Uniper plant höhere Dividenden, während der Bund nach Käufern sucht

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Energiekonzern Uniper hat eine neue Dividendenpolitik beschlossen und damit einen weiteren Schritt in Richtung Reprivatisierung gemacht. Das Unternehmen kündigte am Freitag, 6. November 2026, an, seine Ausschüttungen an die Aktionäre mittelfristig um durchschnittlich sieben Prozent jährlich steigern zu wollen. Für das Geschäftsjahr 2026 ist eine Dividende von insgesamt 321 Millionen Euro vorgesehen. Gleichzeitig geht das Verfahren zum Verkauf der staatlichen Beteiligung weiter. Mehrere internationale Energiekonzerne und Finanzinvestoren haben Interesse an Uniper gezeigt.

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Die Bundesregierung prüft weiterhin zwei Wege für den Rückzug aus dem Unternehmen: den direkten Verkauf größerer Aktienpakete an Investoren oder eine umfangreichere Platzierung an der Börse. Eine abschließende Entscheidung über den künftigen Eigentümer und den Zeitpunkt einer Transaktion ist bislang nicht bekannt.

Uniper will Dividende um sieben Prozent steigern

Nach der neuen Dividendenpolitik soll die Ausschüttung mittelfristig um durchschnittlich sieben Prozent pro Jahr wachsen. Zusätzlich sieht der Konzern eine jährliche Basisdividende von 300 Millionen Euro vor. Die neue Regelung soll den Aktionären eine langfristige Orientierung über die erwarteten Ausschüttungen geben.

Für 2026 plant Uniper eine Dividende von 0,77 Euro je Aktie. Das entspricht einer Gesamtsumme von rund 321 Millionen Euro. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2025, für das 0,72 Euro je Aktie und insgesamt 300 Millionen Euro ausgezahlt wurden, wäre dies ein Anstieg um etwa sieben Prozent.

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Die geplante Ausschüttung für 2026 ist allerdings noch nicht endgültig beschlossen. Voraussetzung sind ein ausreichender handelsrechtlicher Bilanzgewinn der Uniper SE und die Zustimmung der Hauptversammlung im Jahr 2027. Auch das mittelfristige Wachstumsziel bedeutet keine verbindliche Garantie für eine jährliche Erhöhung.

Für mögliche neue Anteilseigner macht die angekündigte Dividendenpolitik die künftige Beteiligung am Unternehmen besser kalkulierbar. Bislang fließt der überwiegende Teil der Ausschüttungen an den Bund, der nahezu sämtliche Uniper-Aktien hält.

Bund muss Beteiligung bis Ende 2028 deutlich reduzieren

Die Reprivatisierung von Uniper geht auf die staatliche Rettung des Unternehmens während der europäischen Energiekrise im Jahr 2022 zurück. Damals geriet der Konzern durch den Ausfall russischer Gaslieferungen und die stark gestiegenen Kosten für Ersatzbeschaffungen in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Die Bundesregierung stabilisierte das Unternehmen mit Milliardenmitteln und übernahm 99,12 Prozent der Aktien.

Die Europäische Kommission genehmigte die staatlichen Hilfen unter bestimmten Bedingungen. Dazu gehört die Verpflichtung Deutschlands, seinen Anteil bis spätestens Ende 2028 auf höchstens 25 Prozent plus eine Aktie zu reduzieren. Eine Verlängerung dieser Frist wäre nur mit Zustimmung der EU-Kommission möglich.

Damit könnten bis zu rund 74,12 Prozent der Uniper-Aktien in andere Hände übergehen. Der Bund würde bei einem entsprechenden Verkauf eine Beteiligung behalten, die ihm weiterhin erheblichen Einfluss auf grundlegende Unternehmensentscheidungen ermöglichen könnte.

Bereits am 19. Mai 2026 hatte das Bundesfinanzministerium mit einer internationalen Verkaufsanzeige das Verfahren zur Ermittlung potenzieller Kaufinteressenten begonnen. Neben einem direkten Verkauf blieb auch eine breitere Platzierung der Aktien über die Börse möglich.

Mehrere internationale Unternehmen bieten um Uniper

Im Bieterverfahren haben sich inzwischen unterschiedliche Interessenten positioniert. Nach Informationen aus dem Verkaufsprozess gingen bis zum Ablauf einer Frist am 21. September mehrere unverbindliche Angebote ein.

Zu den genannten Interessenten gehören der US-Finanzinvestor Apollo Global Management, der tschechische Energiekonzern EPH und das norwegische Energieunternehmen Equinor. Außerdem sollen der kanadische Vermögensverwalter Brookfield und der Canada Pension Plan Investment Board gemeinsam ein Angebot abgegeben haben.

Auch der deutsche Energiekonzern RWE wird mit einem möglichen Erwerb in Verbindung gebracht. RWE-Chef Markus Krebber reagierte am 2. November auf einer Energiekonferenz in Abu Dhabi zustimmend auf die Frage, ob sein Unternehmen gemeinsam mit dem Finanzinvestor KKR ein unverbindliches Angebot eingereicht habe. Einzelheiten zu Umfang und Bedingungen wurden dabei nicht veröffentlicht.

Die Informationen über die einzelnen Angebote beruhen überwiegend auf Angaben von Personen, die mit dem Verkaufsprozess vertraut sein sollen. Eine vollständige, vom Bundesfinanzministerium bestätigte Bieterliste liegt bislang nicht vor.

