
Ein heftiger Gewittersturm hat den italienischen Badeort Lignano Sabbiadoro an der oberen Adria getroffen und erhebliche Schäden hinterlassen. Am Freitagnachmittag, 21. August 2026, erreichten die Windböen dort nach regionalen Messdaten bis zu 108 Kilometer pro Stunde. Bäume und Äste stürzten um, auf den Stränden wurden Sonnenschirme fortgerissen und Liegen beschädigt. Am Samstag liefen Aufräumarbeiten und erste Untersuchungen des Schadensausmaßes.
Das Unwetter in Lignano Sabbiadoro war Teil einer größeren Gewitterlage, die Friaul-Julisch Venetien seit Donnerstagabend beschäftigte. Die regionale Zivilschutzbehörde hatte zuvor eine orangefarbene Unwetterwarnung für die gesamte Region ausgegeben. Auch in anderen Teilen Norditaliens sorgten Starkregen, Hagel und Sturm für erhebliche Behinderungen und Schäden.
Der besonders heftige Abschnitt des Gewitters erreichte die Adriaküste am Freitagnachmittag. In Lignano wurde gegen 16 Uhr eine Windspitze von 108 Kilometern pro Stunde registriert. Auch andere Orte an der Küste meldeten schwere Böen. In Monfalcone und Triest wurden Spitzen von jeweils 94 Kilometern pro Stunde angegeben, an einer Messboje vor Grado waren es 92 Kilometer pro Stunde.
In Lignano konzentrierten sich die Einsätze vor allem auf umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste und Schäden an den Strandbereichen. Die Feuerwehr wurde nach Angaben des regionalen Rai-Senders zu rund 20 Einsätzen gerufen. Auf dem Strand wurden Sonnenschirme fortgeweht und Liegen zerstört oder beschädigt. Eine amtliche Gesamtschadenssumme lag zunächst nicht vor.
Am Samstag besuchten Vertreter der Regionalregierung unter anderem Lignano, um sich ein Bild von den Folgen zu machen. Dabei wurden Schäden an touristischen Anlagen und weitere Auswirkungen des Unwetters begutachtet. Neben Lignano waren auch landwirtschaftlich geprägte Gebiete im Landesinneren betroffen.
Die Unwetterlage beschränkte sich nicht auf den Badeort. Bereits zwischen Donnerstagabend und dem frühen Freitagmorgen gingen beim einheitlichen Notruf 112 in Friaul-Julisch Venetien 135 wetterbedingte Anrufe ein. 50 davon kamen aus der Provinz Udine, zu der Lignano gehört, 40 aus Pordenone, 32 aus Gorizia und 13 aus Triest. Gemeldet wurden unter anderem Überflutungen sowie umgestürzte Bäume und Äste.
Besonders starke Windgeschwindigkeiten wurden auch in den Bergen gemessen. Auf dem Zoncolan erreichten Böen nach Angaben der Behörden bis zu 128 Kilometer pro Stunde. In Teilen der Provinz Pordenone gingen kräftige Hagelschauer nieder. Straßen waren zeitweise durch Bäume oder Überflutungen blockiert. Auch auf der Bahnstrecke zwischen Udine und Tarvis kam es zeitweise zu Einschränkungen, nachdem zwischen Gemona und Carnia eine wetterbedingte Störung aufgetreten war.
Auch der weiter östlich gelegene Küstenort Grado wurde am Freitagnachmittag schwer getroffen. Dort stürzten auf Campingplätzen Bäume und große Äste auf Unterkünfte und Fahrzeuge. Zwei Menschen wurden nach Angaben des regionalen Rai-Senders leicht verletzt und vom Rettungsdienst behandelt. Einer der Verletzten befand sich in einem Bungalow, auf den ein großer Baum stürzte.
Vor Grado wurde zudem ein Luftwirbel über dem Meer beobachtet. Für Berichte über einen vergleichbaren Tornado direkt über Lignano lag zunächst keine unabhängige Bestätigung vor. Sicher belegt sind dort dagegen die außergewöhnlich starken Windböen und die dadurch verursachten Schäden.
Die Gewitter gehörten zu einer größeren Unwetterphase über Norditalien. Besonders schwer waren die Folgen zeitweise auch in der Lombardei. Dort führten Überschwemmungen, Erdrutsche und andere wetterbedingte Schäden zu Evakuierungen. Die Regionalregierung kündigte an, wegen der Folgen einen Notstand zu beantragen.
Friaul-Julisch Venetien hatte bereits vor dem Durchzug der Gewitter vorsorglich zusätzliche Einsatzkräfte und freiwillige Helfer mobilisiert. Die orangefarbene Warnstufe galt bis Freitag um Mitternacht. Für Samstag erwartete der regionale Wetterdienst eine deutlich ruhigere Lage mit längeren trockenen Abschnitten und nur noch einzelnen möglichen Schauern. Für Sonntag zeichnete sich an der Küste überwiegend freundlicheres Wetter ab.
Damit verlagerte sich der Schwerpunkt in Lignano am Samstag vom unmittelbaren Unwettereinsatz auf Aufräumarbeiten und Schadensaufnahme. Wie hoch die finanziellen Schäden an Stränden, Badebetrieben und anderen Anlagen insgesamt ausfallen, war zunächst nicht beziffert.
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