Chipproduktion in Itzehoe: Vishay erhält 215 Millionen Euro vom Staat

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Halbleiterhersteller Vishay baut seine Produktion in Schleswig-Holstein erheblich aus. Für den Ausbau der Chipproduktion bei Vishay in Itzehoe stellen der Bund und das Land Schleswig-Holstein zusammen rund 215 Millionen Euro bereit. Am Freitag, 30. Oktober 2026, übergab Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen den Förderbescheid an einen Vertreter des US-Konzerns Vishay Intertechnology. Mit dem Vorhaben sollen die Fertigungskapazitäten am Standort mehr als verdoppelt werden.

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Bund übernimmt 172 Millionen Euro der Förderung

Den größten Anteil der öffentlichen Unterstützung trägt der Bund mit 172 Millionen Euro. Schleswig-Holstein beteiligt sich mit weiteren 43 Millionen Euro. Der Förderbescheid wurde stellvertretend für beide Geldgeber durch Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen an Vishay-Manager Roy Shoshani überreicht.

Das Geld ist für den Ausbau der Halbleiterfertigung vorgesehen. Die Investition soll den Standort Itzehoe langfristig wettbewerbsfähiger machen und zusätzliche Produktionsmöglichkeiten für die europäische Industrie schaffen.

Vishay setzt auf größere Silizium-Wafer

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Umstellung auf Silizium-Wafer mit einem Durchmesser von 300 Millimetern. Bislang werden in Itzehoe Wafer mit 200 Millimetern Durchmesser verarbeitet. Die größeren Scheiben ermöglichen es, mehr Halbleiterbauteile in einem Fertigungsdurchgang herzustellen.

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Vishay will künftig eine neue Generation sogenannter Leistungs-MOSFETs produzieren. Diese elektronischen Bauteile dienen dazu, elektrische Ströme effizient zu schalten und zu steuern. Sie kommen unter anderem in Elektrofahrzeugen, industriellen Anlagen und Stromversorgungssystemen zum Einsatz.

Auch Anwendungen rund um künstliche Intelligenz gehören zu den vorgesehenen Einsatzgebieten. Dazu zählt insbesondere die Energieversorgung leistungsstarker Rechenzentren. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums sollen die neuen Bauteile kompakter und energieeffizienter sein als bislang verfügbare europäische Alternativen.

Bis zu 250 zusätzliche Arbeitsplätze geplant

Mit der Erweiterung verbindet Vishay auch einen Ausbau der Beschäftigung. Nach Unternehmensangaben könnten am Standort Itzehoe bis zu 250 neue Arbeitsplätze entstehen. Die zusätzliche Fertigung soll dabei in hohem Umfang automatisiert arbeiten.

Für das gesamte Vorhaben plant Vishay nach eigenen Angaben eine Investition im hohen dreistelligen Millionenbereich. Eine genaue Summe nannte das Unternehmen zunächst nicht. Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Andreas Hein, sprach von rund einer Milliarde Euro. Diese Größenordnung ist damit eine politische Angabe und keine bestätigte Investitionssumme des Unternehmens.

Der US-Konzern produziert bereits seit mehreren Jahrzehnten Halbleiter in Itzehoe. Die neue Fertigung erweitert den bestehenden Standort um zusätzliche Kapazitäten für die Leistungselektronik.

EU-Kommission genehmigte Förderung bereits im Juli

Die Förderung ist Teil der europäischen Strategie zur Stärkung der Halbleiterindustrie. Grundlage ist der European Chips Act, mit dem die EU zusätzliche Fertigungskapazitäten aufbauen und ihre Abhängigkeit von außereuropäischen Lieferketten verringern will.

Die Europäische Kommission hatte bereits am 14. Juli 2026 staatliche Beihilfen in Höhe von insgesamt 659 Millionen Euro für vier Halbleiterprojekte in Deutschland genehmigt. Neben Vishay in Itzehoe profitieren Unternehmen mit Projekten in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern.

Mit der Genehmigung sind auch Verpflichtungen verbunden. Dazu gehören unter anderem die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Qualifizierungsmaßnahmen sowie eine bevorzugte Versorgung bei schwerwiegenden Lieferengpässen.

FDP kritisiert Informationspolitik der Landesregierung

Die Förderentscheidung löste auch politische Kritik aus. Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Bernd Buchholz, begrüßte grundsätzlich den Ausbau der Halbleiterproduktion, bemängelte jedoch die Information des Parlaments.

Nach seiner Darstellung sei der Landtag nicht ausreichend und frühzeitig über das umfangreiche Fördervorhaben unterrichtet worden. Dadurch habe das Parlament die Abwägung von Chancen und Risiken durch die Landesregierung nicht angemessen beurteilen können.

Unabhängig von dieser Kritik verfolgt die Förderung das Ziel, zusätzliche industrielle Produktionskapazitäten in Deutschland aufzubauen. Gerade bei Halbleitern für Fahrzeuge, Maschinen und Energieversorgung soll die europäische Industrie dadurch widerstandsfähiger gegenüber internationalen Lieferproblemen werden.

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