Entscheidung über die nächste Bieterrunde steht aus

Im Verkaufsverfahren zeichnet sich eine weitere Auswahl unter den Interessenten ab. Nach Angaben aus dem Umfeld der Transaktion könnten in den kommenden Wochen drei bis fünf Bieter zur nächsten Runde zugelassen werden. In dieser Phase sollen verbindliche Kaufangebote eine größere Rolle spielen. Eine offizielle Bestätigung für die genaue Zahl der Teilnehmer oder den Zeitpunkt der nächsten Auswahl gab es zunächst nicht.

Auch die Zusammensetzung möglicher Bietergemeinschaften ist noch offen. So wird über einen möglichen Zusammenschluss von Equinor mit dem Investorenkonsortium aus Brookfield und dem kanadischen Pensionsfonds CPPIB gesprochen. Eine entsprechende Vereinbarung war zunächst nicht von den beteiligten Unternehmen bestätigt worden.

Parallel bleibt ein Börsenverkauf eine Alternative. Uniper ist zwar bereits an der Frankfurter Börse notiert, allerdings befinden sich derzeit lediglich rund 0,88 Prozent der Aktien außerhalb des Bundesbesitzes. Eine umfangreiche Aktienplatzierung könnte den frei handelbaren Anteil erheblich erhöhen.

Für die Bundesregierung geht es bei der Auswahl eines möglichen Käufers nicht ausschließlich um den Verkaufserlös. Uniper gehört zu den bedeutenden Gasimporteuren Europas und ist mit seinen Kraftwerken, Speichern und Handelsaktivitäten eng mit der deutschen Energieversorgung verbunden. Der Bund hat deshalb auch die Zukunftsfähigkeit des Gesamtunternehmens sowie die Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten als wichtige Gesichtspunkte des Verfahrens benannt.

Uniper hebt Gewinnprognose für 2026 an

Die neue Dividendenpolitik folgt auf eine verbesserte Ergebnisprognose. Bereits am 4. November erhöhte Uniper seine Erwartung für den bereinigten Jahresüberschuss 2026 um 50 Millionen Euro. Statt bislang 500 bis 600 Millionen Euro rechnet das Unternehmen nun mit 550 bis 650 Millionen Euro.

Für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, das sogenannte Adjusted EBITDA, bleibt die Prognose unverändert bei 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro.

Grundlage der Anpassung sind vorläufige Zahlen für die ersten neun Monate des Jahres. In diesem Zeitraum erreichte Uniper ein bereinigtes EBITDA von 1,024 Milliarden Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte der Wert bei 641 Millionen Euro gelegen. Der bereinigte Überschuss stieg nach den vorläufigen Angaben von 268 auf 579 Millionen Euro.

Die Kennzahlen sind noch ungeprüft. Ausführliche Ergebnisse für die ersten neun Monate will das Unternehmen am 10. November veröffentlichen.

Neue Eigentümer treffen auf ein verändertes Energiegeschäft

Mit dem geplanten Rückzug des Bundes verbindet sich auch die Frage nach der langfristigen Entwicklung des Energiekonzerns. Uniper war vor der Krise stark von russischen Gasimporten abhängig. Inzwischen hat das Unternehmen seine Beschaffung neu ausgerichtet und verfolgt eine Strategie, die flexible Stromerzeugung, den Ausbau erneuerbarer Energien sowie das Gas- und Flüssiggasgeschäft umfasst.

Eine wachsende Bedeutung sollen außerdem erneuerbare und emissionsärmere Gase erhalten. Hintergrund sind die europäischen Klimaziele, der steigende Strombedarf und die Anforderungen an eine verlässliche Energieversorgung.

Die finanzielle Stabilisierung hat bereits die Rückkehr zu Dividenden ermöglicht. Nachdem Uniper für die Geschäftsjahre 2022 bis 2024 keine Dividende ausgeschüttet hatte, beschlossen die Aktionäre im Mai 2026 erstmals wieder eine Zahlung für das Geschäftsjahr 2025.

Mit der jetzt festgelegten Dividendenpolitik schafft das Unternehmen einen längerfristigen Rahmen für mögliche Ausschüttungen. Welche wirtschaftlichen Ziele ein künftiger Mehrheitseigentümer verfolgen würde, ist dagegen noch nicht geklärt.

Kapitalmarkttag am 16. November in London geplant

Weitere Einzelheiten zur Unternehmensstrategie will Uniper am 16. November bei einem Kapitalmarkttag in London vorstellen. Die Veranstaltung richtet sich an Analysten und Investoren. Der Vorstand will dort über Wachstumsziele, geplante Investitionen und die längerfristige Entwicklung des Konzerns informieren.

Die Präsentation fällt in eine Phase, in der sowohl potenzielle Käufer als auch Kapitalmarktinvestoren die wirtschaftlichen Aussichten von Uniper bewerten. Die neue Dividendenpolitik und die angehobene Gewinnprognose liefern dafür zusätzliche Anhaltspunkte.

Offen sind weiterhin die endgültige Auswahl der Kaufinteressenten, mögliche verbindliche Angebote und die Entscheidung des Bundes zwischen einem direkten Verkauf und einer breiteren Aktienplatzierung. Ein konkreter Abschluss der Reprivatisierung wurde bislang nicht bekannt gegeben.

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