
München soll zu einem wichtigen europäischen Testfeld für autonome Fahrzeuge werden. Der Fahrdienstvermittler Uber und das israelische KI-Unternehmen Autobrains haben eine strategische Zusammenarbeit für ein Robotaxi-Programm in der bayerischen Landeshauptstadt bekanntgegeben. Das Vorhaben soll autonome Mobilität der Stufe 4 in einen kommerziellen Ride-Hailing-Kontext bringen. Das bedeutet ein System, das innerhalb eines festgelegten Einsatzbereichs die Fahraufgabe ohne ständige menschliche Kontrolle übernehmen kann. Technologische Grundlage ist die Nvidia-Drive-Hyperion-Plattform, die für automatisiertes und autonomes Fahren ausgelegt ist. Der Beginn des Testbetriebs in München ist für das Jahr 2026 geplant.
Nach Angaben der Unternehmen soll das Programm die Plattform von Uber mit der autonomen Fahrsoftware von Autobrains verbinden. Offiziell bestätigt war zunächst, dass München als erster europäischer Einsatzort für das gemeinsame Programm vorgesehen ist. Details zu Genehmigungen, zum konkreten Testgebiet innerhalb der Stadt und zur genauen Flottengröße lagen zunächst nicht vor. Ebenso offen blieb, ob Sicherheitsfahrer an Bord der Fahrzeuge sein werden, welche Fahrzeugmodelle konkret eingesetzt werden sollen und zu welchem genauen Zeitpunkt der Betrieb starten kann. Beide Unternehmen beschrieben das Vorhaben als wichtigen Schritt zur Einführung autonomer Mobilitätsdienste auf dem europäischen Markt.
Ein zentrales Merkmal des Ansatzes ist der sogenannte OEM-agnostische Ansatz. Das bedeutet, dass die Robotaxi-Technologie nicht an einen einzelnen Fahrzeughersteller gebunden ist, sondern in Serienfahrzeuge verschiedener Marken wie Audi, BMW, Mercedes oder Volkswagen integriert werden kann. Damit will Uber eine skalierbare Lösung für verschiedene Fahrzeugplattformen schaffen. Für Automobilhersteller könnte das Modell attraktiv sein, weil sie vorhandene Fahrzeuge ohne vollständigen Neuentwicklungszyklus in autonome Dienste integrieren könnten. Welche konkreten Fahrzeugmodelle in München eingesetzt werden, blieb zunächst offen. Die Kombination aus Ubers Plattform, Autobrains-Software und Nvidias Hardware bildet den technologischen Kern des geplanten Dienstes.
Neben Autobrains spielt auch das chinesische Technologieunternehmen Momenta eine Rolle in Ubers Robotaxi-Strategie für München. Uber und Momenta hatten bereits 2025 angekündigt, ab 2026 Level-4-Tests in der Stadt vorzubereiten. Diese Partnerschaft zielt ebenfalls darauf ab, autonome Fahrzeuge außerhalb der USA und Chinas auf die Uber-Plattform zu bringen. München wurde dabei als voraussichtlicher Startpunkt in Europa genannt. Damit verdichten sich die Hinweise darauf, dass Uber München als zentralen europäischen Standort für autonome Fahrdienste positionieren will. Ob die Autobrains-Partnerschaft und die Momenta-Pläne parallel oder koordiniert laufen werden, war zunächst nicht kommuniziert.
Bayern hat in den vergangenen Jahren regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen, die Testbetrieb autonomer Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen unter bestimmten Voraussetzungen ermöglichen. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr hat den rechtlichen Rahmen für autonome Fahrzeuge in Deutschland schrittweise ausgebaut. Unklar blieb zunächst, wie weit die konkreten Genehmigungsverfahren für das Uber-Autobrains-Programm fortgeschritten sind und in welchem Teilbereich Münchens der Betrieb aufgenommen werden soll. Der Aufbau eines kommerziellen Robotaxi-Dienstes in einer deutschen Großstadt wäre ein Novum und könnte Signalwirkung für weitere europäische Städte haben. Uber hat in den USA mit autonomen Diensten bereits Erfahrungen gesammelt und arbeitet dabei mit verschiedenen Technologiepartnern zusammen. Der Schritt nach Europa und speziell nach München signalisiert, dass das Unternehmen die internationale Expansion dieses Geschäftsfelds vorantreibt. Für Fahrgäste in München ist ein regulärer Robotaxi-Betrieb zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar. Zunächst geht es um Tests und die Vorbereitung des notwendigen regulatorischen und technischen Rahmens.
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