
Die geplante Abspaltung von tk accelis bei thyssenkrupp geht in die entscheidende Phase. Am Mittwoch, 28. Oktober 2026, soll der Werkstoffhändler erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt werden. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat den Wertpapierprospekt bereits gebilligt. Eine Besonderheit betrifft den deutschen Aktienmarkt: Für einen einzigen Handelstag wird tk accelis Mitglied des MDAX.
Der Indexanbieter STOXX hat für Mittwoch, 28. Oktober, eine außerplanmäßige Anpassung des MDAX angekündigt. Mit der Aufnahme von tk accelis wird der deutsche Mittelwerteindex an diesem Tag 51 statt der üblichen 50 Unternehmen umfassen. Bereits zum Ende des Xetra-Handels soll die Aktie wieder aus dem Index entfernt werden.
Hintergrund ist eine Sonderregelung für Unternehmensabspaltungen. Sie soll gewährleisten, dass die Entwicklung des Index auch während solcher Veränderungen nachvollziehbar bleibt. Die vorübergehende Aufnahme ist damit eine technische Maßnahme und keine reguläre Entscheidung über die dauerhafte Zugehörigkeit zum MDAX. Der geplante Börsenhandel mit den Aktien von tk accelis ist von der anschließenden Indexentnahme nicht betroffen.
Der eigentliche Vollzug der Unternehmenstrennung ist für Dienstag, 27. Oktober, geplant. Dafür muss die Abspaltung durch entsprechende Eintragungen in die Handelsregister wirksam werden. Einen Tag später soll die Erstnotierung der tk accelis Group AG & Co. KGaA im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgen.
Der Aufsichtsprozess hat bereits einen wichtigen Schritt genommen. Die BaFin billigte den erforderlichen Prospekt am 21. Oktober. Die Billigung stellt allerdings keine Empfehlung der Finanzaufsicht dar, in die Aktien zu investieren.
Mit der Abspaltung werden 49 Prozent der Anteile an tk accelis auf die bisherigen Aktionäre der thyssenkrupp AG übertragen. Der Industriekonzern selbst behält 51 Prozent und bleibt damit Mehrheitsgesellschafter.
Für jeweils 20 thyssenkrupp-Aktien erhalten Anleger eine Aktie von tk accelis. Die Zuteilung erfolgt automatisch über die Depotbanken und ohne zusätzliche Barzahlung. Maßgeblich ist grundsätzlich der Aktienbestand zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Abspaltung.
Wer weniger als 20 Aktien beziehungsweise keinen durch 20 teilbaren Bestand hält, erhält für verbleibende Bruchteile einen anteiligen Geldbetrag. Die entsprechenden Aktienspitzen sollen über die Börse verwertet werden.
tk accelis geht aus dem bisherigen Werkstoffgeschäft Materials Services hervor. Das Unternehmen ist international im Handel mit industriellen Werkstoffen sowie bei Dienstleistungen für Lieferketten tätig.
Im Geschäftsjahr 2024/2025 erwirtschaftete der Geschäftsbereich einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro und ein bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT) von 132 Millionen Euro. Rund 15.500 Menschen arbeiten für das Unternehmen, das mit etwa 400 Standorten in mehr als 30 Ländern vertreten ist.
Die stärkere Eigenständigkeit soll es tk accelis ermöglichen, sein Geschäft mit Materialverarbeitung, Logistik und digitalen Dienstleistungen weiterzuentwickeln.
Für thyssenkrupp ist die Transaktion ein weiterer Schritt der strategischen Neuausrichtung. Vorstandschef Miguel López verfolgt das Ziel, den Industriekonzern schrittweise in eine Finanzholding mit eigenständig geführten Beteiligungen umzubauen.
Die Aktionäre hatten der Abspaltung von tk accelis bereits auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 7. August 2026 zugestimmt.
Mit der geplanten Erstnotierung am Mittwoch wird der Werkstoffhändler künftig direkt am Aktienmarkt bewertet. Wie hoch der Marktwert zum Handelsstart ausfällt, entscheidet sich erst mit der Kursbildung an der Börse.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu