
Bei einem schweren Verkehrsunfall in Bamberg sind am Freitag, 30. Oktober 2026, zwei Menschen schwer verletzt worden. An einer Kreuzung im Stadtgebiet stießen ein Motorrad und ein E-Scooter zusammen. Nach ersten, über den Nachrichtendienst NEWS5 verbreiteten Polizeiangaben waren die Verletzungen beider Beteiligter lebensbedrohlich. Ein Rettungshubschrauber wurde eingesetzt. Die Polizei ließ den Unfallort weiträumig absperren.
Der Unfall ereignete sich am Freitagnachmittag im Bereich der Kreuzung Pödeldorfer Straße und Annastraße. Dort kollidierten ein Motorradfahrer und eine Frau auf einem E-Scooter. Wie genau es zu dem Zusammenstoß kam, war am frühen Abend noch nicht abschließend geklärt. Beide Menschen erlitten schwere Verletzungen.
Nach den von NEWS5 verbreiteten ersten Erkenntnissen soll der Motorradfahrer aus Richtung Brennerstraße kommend stadtauswärts gefahren sein. Die E-Scooter-Fahrerin sei ihm auf der Pödeldorfer Straße entgegengekommen und habe an der Kreuzung nach links abbiegen wollen. Dabei soll es zur Kollision gekommen sein. Ob tatsächlich ein Fehler beim Abbiegen zu dem Unfall führte, war zunächst nicht abschließend geklärt. Gesicherte Angaben zu den Geschwindigkeiten der beiden Fahrzeuge lagen zunächst nicht vor.
Die Verletzungen waren so schwer, dass neben dem Rettungsdienst auch ein Hubschrauber eingesetzt wurde. Nach Angaben von NEWS5 brachte dieser den Motorradfahrer in eine Klinik. Für den Einsatz landete der Hubschrauber auf einer Baustelle in der Nähe des Unfallortes. Die E-Scooter-Fahrerin wurde demnach mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus transportiert.
Die ersten, über NEWS5 verbreiteten Polizeiangaben beschrieben den Zustand beider Beteiligter als lebensbedrohlich. Demnach wurde sogar ein tödlicher Ausgang befürchtet. Ob sich ihr Gesundheitszustand im weiteren Verlauf veränderte, war am frühen Freitagabend nicht bekannt. Zu den konkreten Verletzungen und zum Alter der beiden Betroffenen lagen zunächst keine gesicherten Angaben vor.
Für die Unfallaufnahme wurde nach den bisherigen Angaben ein Sachverständiger hinzugezogen. Er soll dabei helfen, den Ablauf der Kollision zu rekonstruieren. Dazu können unter anderem die Lage der Fahrzeuge, Unfallspuren und die örtlichen Verkehrsverhältnisse ausgewertet werden. Ob es bereits gesicherte Erkenntnisse zur Vorfahrt oder zu einem möglichen Verkehrsverstoß gab, war zunächst offen.
Die Pödeldorfer Straße wurde im Bereich der Unfallstelle weiträumig gesperrt. Davon war auch der Kreuzungsbereich zur Annastraße betroffen. Bereits am Nachmittag hatte Radio Bamberg auf die Absperrung und den laufenden Hubschraubereinsatz hingewiesen. Die Verkehrsbehinderungen standen im Zusammenhang mit der Rettung der Verletzten und der Unfallaufnahme. Wann die Fahrbahn wieder vollständig freigegeben werden konnte, war zunächst nicht bekannt.
Der Zusammenstoß ereignete sich vor dem Hintergrund steigender Unfallzahlen mit E-Scootern. Das Polizeipräsidium Oberfranken veröffentlichte am Freitag aktuelle Zahlen: Während 2023 in der Region 40 Verkehrsunfälle unter Beteiligung solcher Fahrzeuge erfasst wurden, waren es 2024 bereits 91 und 2025 insgesamt 127. In den ersten acht Monaten des Jahres 2026 registrierte die Polizei 136 Unfälle. Damit lag die Zahl bereits vor Jahresende über dem gesamten Vorjahreswert.
Auch bundesweit ist die Entwicklung deutlich. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2025 insgesamt 16.496 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden registriert. Das waren 38,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Bei diesen Unfällen starben 38 Menschen, 1.895 wurden schwer und 16.184 leicht verletzt. Der Anteil der E-Scooter-Unfälle an allen Verkehrsunfällen mit Personenschaden lag bei 5,5 Prozent.
Besonders häufig ereigneten sich solche Unfälle in größeren Städten. Nach Angaben der Bundesstatistiker entfielen 49,1 Prozent aller E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden auf Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern. Zu den häufig registrierten Unfallursachen gehörten die falsche Nutzung von Verkehrsflächen, Alkohol am Steuer und nicht angepasste Geschwindigkeit. Diese allgemeinen Zahlen erlauben allerdings keine Rückschlüsse auf die konkrete Ursache des Unfalls in Bamberg.
E-Scooter gelten rechtlich als Elektrokleinstfahrzeuge. Wer sie im öffentlichen Straßenverkehr fährt, muss mindestens 14 Jahre alt sein. Die Fahrzeuge müssen versichert sein und dürfen bauartbedingt höchstens 20 Kilometer pro Stunde erreichen. Wo vorgeschriebene Radverkehrsflächen vorhanden sind, müssen diese grundsätzlich genutzt werden. Fehlen entsprechende Wege, ist die Fahrbahn vorgesehen. Das Fahren auf Gehwegen ist grundsätzlich untersagt, sofern es nicht ausdrücklich freigegeben wurde.
Eine gesetzliche Helmpflicht gibt es für E-Scooter nicht. Die Polizei empfiehlt dennoch, einen Helm zu tragen und im Verkehr besonders aufmerksam zu fahren. Auch die Mitnahme einer zweiten Person ist auf einem E-Scooter verboten. Für Alkohol gelten grundsätzlich dieselben Grenzwerte wie beim Autofahren.
Beim Unfall in Bamberg war zunächst nicht bekannt, welche Schutzausrüstung die beiden Beteiligten trugen oder ob die Ausstattung eines der Fahrzeuge für den Zusammenstoß eine Rolle spielte. Die genauen Hintergründe blieben zunächst offen. Die Polizei setzte ihre Ermittlungen zum Unfallhergang fort.
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