
Zwei Besucher sind beim Oktobermarkt in Nastätten in Rheinland-Pfalz durch eine umstürzende Metallkonstruktion schwer verletzt worden. Ein 72 Jahre alter Mann erlitt schwerste Verletzungen und wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Sein Zustand war nach den jüngsten Angaben der Polizei weiterhin kritisch. Ein weiterer Besucher im Alter von 58 Jahren wurde schwer verletzt. Das Unglück ereignete sich am Freitagnachmittag, 23. Oktober 2026, mitten im Veranstaltungsbereich. Möglicherweise brachte eine Windböe das Gestell zu Fall.
Gegen 16.30 Uhr kam es am Freitag zu dem folgenschweren Unfall in der Innenstadt von Nastätten im Rhein-Lahn-Kreis. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Koblenz stürzte eine Metalltraverse um, die über einem Verbindungsweg zwischen der Römerstraße und dem Zentralplatz aufgestellt war. An der Konstruktion war ein Banner befestigt.
Der betroffene Durchgang gehört zum Gelände des traditionellen Oktobermarktes. Dort hielten sich zum Zeitpunkt des Unglücks zahlreiche Festbesucher auf. Die beiden verletzten Männer stammen nach Polizeiangaben aus der Verbandsgemeinde Nastätten. Weitere Verletzte wurden bei dem Vorfall nach dem bisherigen Ermittlungsstand nicht festgestellt.
Zunächst war in einer ersten Polizeimeldung von einem umgestürzten Baugerüst im Bereich der Bahnhofstraße die Rede. Später konkretisierten die Ermittler ihre Angaben und beschrieben die Konstruktion als Metalltraverse. Dabei handelt es sich um ein Trägerelement, das beispielsweise für Banner, Beleuchtung oder Veranstaltungstechnik verwendet werden kann.
Nach dem bisherigen Ermittlungsstand könnte starker Wind den Einsturz verursacht haben. Eine Windböe gilt bei der Polizei als mögliche Ursache. Ob sie tatsächlich ausschlaggebend war, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Offen ist insbesondere, weshalb die Metallkonstruktion ihre Standfestigkeit verlor. Auch zu ihrer Befestigung und Sicherung lagen zunächst keine gesicherten Angaben vor. Die Ermittlungen sollen klären, welche Umstände zum Umstürzen der Traverse führten.
Am Freitag herrschten in Teilen von Rheinland-Pfalz stürmische Wetterbedingungen. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur hatte der Deutsche Wetterdienst für Teile der Region vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 60 und 75 Kilometern pro Stunde gewarnt. Daraus lässt sich allerdings noch nicht ableiten, welche Windkräfte unmittelbar am Unfallort auf die Konstruktion einwirkten.
Unmittelbar nach dem Einsturz begann ein größerer Rettungseinsatz. Neben Polizei und Feuerwehr waren mehrere Rettungswagen und Notärzte vor Ort. Der 72-jährige Schwerstverletzte musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik transportiert werden.
Nach Angaben des regionalen BEN-Kuriers, der sich auf Gespräche mit den Verantwortlichen vor Ort stützt, waren insgesamt fünf Rettungswagen, ein Krankentransportwagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug und zwei Rettungshubschrauber eingesetzt. Hinzu kamen die Feuerwehr Nastätten und weitere Einsatzkräfte des Rhein-Lahn-Kreises.
Auch Besucher, die den Einsturz unmittelbar miterlebt hatten, leisteten demnach Erste Hilfe. Die Polizei ließ den betroffenen Bereich absperren, während die Rettungskräfte die Verletzten versorgten.
Für Menschen, die das Unglück beobachtet hatten oder durch den Vorfall belastet waren, wurde Unterstützung organisiert. Im Gebäude der Verbandsgemeindeverwaltung entstand eine Betreuungsstelle. Außerdem waren Kräfte der Notfallseelsorge im Einsatz.
Die Kriminalpolizei hat die Untersuchung des Unglücks übernommen. Die umgestürzte Traverse wurde sichergestellt, damit die Ermittler die Umstände des Einsturzes rekonstruieren können.
