
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau blickt wieder etwas optimistischer in die Zukunft. Gleichzeitig bleibt die Beschäftigungslage angespannt. Nach einer am 14. Oktober 2026 veröffentlichten Konjunkturumfrage des Branchenverbands VDMA planen mehr als 30 Prozent der befragten Unternehmen einen Personalabbau. Dabei erwarten inzwischen deutlich mehr Betriebe eine Verbesserung ihrer Geschäfte als noch im Sommer.
Die bessere Stimmung schlägt sich bislang kaum in den Personalplänen nieder. Während 52 Prozent der befragten Unternehmen ihre Stammbelegschaft unverändert halten wollen, planen lediglich 18 Prozent zusätzliche Einstellungen. Mehr als 30 Prozent rechnen dagegen mit einem Abbau von Arbeitsplätzen.
Der Stellenabbau im Maschinenbau setzt damit voraussichtlich einen längerfristigen Trend fort. Nach Angaben von VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt sind seit 2019 in der deutschen Maschinenbauindustrie rund 100.000 Arbeitsplätze weggefallen. Wie viele weitere Stellen tatsächlich gestrichen werden könnten, lässt sich aus der aktuellen Befragung nicht ableiten.
An der Konjunkturerhebung zum dritten Quartal 2026 beteiligten sich 797 Unternehmen mit rund 1.060 Rückmeldungen. Die Befragung lief vom 22. September bis zum 7. Oktober.
Inzwischen bewerten 34 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage positiv. Im Juli waren es lediglich 28 Prozent. Etwa 22 Prozent beurteilen ihre wirtschaftliche Situation weiterhin negativ.
Auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate haben sich verbessert. Rund 33 Prozent rechnen mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung. Im Juli lag dieser Anteil noch bei 25 Prozent. Nur zehn Prozent erwarten eine Verschlechterung.
Die wirtschaftliche Entwicklung unterscheidet sich allerdings erheblich zwischen den Kundenbranchen. Positive Impulse kommen insbesondere aus der Verteidigungsindustrie, der Luft- und Raumfahrt sowie der Medizintechnik. Auch die Elektro- und Elektronikindustrie profitiert nach Einschätzung des VDMA von hohen Investitionen in künstliche Intelligenz.
Schwieriger bleibt die Situation in der Automobilindustrie und der Chemiebranche. Beide stehen unter erheblichem internationalem Wettbewerbsdruck. Das belastet auch Maschinenbauunternehmen, die ihre Anlagen und Technologien hauptsächlich an diese Industriezweige verkaufen.
Besonders betroffen sind Teile der Robotik und Automation. Zwar verbessern sich dort ebenfalls die Erwartungen, die aktuelle Geschäftslage bleibt jedoch verhalten. Auch in der Bauindustrie ist noch keine kräftige Belebung erkennbar.
Dass der Optimismus noch keinen stabilen Aufschwung bedeutet, zeigen die jüngsten Auftragszahlen. Im August 2026 gingen die Bestellungen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau gegenüber dem Vorjahresmonat real um fünf Prozent zurück. Die Inlandsaufträge sanken um zwei Prozent, die Bestellungen aus dem Ausland um sechs Prozent.
Für die ersten acht Monate des Jahres ergibt sich dennoch ein reales Auftragsplus von vier Prozent. Die Entwicklung bleibt damit von erheblichen monatlichen Schwankungen geprägt.
Bei den Umsatzerwartungen überwiegt inzwischen die Zuversicht. Für 2026 rechnen 57 Prozent der befragten Unternehmen mit steigenden nominalen Umsätzen. Weitere 22 Prozent erwarten stagnierende Erlöse, während 21 Prozent von einem Rückgang ausgehen. Für 2027 erwarten sogar 62 Prozent einen nominalen Umsatzzuwachs.
Diese Erwartungen sind nicht preisbereinigt. Höhere Umsätze bedeuten deshalb nicht zwangsläufig, dass tatsächlich mehr Maschinen produziert oder höhere Gewinne erzielt werden.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der VDMA weiterhin mit einem realen Produktionsrückgang von zwei Prozent. Es wäre das vierte Jahr in Folge mit sinkender Produktion. Erst 2027 erwartet der Verband wieder Wachstum. Die Prognose liegt bei einem realen Plus von drei Prozent.
Zu den größten Herausforderungen zählen nach Einschätzung des Verbands die hohen Produktionskosten in Deutschland, geopolitische Unsicherheiten und der zunehmende Wettbewerb mit chinesischen Herstellern. Besonders auf internationalen Absatzmärkten stehen deutsche Maschinenbauer unter Druck.
Die neue Konjunkturerhebung zeigt damit eine Branche zwischen wirtschaftlicher Erholung und anhaltendem Anpassungsbedarf. Während einzelne Industriezweige bereits von steigender Nachfrage profitieren, bleibt die Beschäftigungssituation vieler Maschinenbauer angespannt. Entscheidend für eine nachhaltige Verbesserung werden zusätzliche Aufträge und eine höhere Auslastung der Betriebe sein.
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