
Bei einem Verkehrsunfall auf der A66 bei Gründau im hessischen Main-Kinzig-Kreis sind am Dienstagabend, 13. Oktober 2026, vier Menschen verletzt worden. Eine Autofahrerin erlitt schwere Verletzungen, drei weitere Personen wurden leicht verletzt. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Südosthessen waren drei Pkw und ein Lastwagen in das Unfallgeschehen verwickelt. Der Lkw setzte seine Fahrt anschließend fort. Die Polizei sucht nun Zeugen, die Hinweise auf das Fahrzeug oder dessen Fahrer geben können.
Der Unfall ereignete sich gegen 18.40 Uhr an der Anschlussstelle Gründau-Rothenbergen in Fahrtrichtung Hanau. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizeiautobahnstation Südosthessen wollte eine junge Autofahrerin mit ihrem Ford auf die A66 auffahren. Dabei verlor sie aus bislang ungeklärten Gründen offenbar die Kontrolle über ihren Wagen.
Das Fahrzeug geriet gegen die rechte Betonleitwand und blieb dort stehen. Auf der durchgehenden Fahrbahn näherte sich zu diesem Zeitpunkt eine Audi-Fahrerin, die wegen der Situation abbremsen musste.
Ein hinter dem Audi fahrender Lastwagen reagierte nach der vorläufigen Darstellung der Polizei mit einem Ausweichmanöver nach links. Dabei wurde mutmaßlich ein Tesla übersehen, der sich auf dem linken Fahrstreifen näherte. Dessen Fahrer versuchte ebenfalls auszuweichen, konnte einen Zusammenstoß mit dem Audi jedoch nicht verhindern.
Durch die Kollision wurde der Audi gegen den bereits an der Leitwand stehenden Ford geschoben. Damit waren drei Pkw unmittelbar in die Zusammenstöße verwickelt. Die genaue Abfolge und die Verantwortlichkeiten sind Gegenstand der Ermittlungen.
Besonders schwer traf der Unfall die Fahrerin des Audi. Die 43-Jährige wurde nach Polizeiangaben schwer verletzt. Die 18 Jahre alte Ford-Fahrerin, der 30-jährige Tesla-Fahrer und dessen gleichaltrige Beifahrerin erlitten leichte Verletzungen.
Rettungskräfte brachten alle vier Betroffenen zur medizinischen Behandlung in Krankenhäuser. Nähere Angaben zur Art der Verletzungen oder zum weiteren Gesundheitszustand der Beteiligten lagen zunächst nicht vor.
Die Fahrzeuge wurden bei den Zusammenstößen erheblich beschädigt. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf knapp 30.000 Euro. Diese Summe umfasst die bislang erfassten materiellen Schäden. Ob sich die Schadenshöhe im weiteren Verlauf der Unfallaufnahme noch verändert, ist offen.
Ein wesentlicher Bestandteil der Ermittlungen ist die Suche nach dem Lastwagen, dessen Ausweichmanöver nach bisherigen Erkenntnissen zum Unfallgeschehen beigetragen haben könnte.
Das Fahrzeug setzte seine Fahrt nach dem Zusammenstoß in Richtung Hanau fort, ohne an der Unfallstelle anzuhalten. Die Identität der Person am Steuer war am Mittwochmorgen noch nicht geklärt.
Einen konkreten Ermittlungsansatz liefert das Kennzeichen des Anhängers. Nach ersten Erkenntnissen soll dieser ein Kennzeichen mit dem Kürzel MSP getragen haben. Die Abkürzung steht für den bayerischen Landkreis Main-Spessart. Außerdem wurde die Zahlenfolge 491 erkannt.
Ob diese Angaben zur Identifizierung des Fahrzeugs ausreichen, blieb zunächst offen. Auch war zunächst nicht bekannt, ob der Lkw inzwischen ausfindig gemacht werden konnte.
Die Unfallfluchtgruppe des Polizeipräsidiums Südosthessen ermittelt wegen des Verdachts des unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Eine abschließende Bewertung des Verhaltens der gesuchten Person steht noch aus.
Die Ermittler bitten Menschen um Unterstützung, die den Unfall beobachtet haben oder Angaben zum gesuchten Lastwagen machen können.
Von Interesse sind insbesondere Hinweise auf das Fahrzeug, dessen Anhänger sowie die Person, die am Dienstagabend auf der A66 in Richtung Hanau unterwegs war.
Auch Beobachtungen zum Fahrverhalten unmittelbar vor dem Zusammenstoß können für die Rekonstruktion des Geschehens relevant sein.
Zeugen können sich unter folgender Telefonnummer an die zuständige Unfallfluchtgruppe wenden:
069 8098-5699
Die Ermittlungen umfassen sowohl die Suche nach dem bislang unbekannten Lkw als auch die Klärung der einzelnen Fahrmanöver. Ob dessen Fahrer oder Fahrerin den nachfolgenden Zusammenstoß wahrgenommen hat, war zunächst nicht bekannt.
Der Zusammenstoß hatte erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr zwischen Gründau-Rothenbergen und Langenselbold. Für die Rettungsmaßnahmen, die polizeiliche Unfallaufnahme und die Bergung der beschädigten Fahrzeuge musste die A66 in Fahrtrichtung Hanau vollständig gesperrt werden.
Die Sperrung dauerte nach Angaben des Polizeipräsidiums Südosthessen bis etwa 21.15 Uhr. Damit war die Autobahn in diesem Abschnitt rund zweieinhalb Stunden nicht befahrbar.
Auch die Beseitigung der Unfallfolgen nahm Zeit in Anspruch. Mehrere beschädigte Fahrzeuge mussten von der Unfallstelle entfernt werden. Im betroffenen Bereich lagen nach regionalen Berichten zahlreiche Fahrzeugteile auf der Fahrbahn.
Die A66 verbindet den osthessischen Raum über Hanau mit dem Rhein-Main-Gebiet. Die Unfallstelle liegt östlich von Frankfurt am Main und ist Teil der wichtigen Verkehrsverbindung zwischen Fulda und dem Ballungsraum Frankfurt.
Im Mittelpunkt der weiteren Untersuchungen stehen die Fahrbewegungen der beteiligten Fahrzeuge. Zu klären ist insbesondere, wie es nach dem ersten Aufprall des Ford auf die Betonleitwand zu den weiteren Kollisionen kam.
Nach dem bisherigen Ermittlungsstand reagierten mehrere Verkehrsteilnehmer innerhalb kurzer Zeit auf die Situation an der Autobahnauffahrt. Welche Bedeutung die einzelnen Reaktionen für den gesamten Unfallablauf hatten, muss die Polizei noch abschließend feststellen.
Die Suche nach dem weitergefahrenen Lastwagen ist deshalb ein wesentlicher Teil der Ermittlungen. Neben den bereits bekannten Kennzeichenmerkmalen könnten zusätzliche Zeugenaussagen helfen, den Unfallhergang genauer zu rekonstruieren.
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