Im Mittelpunkt steht zunächst die Frage, wie die Konstruktion zu Fall kommen konnte. Nach den bisherigen Angaben ist weder geklärt, ob ausschließlich die Wetterbedingungen verantwortlich waren, noch ob weitere Faktoren eine Rolle spielten.
Auch zur Verantwortlichkeit einzelner Personen oder Unternehmen machte die Polizei zunächst keine Angaben. Ob technische Untersuchungen durch Sachverständige erforderlich werden, war am Freitagabend ebenfalls noch offen.
Die Ermittlungen dauern an. Eine abschließende Feststellung zur Unfallursache lag zunächst nicht vor.
Der Unfall hatte unmittelbare Auswirkungen auf die laufende Veranstaltung. Der Veranstalter richtete nach Angaben des Polizeipräsidiums Koblenz einen Krisenstab ein. Anschließend wurde entschieden, den Oktobermarkt für den restlichen Freitagabend zu beenden.
Für den Abend war ursprünglich eine Drohnenshow vorgesehen. Zahlreiche Besucher hatten sich deshalb auf dem Festgelände eingefunden. Die geplanten Feierlichkeiten wurden nach dem Unglück nicht fortgeführt.
An der Entscheidung waren nach Angaben der örtlichen Verantwortlichen unter anderem Vertreter von Polizei, Ordnungsamt und Veranstalter beteiligt. Neben der Sicherung des Unfallortes spielte auch die Rücksichtnahme auf die beiden schwer verletzten Besucher eine Rolle.
Die Stadtverwaltung und die Einsatzkräfte mussten damit noch am Freitag über den weiteren Verlauf einer der wichtigsten Veranstaltungen in Nastätten entscheiden.
Trotz des schweren Unfalls soll der Oktobermarkt am Samstag, 24. Oktober, fortgesetzt werden. Das hatte das Polizeipräsidium Koblenz bereits am Freitagabend angekündigt.
Stadtbürgermeister Marco Ludwig bestätigte dem BEN-Kurier zudem, dass die Arbeiten der Kriminalpolizei am unmittelbaren Unfallort am späten Freitagabend abgeschlossen waren. Für Samstag wurde eine Wiederöffnung um 10 Uhr vorgesehen.
Der Oktobermarkt gehört zu den traditionsreichen Veranstaltungen im Rhein-Lahn-Kreis. Seine Geschichte reicht nach Angaben des örtlichen Gewerbevereins bis ins 17. Jahrhundert zurück. Das Fest wird jährlich am vierten Oktoberwochenende veranstaltet und verbindet einen Krammarkt mit Fahrgeschäften, Gastronomie und einem umfangreichen Rahmenprogramm.
In diesem Jahr ist der Markt vom 22. bis zum 26. Oktober geplant. Neben einem Festumzug am Samstag stehen weitere Veranstaltungen am Wochenende auf dem Programm. Der Montag bildet traditionell mit einem Familientag den Abschluss.
Nach den Ankündigungen vom Freitagabend sollen auch die für Sonntag und Montag vorgesehenen Veranstaltungen stattfinden.
Im Zusammenhang mit dem Unglück verbreiteten sich am Freitag auch Angaben über angeblich weitere Verletzte. Das Polizeipräsidium Koblenz stellte am späten Abend jedoch ausdrücklich klar, dass nach seinen Erkenntnissen ausschließlich die beiden Männer im Alter von 58 und 72 Jahren verletzt worden waren.
Die Behörde konkretisierte damit ihre erste Mitteilung, in der zunächst noch allgemein von mehreren Verletzten gesprochen worden war.
Zum Gesundheitszustand des 58-Jährigen lagen über die bestätigten schweren Verletzungen hinaus zunächst keine weiteren Informationen vor. Der Zustand des 72-Jährigen wurde in der Polizeimeldung vom Freitagabend um 22.05 Uhr weiterhin als kritisch bezeichnet.
Ob sich sein Zustand seitdem verändert hat, war zunächst nicht bekannt. Die Ursache des Unglücks und die genauen Abläufe unmittelbar vor dem Einsturz sind weiterhin Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.
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