht genannt.
Die wirtschaftliche Entwicklung beider Unternehmen fällt derzeit unterschiedlich aus. SpaceX steigerte seinen Quartalsumsatz nach den am 20. Oktober vorgestellten Zahlen auf rund 14,58 Milliarden Dollar. Das Unternehmen erzielte einen Nettogewinn von etwa 4,4 Milliarden Dollar.
Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist inzwischen das Geschäft mit Künstlicher Intelligenz und Rechenzentren. Hinzu kommen die Raumfahrtaktivitäten und das Satelliteninternet Starlink.
Tesla konzentriert sich dagegen weiterhin auf Elektrofahrzeuge, Energiespeicher und den Ausbau seiner Technologien für automatisiertes Fahren und Robotik. Im dritten Quartal lieferte das Unternehmen weltweit 486.532 Fahrzeuge aus.
Eine Fusion könnte die unterschiedlichen Geschäftsbereiche unter einem gemeinsamen Unternehmensdach zusammenführen. Bereits heute arbeiten Tesla und SpaceX bei einzelnen Technologieprojekten zusammen, darunter der geplanten Halbleiterfertigung Terafab.
Gemessen an ihren Börsenbewertungen würde ein Zusammenschluss ein Unternehmen im Wert von mehreren Billionen US-Dollar entstehen lassen. Die endgültige Bewertung hinge allerdings von den Bedingungen einer möglichen Transaktion ab.
Zu den offenen Punkten gehören die Unternehmensbewertungen, das mögliche Umtauschverhältnis für Aktien und die erforderlichen Genehmigungen. Auch die Interessen der Aktionäre beider Unternehmen müssen berücksichtigt werden.
Ob tatsächlich eine Fusion von Tesla und SpaceX zustande kommt, ist deshalb weiterhin offen. Einen verbindlichen Vertrag oder einen konkreten Zeitplan haben die Unternehmen bislang nicht bekannt gegeben.
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