Dritter US-Flugzeugträger nimmt Kurs auf den Nahen Osten

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Symbolbild mit KI erstellt

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Die Vereinigten Staaten verstärken ihre militärische Präsenz im Nahen Osten deutlich. Die Flugzeugträgerkampfgruppe um die USS Theodore Roosevelt ist auf dem Weg in Richtung des Einsatzgebiets des US-Zentralkommandos. Zusammen mit einem weiteren Marineverband befinden sich rund 9.000 US-Soldaten und Seeleute auf dem Weg in die Region. Einzelne Berichte sprechen von bis zu 10.000 zusätzlichen Kräften. Zugleich verschärft US-Präsident Donald Trump seinen Ton gegenüber Iran. Einen Zusammenhang zwischen Teheran und dem schweren Zwischenfall auf einem Flydubai-Flug nach Israel hat die laufende Untersuchung bislang jedoch nicht bestätigt.

USS Theodore Roosevelt verließ San Diego Ende September

Die USS Theodore Roosevelt lief am Sonntag, 27. September, aus San Diego aus. Der nuklear angetriebene Flugzeugträger gehört zur Carrier Strike Group 9. Zum Verband gehören unter anderem der Lenkwaffenkreuzer USS Chosin, mehrere weitere Kriegsschiffe sowie das Carrier Air Wing 11 mit unterschiedlichen Kampfflugzeugen.

Für den Verband war bereits zuvor ein längerer Einsatz vorgesehen. Die Kampfgruppe soll in den Zuständigkeitsbereich des US Central Command verlegt werden, das unter anderem für den Nahen Osten zuständig ist.

Parallel befindet sich die amphibische Kampfgruppe um die USS Makin Island auf dem Weg in die Region. Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters gegenüber der Nachrichtenagentur AP transportieren die beiden Verbände zusammen mehr als 7.000 Seeleute und rund 2.000 Marines. Damit liegt die bestätigte Größenordnung bei etwa 9.000 zusätzlichen Angehörigen der US-Streitkräfte.

Das Wall Street Journal nennt unter Berufung auf eigene Quellen eine mögliche Größenordnung von bis zu 10.000 Kräften. Eine offizielle Pentagon-Mitteilung, die exakt diese Zahl bestätigt, lag zunächst nicht vor.

Drei US-Flugzeugträger könnten gleichzeitig in der Region sein

Mit der USS Theodore Roosevelt könnte die US-Marine ihre Flugzeugträgerpräsenz im Nahen Osten zeitweise auf drei Träger erhöhen. Bereits in der Region befinden sich die USS George H.W. Bush und die USS George Washington.

Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters gegenüber AP könnten sich die drei Träger bereits gegen Ende Oktober gleichzeitig im Einsatzgebiet befinden. Zusammen mit weiteren Kriegsschiffen könnte die Zahl der dort eingesetzten Seeleute und Marines damit auf mehr als 20.000 steigen.

Eine solche Konzentration ist ungewöhnlich. Zuletzt waren im April 2026 drei amerikanische Trägerkampfgruppen gleichzeitig in der Region. Die USS George Washington war zuvor aus ihrem üblichen Einsatzraum im Pazifik in den Nahen Osten verlegt worden.

Die jetzige Verlegung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass ein neuer amerikanischer Angriff unmittelbar bevorsteht. Präsident Trump hat konkrete militärische Entscheidungen bislang nicht angekündigt. In einem am Donnerstag veröffentlichten Interview bezeichnete er eine erneute Ausweitung amerikanischer Angriffe auf Iran nach den US-Zwischenwahlen Anfang November als möglich.

Trump droht Iran nach Flydubai-Vorfall

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält die US-Verstärkung durch Trumps Äußerungen zum Zwischenfall an Bord des Flydubai-Fluges FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv.

Auf dem Flug am Mittwoch, 30. September, kam es nach Angaben saudischer Behörden zu einem Angriff des Copiloten auf den Kapitän. Das Flugzeug musste daraufhin im saudi-arabischen Tabuk notlanden. Mehr als 170 Menschen befanden sich an Bord.

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben Ermittlungen zu den Umständen und zum Motiv eingeleitet. Dabei wird auch geprüft, ob der Vorfall einen terroristischen Hintergrund hatte, im Voraus geplant worden war oder von anderen Personen gesteuert wurde. Gesicherte Angaben dazu lagen zunächst nicht vor.

Trump erklärte am Donnerstag im Weißen Haus auf die Frage nach einer möglichen Verbindung zu Iran, die US-Regierung prüfe dies derzeit. Er deutete an, nach den ihm vorliegenden Informationen könne eine Verbindung möglich sein, nannte dafür jedoch keine Belege. Sollte Iran tatsächlich hinter dem Vorfall stehen, kündigte er eine sehr harte Reaktion an.

Ein iranischer Zusammenhang war zu diesem Zeitpunkt nicht bestätigt.

Ermittler prüfen weiterhin das Motiv

Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu stellte zunächst keine gesicherte Verbindung zu Iran her. Er erklärte, es sei dafür noch zu früh. Netanyahu sagte zugleich, der Copilot habe nach israelischen Erkenntnissen eine islamistische Radikalisierung durchlaufen. Einzelheiten oder Belege dafür legte sein Büro zunächst nicht öffentlich vor.

Zwei israelische Sicherheitsvertreter gingen nach Angaben von Reuters in einer ersten Einschätzung davon aus, dass der Copilot wahrscheinlich allein gehandelt habe. Die Ermittlungen waren zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht abgeschlossen.

Die saudischen Behörden erklärten, ihre ersten Ermittlungen gemeinsam mit Sicherheitsteams aus den Vereinigten Arabischen Emiraten geführt zu haben. Der verletzte Kapitän und der Copilot wurden nach medizinischer Behandlung nach Abu Dhabi gebracht. Dort wird die Untersuchung fortgesetzt.

Damit treffen derzeit zwei Entwicklungen aufeinander: eine erhebliche Verstärkung der amerikanischen Streitkräfte im Nahen Osten und eine neue politische Drohung Washingtons gegenüber Iran. Ein direkter Zusammenhang zwischen der Verlegung der USS Theodore Roosevelt und dem Flydubai-Vorfall ist bislang ebenso wenig offiziell bestätigt wie eine iranische Beteiligung an dem Geschehen an Bord.

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